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EM 2024: DFB und UEFA empfehlen dieses Quartier in der Region

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Von: Michael Nickolaus

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Das Waldstadion in Bad Nauheim: Hier war Saudi-Arabien zur WM 2006 zu Gast. Jetzt hofft man in der Kurstadt, 2024 einen EM-Teilnehmer begrüßen zu können. © Andreas Chuc

Die UEFA und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) haben Bad Nauheim in den Team-Base-Camp-Katalog zur EM 2024 aufgenommen. Vielleicht kickt bald eine Nationalmannschaft im Waldstadion.

Bad Nauheim – Bad Nauheim ist dabei. Mit dem Hotel Dolce als Unterkunft sowie dem Waldstadion als Anlage für das Training wurdedie Stadt von der UEFA in den Katalog möglicher Team-Base-Camps für die Europameisterschaft 2024 aufgenommen. Während der Weltmeisterschaft 2006 hatte schon einmal eine Nation in der Kurstadt ihr Quartier bezogen.

Kylian Mbappe beim Relaxen auf dem Steg am Großen Teich, Robert Lewandowski oder Kevin de Bruyne beim Spaziergang durch den Kurpark und die Fußgängerzone - Bad Nauheim kann im Sommer 2024 vielleicht einen der Fußball-Megastars begrüßen. Die Kurstadt ist einer von rund 50 Standorten, die die Europäische Fußball-Union (UEFA) für die 24 teilnehmenden Nationen an der Europameisterschaft in Deutschland als Quartier ausgewählt hat. »Wir sind stolz und hoffnungsvoll, eine Nationalmannschaft bei uns begrüßen zu können«, sagt Bürgermeister Klaus Kreß.

Expertise von 2006: Bad Nauheim war bereits Basis-Camp

Schon einmal, während der Weltmeisterschaft 2006, war Bad Nauheim als Basis-Camp ausgewählt worden. Die Nationalmannschaft von Saudi-Arabien war zu Gast. Das Feedback von der Bevölkerung und nicht zuletzt der Einzelhändler war positiv ausgefallen. Die Wüstensöhne vom Persischen Golf hatten sich volksnah gezeigt, die Stadt hatte mit zahlreichen Aktivitäten in deren Nationalfarben grün und weiß den Aufenthalt begleitet.

»Bad Nauheim verfügt über die entsprechenden Erfahrungen aus dieser Zeit. Für unser Image als Sportstadt wäre es natürlich eine tolle Sache, wenn wir wieder eine Nation zu Gast hätten«, sagt Kreß. Die Qualifikation zur EM beginnt erst im März 2023. Zum Jahresende werden 21 der 24 Teilnehmer feststehen. Wohl erst Anfang 2024 werden sich die Nationalverbände für ein Quartier entscheiden.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) haben UEFA-Experten rund 100 Hotels und Trainingseinrichtungen besucht und das Resultat der bestmöglichen Team-Base-Camps in der Nähe der zehn »Host Citys« zusammengestellt.

Bad Nauheim ist neben Darmstadt, Heidelberg, Homburg, Mainz Mannheim, Schweinfurt, Würzburg und Wiesbaden ein Quartier rund um den Spielort Frankfurt. Für eine Aufnahme in den Katalog sind der Stadt noch keinerlei Kosten entstanden.

Vereine in Bad Nauheim reagieren mit Verständnis

In Bad Nauheim hat die Stadt vor dem Besuch der DFB/UEFA-Delegation den Dialog mit den im Waldstadion beheimateten Klubs gesucht. Sollte die Kurstadt den Zuschlag erhalten, steht die Nutzung der Sportanlage nämlich für bis zu acht Wochen (ab Mitte Mai) exklusiv dem entsprechenden Nationalverband zur Verfügung; die Zeit der vorherigen Platzaufbereitung noch nicht eingerechnet.

»Für die Vereine ist das sicher keine leichte Situation. Aber sie alle haben sehr verständnisvoll reagiert, erkennen die große Chance, die sich der Stadt als potenziellem Gastgeber bieten kann«, sagt Kreß.

Der UEFA-Katalog bietet den Teams eine Auswahl an unterschiedlichen Standorten, die jeweils ein Hotel und eine Trainingsstätte umfassen. Einige befinden sich in städtischen Gebieten, andere in Kleinstädten an malerischen Seen; einige liegen in der Nähe von eindrucksvollen Ferienanlagen, andere in ruhigen ländlichen Gegenden. Der Katalog bietet dazu Videos, ein Tool zur virtuellen Ortsbesichtigung, eine interaktive Karte sowie Informationen über die »Host Citys« und Stadien. Somit wird den Verantwortlichen der UEFA-Mitgliedsverbände die Entscheidung erleichtert, welche Einrichtungen am besten zu ihren individuellen Anforderungen passen.

Bad Nauheim hat überzeugende Argumente

Wie groß die Chance ist, eine Nationalmannschaft in Bad Nauheim begrüßen zu können, ist derzeit reine Spekulation. Die Möglichkeit, aktiv auf Nationen zuzugehen, besteht nicht. Die Erfahrungen aus dem Jahr 2006, ein Quartier abseits von Großstadt-Trubel, die kurzen Wege zur Trainingsanlage und dem Flughafen Frankfurt sind sicher gute und vielleicht auch überzeugende Argumente.

Jeder sei willkommen, sagt Kreß, insgeheim wünsche er sich, im Falle eine Qualifikation die Delegation aus Island begrüßen zu können. »Da können wir von einer sehr guten Stimmung ausgehen«, sagt er augenzwinkernd. (Michael Nickolaus)

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