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Endspiel: Entscheidung fällt in der 119. Minute

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Von: Michael Nickolaus

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Die Mannschaft von Türk Gücü Friedberg feiert mit ihren Fans den Kreispokal-Gewinn. Anheizer in der Mitte ist Semun Biber. ALLE © NICI MERZ

Ein Elfmeterschießen um den Fußball-Kreispokal lag in der Luft. In der 119. Minute fiel am Donnerstag dann aber doch der Siegtreffer vor 600 Zuschauern in Rodheim.

(mn). Am Ende war’s dann wie eigentlich immer in der jüngeren Vergangenheit. Türk Gücü Friedberg jubelt, tanzt und singt. Der Hessenligist hat seinen Titel als Pokalsieger im Fußballkreis Friedberg am Donnerstag verteidigt und sich für den Wettbewerb auf Landesebene qualifiziert. Vor 600 Zuschauern in Rodheim setzte sich der Favorit gegen den Gruppenligisten FC Karben mit 2:1 (1:1/1:0) nach Verlängerung durch.

Die Entscheidung fiel in der 119. Minute: Eine zu kurz verteidigte Ecke brachte Aret Demir zurück an den Fünfmeterraum, wo Alit Usic den Fuß hinhielt und zum Sieg traf. Während der regulären Spielzeit hatte FCK-Kapitän Axel Furkert mit einem 25-Meter-Sonntagsschuss den Führungstreffer der Kreisstädter durch Peter Jost (10.) ausgeglichen. Türk Gücü blieb damit auch im elften Spiel unter Enis Dzihic ungeschlagen.

Von einer »Einstelllungsfrage«, sprach der TGF-Coach hinterher. Nur zwei Mal hatte seine Mannschaft nach dem Hessenliga-Saisonende vor gut drei Wochen trainiert. Mit dem afghanischen Nationalspieler Masih Saighani (bei der Asien-Cup-Qualifikation) und Torjäger Noah Michel (eigener Junggesellenabschied) hatten zwei Unterschiedsspieler gefehlt. Zudem musste Regisseur Patrick Schorr nach einer guten halben Stunde verletzungsbedingt ersetzt werden.

In einer lange Zeit zähen und unter der Hitze leidenden Begegnung führte Friedberg zu diesem Zeitpunkt mit 1:0. Einen Schuss von Murad Mahmudov hatte FCK-Keeper Leonard Bewig pariert, kam zum Nachschuss von Jost aber nicht schnell genug zurück auf seine Position. Für Türk Gücü war’s die erste Torannäherung überhaupt (13.). Zuvor hatte auf der anderen Seite Tim Brunotte Martinez, der ein Laufduell gegen Julian Dudda gewann, die Führung auf dem Fuß, scheiterte aber an Robert Cue. Der Torwart-Trainer des Fünfligisten musste mangels Alternative diesmal selbst zwischen die Pfosten.

Mit der Führung im Rücken kontrollierte Friedberg gegen den mutig mit drei Spitzen agierenden FC Karben Ball und Spiel. Demyan Imek hatte gleich zweimal die Gelegenheit, den Vorsprung auszubauen. Beim ersten Mal schoss er Bewig in die Arme, beim zweiten Mal traf er nach einem Jost-Freistoß nur das Aluminium. Vom Karben war im ersten Durchgang nichts mehr zu sehen.

Das änderte sich nach dem Wechsel. Der zwei Klassen tiefer spielende Außenseiter zeigte Willen und Leidenschaft, während sich Türk Gücü auf das Nötigste beschränkte und nach vorne nichts mehr tat. 20 Meter vor dem TGF-Tor lief sich die junge FCK-Mannschaft aber zunehmend fest, brachte den finalen Pass nicht zum Mitspieler. Nachdem Brunotte Martinez per Kopf keinen Druck hinter den Ball gebracht hatte und Cue gegen Tom Meyer und Brunotte Martienz mit gleich drei Reaktionen binnen weniger Sekunden den Ausgleich noch verhindern konnte, war Furkert aus der Distanz erfolgreich und ließ den Karbener Anhang, der deutlich in der Überzahl war, jubeln. Der FCK hatte spätestens ab der 80. Minute mehr vom Spiel, wirkte frischer, bissiger, kassierte dann aber in der 119. Minuten den Knockout.

»Das ist schon brutal ärgerlich und frustierend. Aber ich bin sehr stolz über die Art und Weise, wie sich die Mannschaft hier verkauft hat«, sagt der FCK-Vorsitzende Frank Lindner.

FC Karben: Bewing, Stobbe, Will, Schäfer, Taitschinov, Kurtz, Furkert, Meyer, Müller, Brunotte Martinez, Hannig. Melzer, Glaßl, Alter.

Türk Gücü Friedberg: Cue, Demir, Biber, Eren, Jost, Yikilmaz, Usic, Mahmudov, Dudda, Schorr, Häuser, Imek, Sangl.

Im Stenogramm / Tore: 0:1 (11.) Jost, 1:1 (78.) Furkert, 1:2 (119.) Usic. - Schiedsrichter: Christian Stübing. - Zuschauer 600.

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Die Entscheidung: Alit Usic trifft mit dem langen Bein zum 2:1 für Türk Gücü. © Nici Merz

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