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Hugo Boisvert: Eine außergewöhnlich emotionale Rückkehr

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Hugo Boisvert, Assistenz-Trainer beim EC Bad Nauheim, lebt mit seiner Familie in Kassel, wo er einst als Spieler mit den Huskies Erfolge feiern konnte. © Andreas Chuc

Hugo Boisvert ist Assistenz-Trainer beim EC Bad Nauheim. Bei den Kassel Huskies hatte er einst Erfolge gefeiert, seine Familie ist dort zu Hause, sein Sohn spielt bei den Schlittenhunden. Eine außergewöhnliche Rückkehr.

Vor einer Woche war Hugo Boisvert mal wieder zu Besuch in der Kasseler Eissporthalle. Der frühere Huskies-Kapitän der Aufstiegsmannschaft 2008 und Co-Trainer im DEL 2-Meisterjahr 2016 war aber nicht gekommen, um nur ein paar nette Gespräche zu führen und bekannte Gesichter zu treffen. Scouting stand beim Spiel zwischen den Kassel Huskies und den Dresdner Eislöwen auf dem Programm des 46-Jährigen. Schließlich trifft er am Mittwoch als Co-Trainer des EC Bad Nauheim mal wieder als Gegner auf sein altes Teams.

»In der Halle habe ich einige Bekannte und Fans gesehen, da wurden im Vorlauf auf die Playoffs auch ein paar Witze gemacht«, erzählt Boisvert. Nach dem Hauptrundenende seiner Roten Teufel war er vier Tage zuhause in Kassel, dort wo seine Familie lebt, ehe es wieder in die Wetterau ging. Die Vorbereitung auf die Playoffs läuft jetzt auf Hochtouren. »In der Eissporthalle haben einige aus Scherz gesagt, ich solle mit geschlossenen Augen und doch nicht so genau hingucken«, erzählt Boisvert lachend. »Sie nehmen mir mein Engagement in Bad Nauheim aber nicht übel, sie verstehen, das ist das Geschäft. Für mich war das ein professioneller Besuch.«

Seit Juni 2021 ist der Deutsch-Kanadier der zweite Mann hinter der Bande bei Bad Nauheim. Cheftrainer Harry Lange hatte seinen früheren Mitspieler aus Dresdner Zeiten dazugeholt. Gemeinsam hatten sie auch die Trainer-A-Lizenz gemacht. Nun wollen sie Historisches schaffen: Bad Nauheim hat in der DEL 2 noch nie eine Playoff-Runde überstanden.

Muss der playoff- und titelerfahrene Boisvert nun also seinem Team beibringen, wie das geht? »Nein, wir haben viel Erfahrung in der Mannschaft. Sie muss einfach nach der super Saison weiter hungrig sein. Aber natürlich erzählen wir auch ein paar Geschichten von der Vergangenheit«, sagt Boisvert.

Er macht aber auch keinen Hehl daraus, dass es für ihn eine besondere Erfahrung, eine Herzensangelegenheit wird. Zwischen 2006 und 2010 stand er für die Huskies auf dem Eis, zwischen 2015 und 2018 war er in Kassel Co-Trainer von Rico Rossi. Seit 2020 wohnt die Familie, zu der neben Hugo auch Ehefrau Kim, Tochter Adea und Sohn Zavier gehören, wieder in der Fuldastadt.

Beim 15-jährigen Zavier regiert die gleiche Leidenschaft wie beim Papa, er spielt für die Eishockey-Jugend Kassel. »Es ist immer noch komisch, auf der anderen Seite zu stehen«, sagt Boisvert. Ob er froh sei, gegen Kassel zu spielen oder sich einen anderen Gegner gewünscht hätte? »Man muss aufpassen, was man sich wünscht. 2016 haben wir gegen die drei schwierigsten Gegner gespielt, gegen die wir in der Saison schlecht aussahen. Und dann sind wir Meister geworden«, erinnert er sich.

Die Vorfreude auf das Viertelfinale ist bei dem 46-Jährigen inzwischen groß. »Die Fans sind da, es ist ein Hessenderby. Da muss man die Emotionen benutzen, aber darf den Kopf nicht verlieren. Die Huskies sind eine riesige Herausforderung«, sagt er.

Wem die Familie, die bei den Spielen dabei sein möchte, die Daumen drückt, weiß Boisvert übrigens nicht. »Ich habe mich nicht getraut, sie zu fragen«, sagt er lachend.

BJÖRN FRIEDRICHS

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