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Fabian Schusterschitz und sein Türkischer SV Bad Nauheim dürften zumindest wetterbedingt am Sonntag zum Einsatz kommen. In Rödgen steht ein Kunstrasen zur Verfügung. CHUC

(Fast) alle sehnen Pause herbei

  • VonLeon Alisch
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(lab). Der letzte Akt vor Weihnachten. Vier Wetterauer Teams geben sich am Wochenende in der der Fußball-Gruppenliga Frankfurt-West die Ehre, im kalten deutschen Winter um Punkte zu kämpfen. Und die Stimmungen sind unterschiedlich. In Dortelweil hätte man tierisch »Bock«, einfach weiter zu kicken, in Beienheim braucht man die Pause, und in Steinfurth wurde diese quasi vorverlegt.

Das Spiel gegen den FC Karben am Sonntag wurde bereits abgesagt. Der Platz in Steinfurth ist laut Kommune unbespielbar. Eine kurzfristige Verlegung sei aufgrund rechtlicher Vorgaben (u. a. Hygienekonzepte) zu umständlich, hieß es in einer Mitteilung des Klassenleiters.

Da fällt der Fokus auf andere Spiele: Unter anderem misst sich der SKV Beienheim mit dem FC Olympia Fauerbach und möchte erfolgreich das Fußballjahr beenden. Auch in Dortelweil stehen die Chancen auf die volle Ausbeute vor dem Spiel bei Vatanspor Bad Homburg gut, während der Türkische SV Bad Nauheim gegen Westend Frankfurt seinen letzten Auftritt vollzieht.

Vatanspor Bad Homburg - SC Dortelweil (Sonntag, 14 Uhr): Während der eine die Winterpause herbeisehnt, würde der andere gerne weitermachen. In Dortelweil zeigt man seit Wochen keine Anzeichen von Schwäche und setzt sich zusammen mit den Sportfreunden Friedrichsdorf von der Konkurrenz ab. »Wir sind in Topform, vielleicht sogar in der besten Form der Saison, haben eine volle Kapelle. Da betrachten wir die Pause mit einem lachenden und einem weinenden Auge«, sagt Trainer Frank Ziegler. Bedenken, dass die Stimmung über die Winterpause abflachen könnte, hat der Coach nicht: »Die Jungs sind da sehr kreativ und ein eingeschworener Haufen. Wir treffen uns am Donnerstag der kommenden Woche noch mal abschließend, werden nach dem Spiel am Sonntag aber nicht mehr trainieren.«

Und so wird die Partie in Bad Homburg zum sportlichen »Finale des Jahres« - am besten mit drei Punkten. Nach dem 11:0-Triumph im Hinrundenspiel gegen Vatanspor sind die Rollen überaus klar verteilt. Dennoch warnt Ziegler davor, die junge Heimelf mitsamt ihrem kniffligen »Hockey-Kunstrasen« nicht zu unterschätzen. Nach 16 Siegen in 19 Spielen besteht diesbezüglich bei der Dortelweiler Truppe allerdings kein Grund zur Sorge.

Tietz will über den Zwei-Punkte-Schnitt

SKV Beienheim - FCO Fauerbach (Sonntag, 14 Uhr): Ein tolles Derby zum Abschluss des Gruppenliga-Jahres im Dezember. Während die Kälte und die Weihnachtszeit bereits Einzug gehalten haben, wird in Beienheim noch darum gekämpft, wer mit dem besseren Gefühl die Fußballschuhe in die Ecke stellen kann. 19 Spiele haben beide Mannschaften hinter sich - was nicht spurlos an den Teams vorbei gegangen ist. Man merkt die Belastung. Und ist auch ein bisschen froh, jetzt endlich Pause zu haben. »Das war teilweise grenzwertig, wie viele Spiele wir in der Hinrunde hatten«, sagt SKV-Trainer Matthias Tietz. Wochenspieltag hier, Nachholspiel da, Pokal - der Fußball war omnipräsent. Und jetzt steigen die Corona-Inzidenzen in die Höhe, und eine weitere Frage kommt zwangsläufig auf: Sollte man überhaupt noch spielen? Daran scheiden sich die Geister.

Sportlich gesehen verlief die Saison für die Kontrahenten am Sonntag sehr verschieden - was abzusehen war. Beienheim steht vor dem 21. Spieltag auf Rang vier und wird dort auch bleiben. »Trotzdem wollen wir am Sonntag natürlich drei Punkte, dann wären wir mit 41 Zählern über dem Zwei-Punkte-Schnitt«, sagt Tietz. Fauerbach tut dagegen gut daran, mit Punkten gegen den SKV den Anschluss an Rang 13 zu halten. Doch es wird schwer für die Olympianer - erst recht im kalten Winter auf dem holprigen Beienheimer Rasen.

Türk. SV Bad Nauheim - SG Westend Frankfurt (Sonntag, 14 Uhr): Knifflige Monate gehen für den Türkischen SV Bad Nauheim am Sonntag erstmal zu Ende. Die Saison hatte gut begonnen, man war auf dem Sprung zu den Spitzenmannschaften, verlor nach dem Abgang von Trainer Tufan Tosunoglu allerdings vollends den Faden. Als Zehnter steht man nun nicht - wie angedacht - unter den Spitzenteams, sondern kämpft im Mittelfeld um die Plätze. Im Winter möchte man nun die Trainerfrage langfristig klären. Gegner Westend hatte es da zuletzt noch einen Tick schwerer, hat als Rang-17. den Anschluss an die Nichtabstiegsränge verloren. Immer wieder sendeten die Frankfurter allerdings Lebenszeichen - mit Remis wie gegen Karben und knappen Niederlagen gegen Topteams.

Auf dem Kunstrasen in Rödgen ist vor dem Anpfiff am Sonntag also noch gar nichts entschieden. Gleichermaßen wären drei Punkte für beide Mannschaften in ihren aktuellen Lagen überaus wichtig. Denn gerade die Bad Nauheimer sind mit ihren Ergebnissen in den vergangenen Wochen regelrecht Achterbahn gefahren.

Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

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