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FC Kaichen: Das ganze Dorf steht hinter dem Team

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Von: Sascha Kungl

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Schon Anfang Mai feiern Spieler, Trainer und Fans des FC Kaichen den Aufstieg. Die A-Liga-Meisterschaft steht dann einige Wochen später fest. © Jürgen Keßler

Fast spielerisch hat der FC Kaichen die A-Liga Friedberg dominiert. Individuelle Klasse mischte sich mit mannschaftlicher Geschlossenheit. In der KOL muss der FCK nun seinen Top-Torjäger ersetzen.

28 Siege, ein Unentschieden und nur eine Niederlage - die Bilanz der Saison 2021/22 in der Fußball-Kreisliga A Friedberg ist aus Sicht des FC Kaichen beinahe makellos. Als souveräner Meister hat die Elf von Spielertrainer Marcel Kopp in der kommenden Spielzeit in der Kreisoberliga Friedberg ihre neue sportliche Heimat.

»Die Man nschaft war vom ersten Anpfiff der Saison an voll fokussiert und bereit, ihre Ziele zu erreichen. Jeder einzelne Spieler wusste, worum es geht und dass wir am Saisonende ganz oben stehen wollen«, blickt Kopp auf eine rundum erfolgreiche Spielzeit zurück, die für seine Elf mit einem 5:2-Auswärtssieg beim Mitaufstiegsfavoriten FSV Kloppenheim begann. »Der Erfolg gegen den Aufstiegsaspiranten aus Kloppenheim hat uns schon früh das nötige Selbstvertrauen für den weiteren Saisonverlauf gegeben«, erinnert sich der Kaichener Spielertrainer an den fulminanten Saisonstart seiner Elf am Kloppenheimer Hang, der für ihn neben dem 4:0-Heimerfolg im Rückspiel gegen Vizemeister Wohnbach/Berstadt und dem denkbar knappen Achtelfinal-Aus gegen den Gruppenligisten SKV Beienheim im Kreispokal zu den absoluten Höhepunkten der vergangenen Spielzeit zählt.

»Für uns war es sehr wichtig, gut aus den Startlöchern zu kommen. Selbst zu Beginn der Rückrunde, als wir spielerisch nicht überzeugt haben, konnten wir stets die Punkte einfahren.« Nur ein einziges Mal, am 25. Spieltag beim 1:3 vor eigenem Publikum gegen den SV Germania Ockstadt, gingen die Niddataler gänzlich ohne Zählbares vom Platz. Den Aufstieg hatte man zu diesem Zeitpunkt längst in der Tasche. »Zugegebenermaßen war die Niederlage durchaus abzusehen. Die Eintracht hatte einen Tag zuvor die Europa League gewonnen, was einige unserer Spieler gebührend gefeiert haben. An diesem Tag war unser Leistungsvermögen sicherlich nicht bei 100 Prozent«, räumt Kopp mit einem Augenzwinkern ein. Den zweiten Fleck auf der ansonsten blütenweißen Weste hinterließ die Punkteteilung beim 2:2-Unentschieden im Hinrundenspiel gegen den späteren Vizemeister und Mitaufsteiger SG Wohnbach/Berstadt.

»Unsere individuelle spielerische Klasse war sicherlich einer der Hauptfaktoren für die überragende Saison«, erklärt Kopp, der den Kader gemeinsam mit dem Sportlichen Leiter Boris Vetter vor der Saison zusammengestellt hatte. Als beste Hin- und Rückrundenmannschaft stellten die Kaichener mit nur 27 Gegentreffern die stabilste Defensive der Liga und mit 151 Toren den treffsichersten Angriff aller 16 A-Ligisten. Mit Marco Weber hatten die Niddataler zudem den erfolgreichsten Torschützen der abgelaufenen Spielzeit in ihren Reihen, der mit 41 Treffer einen großen Anteil am Aufstieg seines Teams hatte. Platz zwei der Torjägerliste belegt mit Nico Schmidt ebenfalls ein Angreifer des A-Liga-Meisters mit 28 Treffern, auf Rang fünf liegt Spielertrainer Kopp selbst mit 22 Saisontoren.

Neben den drei Toptorjägern trugen auch die beiden Torhüter Louis Korn und Jakob Weber sowie Mittelfeldregisseur Sascha Hartmann, Mannschaftskapitän Tim Kraft und Abwehrchef Timon Wolf, die dem Mannschaftsgefüge mit ihrer spielerischen Qualität die nötige Sicherheit gaben, einen großen Teil zum Erfolg bei. »Der Aufstieg war unser erklärtes Saisonziel. Innerhalb des Vereins war allen bewusst, dass wir mit diesem Kader ganz oben mitspielen müssen. Wir sind froh, dass wir weitgehend verletzungsfrei durch die Saison gekommen sind und unserer Favoritenrolle gerecht werden konnten. Mit einer solchen Dominanz hat im Vorfeld aber sicherlich niemand gerechnet«, räumt Kopp ein. »Über die gesamte Saison und vor allem nach der knappen Pokalniederlage gegen Beienheim, als wir nach dem Abpfiff minutenlang von unseren Fans gefeiert wurden, hat man gemerkt, dass das ganze Dorf hinter dieser Mannschaft steht«, erklärt Kopp. »Die Dominanz der Mannschaft über die gesamte Saison und die Entwicklung unserer jungen Wilden waren beeindruckend. Es macht extrem viel Spaß, mit der Mannschaft und dem Trainerteam zu arbeiten. Die Aufstiegsfeier und die Meisterparty werden für immer einen prägenden Eindruck hinterlassen«, ergänzt Vetter.

Im Hinblick auf die kommende Spielzeit im Oberhaus des Friedberger Fußballkreises bleibt abzuwarten, wie der Aufsteiger den Abgang seines besten Torschützen kompensieren kann. Weber wechselt zurück in den Hochtaunuskreis zu seinem Heimatverein SG Westerfeld. »Trotz des Abgangs unseres erfolgreichsten Stürmers rechnen wir uns gute Chancen aus, auch in der nächsten Saison eine Etage höher bestehen zu können, wenngleich uns bewusst ist, dass in der Kreisoberliga eine ganz andere Handlungsschnelligkeit von uns verlangt werden wird. Wir wollen so früh wie möglich den Klassenerhalt erreichen, um unser Saisonziel dann auf das Erreichen eines einstelligen Tabellenplatzes zu korrigieren«, hofft der Coach des Aufsteigers, der mit Kevin Kurtz vom Kreisoberliga-Meister TSG Ober-Wöllstadt, Tobias Heck aus der Jugend des SV Assenheim sowie David Wölfl von den Sportfreunden Oberau drei Neuzugänge für die kommende Saison bereits fix hat.

»Gegenüber weiteren Transfers sind wir offen, allerdings haben wir vollstes Vertrauen in unseren Kader und trauen den Jungs zu, dass sie sich auch eine Liga höher behaupten werden«, erklärt Kopp.

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