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Filip Cirpaci (rechts) und der FV Bad Vilbel haben sich in der Fußball-Hessenliga nach schwachem Start positiv entwickelt.

Fussball-Hessenliga

FV Bad Vilbel: Der Glaube ist zurück

  • VonPedro Acebes Gonzalez
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Der FV Bad Vilbel hat einen langen Anlauf in die Fußball-Hessenliga-Saison 2021/22 genommen. Jetzt zeigt sich aber eine positive Entwicklung. Der Glaube an den Klassenerhalt ist zurück.

(ace). Mit einem stark veränderten und verjüngten Kader war der FV Bad Vilbel im Sommer in seine vierte Saison in Folge in der Fußball-Hessenliga gestartet. Die Mannschaft von Trainer Amir Mustafic brauchte in der erstmals zweigeteilten Hauptrunde der Spielklasse (Gruppe B) etwas Anlaufzeit, zeigte dann aber immer deutlicher ihr wahres Potenzial und geht trotz des vorletzten Platzes in der Abschlusstabelle der Elfer-Staffel mit guten Chancen in die ab März geplante Abstiegsrunde.

So lief die Runde: Am Niddasportfeld konnte angesichts der umfangreichen Personaländerungen nur der Klassenerhalt als Ziel propagiert werden. Nach Startschwierigkeiten, die auch mit coronabedingten Ausfällen von eingeplanten Spielern zu tun hatten, kamen die Grün-Weißen ab Mitte Oktober immer besser in Tritt. Waren es in den ersten zehn Partien lediglich vier Punkte, die gewonnen wurden, so ergatterten die Brunnenstädter in den letzten zehn Begegnungen satte 16 Zähler. Eine Entwicklung, die angesichts des großen Umbruchs im Team vorauszusehen war.

»Es hat sich herauskristallisiert, dass wir mit den vielen jungen Spielern eine Zeit länger brauchen würden, um die Dinge ins Laufen zu bringen. Dennoch bin ich mit einem guten Gefühl in die Saison gegangen, weil die Spieler talentiert sind, und ich wusste, dass sie sich entwickeln können«, verdeutlicht FV-Trainer Amir Mustafic, der die ersten beiden Partien aufgrund einer Corona-Erkrankung verpasste.

Zwar waren mit dem 2:2 gegen Waldgirmes und dem 3:1 über Dietkirchen relativ schnell vier Zähler auf der Habenseite, doch dann sorgte eine Negativserie mit vielen individuellen Abwehrfehlern für frustrierende Niederlagen. »In so einer Phase ist es doch klar, dass die Jungs anfangen, an sich zu zweifeln. Dazu haben uns zu Beginn immer mal wieder wichtige Leute gefehlt. Insgesamt ist es da nicht unbedingt optimal gelaufen«, sagt Mustafic.

Nach dem Tiefpunkt, dem 0:5 beim FC Eddersheim, regte der erfahrene Coach eine Sitzung an, um die Missstände zu beseitigen: »Die Jungs befanden sich in einem Lernprozess. Ich trage als Trainer eine größere Verantwortung als die Spieler. Somit war die kleine Aussprache als meine Initiative zu verstehen.« Mit Erfolg, denn nach dem 0:0 gegen den SV Zeilsheim lief es plötzlich besser. Gute Auswärtsspiele wie das 0:0 bei Türk Gücü Friedberg, der 3:2-Erfolg bei Viktoria Griesheim und das 2:1 im Rückspiel in Zeilsheim waren fortan Standard.

»Wir haben da einen Schritt nach vorne gemacht, bedingt aber auch durch Umstellungen im System und Positionswechseln«, so Mustafics Einschätzung. Letztlich reichte es in der ausgeglicheneren Gruppe im Südwesten zwar nur für Rang zehn, aber 20 Punkte waren nach der Hälfte des Pensums nicht absehbar gewesen.

Das lief gut: »Die Jungs haben Charakter gezeigt und die Vorgaben immer besser umgesetzt«, betont der Vilbeler Coach. Mit den Rückkehrern Adnan Alik (RW Walldorf) und Domagoj Filipovic (Hessen Dreieich) kamen Ende August zwei noch relativ junge, aber mit einer gewissen Erfahrung ausgestattete Fußballer hinzu. Zusammen mit Kapitän Thorben Knauer, Dominik Emmel und phasenweise Torhüter Robin Orband übernahmen sie Führungsrollen in Mustafics »Kindergarten«. Zudem erwiesen sich die drei Japaner Takahiro Okuno, Taiyo Ushiyama und Kaito Shimoda als Glücksgriffe.

Das lief schlecht: Die Torausbeute ist mit 19 Treffern in 20 Spielen ausbaufähig. Stürmer Ayoub Lahchaychi markierte als teaminterner bester Torschütze lediglich vier »Buden«. »Der eine oder andere ist sicher für mehr Tore gut«, erklärt Mustafic und meint zahlreiche ausgelassene Torchancen. Aber vor allem waren die vielen vermeidbaren Gegentore nach Standardsituationen dem Coach ein Dorn im Auge, als oft inkonsequent und hanebüchen verteidigt wurde. Stürmer Rayan Bouembe, im Vorjahr noch als neues Sternchen am Himmel gefeiert, manövrierte sich unterdessen selbst ins Abseits. Nachdem er wochenlang einfach nicht zum Training erschien, strich der Klub ihn komplett aus seinen Planungen.

Der Ausblick: Durch den vielfach kritisierten Modus, wonach nur die Punkte gegen Teams mitgenommen werden, die sich ebenfalls in der Abstiegsrunde tummeln, hat sich die Lage der Vilbeler sogar verbessert. 15 der 20 Zähler nehmen die Mustafic-Schützlinge mit, stehen in der neu errechneten Tabelle auf Rang vier. »Der Modus ist gerecht, denn direkt erzielte Punkte gegen Abstiegskonkurrenten beweisen, dass man besser ist«, kann Mustafic im Gegensatz zu anderen Kollegen dem neuen Spielsystem etwas abgewinnen. Von zwölf Vereinen könnten sechs in die Verbandsliga absteigen, Bad Vilbel will nicht dazugehören. »Der Glaube ist zurück, wir haben uns taktisch weiterentwickelt«, bekräftigt Mustafic.

Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

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