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Geänderter Modus für G-, F- und E-Junioren

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Von: red Redaktion

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Das neue Spielmodell sieht für die betreffenden Altersklassen unter anderem kleinere Teamgrößen vor. Es fehlt nur noch die Absegnung durch den DFB-Bundestag. SYMBOLFOTO: NIC © Nicole Merz

Der Deutsche Fußball-Bund beschäftigt sich mit neuen Spielformen im Kinderfußball. Diese sollen ab 2024 verbindlich sein.

Der DFB-Bundesjugendtag hat sich einstimmig für die verbindliche Umsetzung der neuen Spielformen im Kinderfußball ausgesprochen. Die Regelung soll mit Beginn der Saison 2024/2025 bundesweit in Kraft treten. Ab diesem Zeitpunkt sollen die veränderten Spielformen, die im Kern kleinere Mannschaftsgrößen auf kleineren Spielfeldern vorsehen, die bisherigen Wettbewerbsangebote in der G-, F- und E-Jugend als feste Formate ablösen. Den offiziellen Beschluss dazu fasst der DFB-Bundestag 2022 am 11. März.

Der DFB-Bundesjugendtag ist mit seiner Empfehlung dem Jugendausschuss und Ausschuss für Frauen- und Mädchenfußball gefolgt. Vorausgegangen war eine zweijährige Pilotphase, an der sich alle 21 Landesverbände mit zahlreichen Fußballkreisen und Vereinen beteiligt haben. Das flächendeckende Ausrollen der Spielformen soll nun etappenweise erfolgen, ehe die neuen Regelungen ab Sommer 2024 in ganz Deutschland greifen.

In der G-Jugend wird dann verbindlich im Zwei-gegen-Zwei oder Drei-gegen-Drei auf vier Minitore gespielt. In der F-Jugend wird ebenfalls das Drei-gegen-Drei empfohlen, alternativ ist auch ein Vier-gegen-Vier oder Fünf-gegen-Fünf möglich. In der E-Jugend wird fest zum Fünf-gegen-Fünf bis maximal Sieben-gegen-Sieben übergegangen, in dieser Altersklasse erfolgt auch der stufenweise Übergang zum Einsatz von Kleinfeldtoren und Torhüter*innen. Um den Leistungsdruck zu minimieren und die sportliche Entwicklung der Kinder stärker in den Vordergrund zu rücken, wird in der G- und F-Jugend keine Meisterrunde ausgetragen. Stattdessen sind Spielenachmittage mit mehreren Mannschaften und Spielfeldern vorgesehen.

Einsatzzeiten für alle Kinder

Integriert in die Spielformen ist ein Rotationsprinzip mit festen Wechseln, um allen Kindern Einsatzzeiten zu ermöglichen. Wichtigstes Ziel der Reform in den betroffenen Altersklassen ist es, mit einer kindgerechten Art des Fußballs den Spaß am Spiel zu fördern. Den Spieler*innen werden mehr Aktionen und Erfolgserlebnisse ermöglicht.

Ronny Zimmermann, DFB-Vizepräsident für Kinder- und Jugendfußball, sagt: »Die neuen Spielformen sollen allen auf dem Platz so häufig wie möglich die Chance geben, den Ball am Fuß zu haben. Sie sollen aktiv am Spiel teilnehmen und viele Tore schießen. Deshalb wird auf kleinere Teams, viel Abwechslung und zum Teil vier Tore gesetzt. Diese Maßnahmen sollen die individuelle sportliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen auf spielerischem Weg fördern, ihre Begeisterung für den Fußball verstärken und sie so als langfristige Mitglieder an die Fußballfamilie binden. Wir müssen wie Kinder denken, nicht wie Erwachsene.«

Die veränderten Spielformen fördern die Selbstständigkeit der Spieler*innen und minimieren das Coachen durch die Trainer*innen und die Einflussnahme der Eltern auf das Nötigste. Die Kinder lernen, verstärkt, eigene Lösungen zu finden. Der neue Modus bringt mit sich, dass mehr Spiele verloren und gewonnen werden, so dass Kinder den Umgang mit Siegen und Niederlagen noch besser erlernen.

Eine aktuelle Umfrage im Amateurfußball-Barometer hat die Wichtigkeit der Ziele, die die Reform des Kinderfußballs verfolgt, noch mal unterstrichen. Den Wunsch, dass Kinder möglichst viel Spaß am Spiel haben sollen, teilen nahezu alle der rund 5200 befragten Personen. Mehr als 99 Prozent halten dies für wichtig oder sehr wichtig. Ähnlich stark gewichtet werden die Vorhaben, dass Kinder Fairplay erleben (95 Prozent), möglichst viele Ballaktionen haben (93 Prozent) und altersgerecht Fußball spielen (90 Prozent). Dass der Nachwuchs durch Zwischenrufe der Eltern weniger gestört werden soll, bezeichnen 89 Prozent als wichtig oder sehr wichtig.

Achtsamer auch im Kopfballspiel

Die neuen Wettbewerbsformen sorgen darüber hinaus dafür, dass Kopfbälle nahezu ausgeschlossen werden. Denn: Die Spielfeldgröße ist deutlich kleiner, Einwurf und Abstoß werden durch das Eindribbeln ersetzt, ein Abschlag durch den Torwart findet kaum statt. Somit gehen der DFB und seine Landesverbände altersgerecht mit dem Kopfballspiel im jungen Alter um, ohne Verbote oder Reglementierungen vorgeben zu müssen, wie es andere Nationverbände praktizieren.

Prof. Claus Reinsberger, Lehrstuhlinhaber für Sportmedizin an der Universität Paderborn, der in der Medizinischen Kommission des DFB das Thema »Kopfverletzungen beim Fußball« betreut, erklärt: »Wir wollen im Nachwuchsbereich achtsamer mit den Auswirkungen des Kopfballspiels umgehen. Neuere Befunde geben hierzu Anlass. Wir setzen gezielt auf nachhaltige Wirkung statt auf kurzfristige Verbote. Dass die Kleinfeld-Spielformen die Zahl der Kopfbälle für Kinder deutlich reduzieren, begrüßen wir aus medizinischer Sicht ausdrücklich.«

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