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Gießen enttäuscht im Derby mit Frankfurt

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Hängende Köpfe bei John Bryant (l.) und Nuni Omot nach der Hessenderby-Niederlage im Basketball-Bundesliga-Kellerduell gegen die Frankfurt Skyliners. © Red

(gae). Die Gießen 46ers verlieren das Hessenderby gegen die Frankfurt Skyliners nach einer enttäuschenden Vorstellung mit 79:90 und bleiben in der Basketball-Bundesliga im Tabellenkeller. Die Starts in die Viertel eins und drei verlaufen unterirdisch.

Für die stark abstiegsbedrohten Gießen 46ers ein gebrauchter Jahresauftakt. Im brisanten Nachbarschaftsduell mit den Frankfurt Skyliners lief für die Mannschaft von Trainer Pete Strobl nur wenig zusammen. Sie führte nicht einmal während der gesamten Partie, hechelte von Beginn an einem Rückstand hinterher, lag teilweise mit 20 Punkten hinten und bleibt somit auf dem vorletzten Tabellenrang - einem direkten Abstiegsplatz - hängen.

Der erhoffte Befreiungsschlag blieb für die 46ers aus - die Serie von Niederlagen in Folge baute sich auf sieben aus. Das Positive war, dass das Team Moral bewies und nie aufgab. Mit dem Mut der Verzweiflung kämpfte es sich in der Crunch-Time bis auf sechs Punkte heran.

Doch dann übernahm zum wiederholten Male der nicht zu stoppende Will Cherry. Der Frankfurter Aufbauspieler avancierte mit 25 Punkten zum Topscorer und legte mit 29 den mit Abstand höchsten Effektivitätswert aller Spieler auf.

»Die ersten Minuten waren für Frankfurt definitiv wichtig, wie sie das Spiel angefangen haben und wir nicht. Wir sind nicht gut in die Partie gestartet und haben 14 Freiwürfe liegen lassen. Wir müssen einen Weg finden, dass alle Spieler ohne Ausnahme von Minute eins an bis zum Schluss hoch fokussiert bleiben«, konstatierte 46ers-Trainer Strobl.

Die zugelassenen 170 Zuschauer in der Osthalle trauten ihren Augen nicht, was sie phasenweise für ein Gezocke zu sehen bekamen. Meist verstrickten sich die 46ers in Einzelaktionen, ein Teamspiel war nicht zu erkennen - den Protagonisten unterliefen haarsträubende Fehler.

Bereits nach knapp drei Minuten musste der Übungsleiter einschreiten: Die Frankfurter führten durch den überragenden Brancou Badio mit 12:3 - davon gingen allein zehn Zähler auf das Konto des jungen Guards. Bis zu diesem Zeitpunkt produzierten die Gießener schon vier Ballverluste.

Ein negativer Höhepunkt waren die letzten Sekunden vor dem Viertelende, als ausgerechnet der kurz zuvor eingewechselte und nicht als Dreierspezialist geltende Kilian Binapfel den Ball zum Wurf erhielt - ein alles andere als Selbstbewusstsein aufbauender Airball kam dabei heraus. Viertel Nummer eins des prestigeträchtigen Matches war aus Sicht der Gießener nur mit einem »grausam« zu beschreiben.

Die Frankfurter schienen selbst ein bisschen verwundert darüber zu sein, dass sie 25 Punkte in zehn Minuten markieren können - sie erzielen im Schnitt pro Spiel nur 74,26 Zähler und sind damit die schlechteste Offensivmannschaft der BBL.

Viel änderte sich im zweiten Quarter nicht. Die Gießener versuchten ihr Glück überwiegend im Eins-gegen-Eins. Erst als Bjarne Kraushaar auf der Position des Spielmachers agierte, kam mehr Struktur ins Spiel der Lahnstädter. Nachdem er mit seinem Dreier einen Zwischenspurt eingeleitet hatte, bediente er Sekunden vor dem Ende des Durchgangs Gießens besten Spieler, Nuni Omot, mustergültig, der völlig freistehend unter dem Korb auf 36:44 verkürzte. »Wir hätten mit einer höheren Führung in die Halbzeit gehen müssen«, konstatierte Frankfurts Sportdirektor Marco Völler, der bekanntlich auch für die 46ers in der BBL gespielt hatte.

Nur acht Punkte Rückstand - das machte den 46ers-Anhängern Mut. Doch ihre »Lieblinge« fielen in ihren Trott des ersten Viertels zurück. Nach einer vierminütigen Korb-Flaute erlöste Center John Bryant die Fans. Die weiterhin fokussierten Frankfurter hingegen stellten zwischenzeitlich auf 59:39.

Im finalen Durchgang pirschten sich die Gießener heran. Erst der Hoffnungsdreier von Florian Koch, dann Freiwurfpunkte von Kraushaar und JD Miller - 60:67 (33.). Die Skyliners antworteten in Person von Cherry, der Verantwortung übernahm und scorte.

Es folgte ein letztes Aufbäumen der 46ers, als Omot hinten blockte, nach vorne dribbelte und per Dreipunktspiel vollendete und Miller anschließend zum 71:77 (bei 90 Sekunden Restspielzeit ) traf. Frankfurt wackelte zwar - aber nur ein bisschen, denn Cherry nahm das Spiel wieder in die Hand.

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