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Gold, Bestzeit und DLV-Spitze

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Von: Tanja Weber

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Die M50-Staffel der LG ovag Friedberg-Fauerbach mit Rainer Ringel, Bernd Lachmann, Lars Kolbe und Oliver Kurtz (v. l.) sprintet 49,46 Sekunden über 4x100 Meter. © Tanja Weber

Die Wetterauer Staffeln trumpften kürzlich bei den Hessischen Meisterschaften auf. Vor allem die Senioren aus Fauerbach zeigten sich formstark. Für eine kleine Überraschung sorgte das Rendeler U14-Quartett.

Zahlreiche Erfolge im Team feierten die Leichtathleten aus der Wetterau an Fronleichnam in Marburg. Bei den Hessischen Meisterschaften über die Lang- und Kurzstaffel gingen fünf Titel an die LG ovag Friedberg-Fauerbach, drei davon an ihre starken Senioren, die in der M50 aktuell auf Platz eins der DLV-Bestenliste liegen. Drei Medaillen im Langstaffel-Bereich verbuchte der VfL Altenstadt. Über 4x75 Meter schaffte der TV Rendel zudem das, woran man zuvor kaum geglaubt hatte: Bronze in der U14.

LG-Mixed-Team mit neuer Bestmarke

Gleich sieben Medaillen sammelten die LG-ovag-Athleten. Einen richtig starken Eindruck hinterließ die Mixed-Staffel über 4x400 Meter in der Besetzung Tim Dillemuth, Anna Hülsmann, Marina Zachartschuk und Manuel Christof. Das Quartett musste sich erst kurz vor der Ziellinie geschlagen geben und lief zu einer deutlich gesteigerten neuen Bestzeit in 3:41,15 Minuten. Der Lohn für ein tolles Rennen: die Silbermedaille.

Die Männerstaffel über 4x 400 Meter sprintete zur Bronzemedaille. Auch das ist als guter Erfolg zu sehen, denn Tim Dillemuth und Manuel Christof absolvierten hier ihren zweiten Wettkampf innerhalb kürzester Zeit. Für Jonah Kinnschewski war es überhaupt der erste Start bei den Männern, und Lars Hieronymi gab nach langer Verletzungspause ein starkes Comeback als Schlussläufer. 3:39,07 Minuten brauchte die LG und wurde somit Dritter.

Herausragend bei den Kreisstädtern war die Leistung der 3x-1000-Meter-Staffel in der männlichen Jugend U20. Marlon John, Lukas Zorn und Peer-Michel Hagen finishten in 8:31,45 Minuten. Eine starke Zeit für die noch unter 18- bzw. sogar unter 16-jährigen Athleten, die am Ende bei großer Hitze deutlich vor zwei nordhessischen Startgemeinschaften auf dem Treppchen landeten und die Hessenmeisterschaft feierten.

Kurzfristig musste indes die Fauerbacher 4x-100-Meter-Staffel der U20 umgestellt werden, weil ein Läufer ausgefallen war. Die dadurch sehr junge Truppe (Khaled Abbassi, Jonas Smolka, Jonah Kinnschewski und Peer-Michel Hagen) machte ihre Sache gut und wurde in 45,79 Sekunden konkurrenzlos Hessenmeister.

Eng ging es in der weiblichen U14 über 4x75 Meter zu. Johanna Kopp, Charlotte Heptner, Katharina Discher und Elisa Linkenbach hatten als Achte in flotten 41,14 Sekunden knapp das Nachsehen und verpassten das Finale. Die Teamkolleginnen Sophie Schneider, Lenja Kümmerle, Greta Major und Melina Kautz verbesserten sich über 4x100 Meter in der U16 um fast eine Sekunde auf 54,61 und wurden in ihrem Vorlauf Dritte.

Für die Seniorenstaffeln aus der Kreisstadt lief es in Marburg richtig gut. In der M50 kam das Kurzsprint-Quartett mit Lars Kolbe, Oliver Kurtz, Bernd Lachmann und Rainer Ringel auf 49,46 Sekunden: Gold, Saisonbestzeit und Platz eins in der aktuellen DLV-Bestenliste. Auch über 4x400 Meter lag die LG ovag vorne. Bernd Lachmann, Oliver Kurtz, Rainer Ringel und Richard Loos kamen nur zwei Stunden nach dem 4x-100-Lauf in 4:09,31 Minuten ins Ziel. Damit liegen sie auf deutscher Seniorenebene ebenso auf Platz eins wie die 4x-100-Meter-Staffel der Altersklasse M60. Das Quartett mit Richard Loos, Lasisi Tabel, Werner Waschbüsch und Rupert Klopsch wurde in 55,06 Sekunden Hessenmeister.

Altenstadt: Mädels laufen zum Titel

Der VfL Altenstadt war besonders bei den Langstrecken erfolgreich. Die Athletinnen der weiblichen U14 konnten sich den Hessenmeistertitel über 3x800 Meter sichern. Jolina Cara Kunkel brachte das Staffelholz ins Rennen und übergab es nach einem kontrollierten Lauf und einem starken Schlussspurt mit 20 Metern Vorsprung - auf Platz eins liegend - an Emilia Decker. Die W12-Athletin hielt in einem beherzten Rennen den Vorsprung und übergab als Führende an Schlussläuferin Emylia Hofmann. Hofmann ließ es dann noch mal spannen werden, als die Konkurrenz sie einholte, konnte aber im Schlussspurt auf den letzten Metern Platz eins zurückerobern. 8:23,17 Minuten benötigten die neuen Hessenmeisterinnen für die Strecke.

Die Männer und männliche U16 starteten über 3x1000 Meter. Die Männerstaffel fand mit Niclas Gottschalk gut ins Rennen, er übergab an Position eins an den U18-Athleten Kjell Jona Credner. Der Youngster musste zwei Staffeln ein wenig ziehen lassen, verteidigte aber Platz drei. Diese Position hielt Marc Bunzendahl bis ins Ziel, sodass hier in 8:22,70 Minuten die Bronzemedaille gefeiert werden konnte. Ebenfalls auf Platz drei lief die männliche Jugend U16 aus Altenstadt als eine der jüngsten Staffeln im Feld. Luca Neuhäusel sicherte als Schlussläufer in einem starken Endspurt die Bronzemedaille in 9:54,57 Minuten. Startläufer Lenny Luca Frank (noch M13) und Paul Sommer hatten die VfL-Staffel zuvor durchweg im vorderen Feld gehalten.

Die Altenstädter Kurzstaffel über 4x75 Meter in der weiblichen U14 lieferte in der Besetzung Emylia Hofmann, Jolina Cara Kunkel, Hannah Engel und Lea Franosch ebenfalls ein starkes Rennen und verpasste nur um eine hundertstel Sekunde das Finale der besten sechs. In 41,00 Sekunden sprang aber eine gute neue Bestzeit sowie der siebte Platz heraus.

Rendel: Bronze für 4x-75-Meter-Staffel

Mit Marla Hercek, Yasmin Vogel, Yvonne Vogel, Charlotte Woltmann und Leonie Wörner verfügt der TV Rendel gleich über fünf starke Athletinnen und zugleich fünf starke Sprinterinnen im selben Jahrgang (2009). Die Teilnahme an den Hessischen Staffelmeisterschaften in der Altersklasse weibliche U14 war also klar. Die bisherige Bestleistung von 42,65 Sekunden über die 4x75 Meter ließ darauf schließen, dass es schwer werden sollte, den Endlauf zu erreichen. Verstärkt durch das zwei Jahre jüngere Talent Julia Bungic als zweite Ersatzläuferin reiste die von Michaela Wörner-Barowski betreute TVR-Delegation also mit gedämpftem Optimismus, gleichwohl aber wild entschlossen, nach Marburg. Im Vorlauf musste man dann - wie so oft - mit der ungeliebten vordersten Startposition zurechtkommen, ohne einen Überblick auf den Rennverlauf zu haben.

Aber Marla Hercek als Startläuferin, Yvonne Vogel an Position zwei, Yasmin Vogel an Position drei und Leonie Wörner als Schlussläuferin waren auf den Punkt voll da: Sie sprinteten allesamt im Bereich ihrer Bestleistung oder sogar leicht darunter, wechselten dazu annähernd perfekt bei hohem Tempo und beendeten ihren Vorlauf als Zweite hinter der SG Egelsbach. 40,84 Sekunden zeigte die Uhr für die vier Rendeler Mädchen. Eine nicht für möglich gehaltene Zeit, mit der man die alte Bestleistung um zwei Sekunden pulverisierte. Der verdiente Lohn folgte einen Vorlauf später: Die Rendelerinnen hatten sich als viertschnellste Staffel für den Endlauf qualifiziert.

Im Finale dann setzte das Quartett aus dem Karbener Stadtteil tatsächlich noch einen drauf und sorgte für das Happy-End im Rendeler Sportmärchen: In einem ebenso überzeugenden Vierer-Sprint wie im Vorlauf - 40,88 Sekunden standen am Ende zu Buche - entrissen die Rendelerinnen hinter den siegreichen Egelsbacherinnen und der zweitplatzierten StG Neuhof/Flieden/Hünfeld der Frankfurter Eintracht den Podestplatz. Da war sie, die kaum für möglich gehaltene Bronzemedaille für den TV Rendel. Das heimische U14-Team nimmt also viel Rückenwind in seine nächsten Herausforderungen mit. Wieder im Wettkampfmodus ist man bei den Hessischen Blockmehrkampf-Meisterschaften Anfang Juli in Neu-Isenburg.

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