1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

HSG Gedern/Nidda: Pause auf Abstiegsrunden-Platz

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

_104253_4c_1
Hanna Rösner (links) hat sich am Knie verletzt und könnte der HSG Gedern/Nidda länger fehlen. © Red

Frauenhandball-Drittligist HSG Gedern/Nidda muss sich auf einen schweren Januar 2022 einstellen.

(flo). Ja, diese Niederlage war einkalkuliert und lässt sich verkraften. Ja, die Drittliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda schafften es, sich ordentlich aus der Affäre zu ziehen. Doch trotzdem: Die Sorgenfalten sind nach der 23:32-Auswärtspleite beim Rangersten SG Mainz-Bretzenheim nicht kleiner geworden.

Das hat natürlich auch und gerade damit zu tun, dass die Spielgemeinschaft auf einem Abstiegsrunden-Platz überwintern wird. Tabellenachter ist die Mannschaft von Trainer Christian Breiler nun nach exakt der Hälfte der Spiele der Hauptrunde. Mindestens Sechster muss sie werden, um zusätzliche Partien um den Klassenerhalt zu vermeiden und auch in der nächsten Spielzeit sicher in der 3. Liga dabei zu sein.

Der Rückstand - gerade einmal ein Punkt - ist überschaubar. Aber wenn am 15. Januar daheim gegen Fortuna Düsseldorf der Re-Start erfolgt, steht Gedern/Nidda bereits unter Druck. »Wir haben einen schweren Januar vor uns«, weiß Breiler.

Sorgen um Hanna Rösner

Ob bei der Mission Klassenerhalt Hanna Rösner eingreifen kann, ist aktuell unklar. Die Zweifel aber sind groß. In Bretzenheim - und dieser Umstand wiegt schwerer als die Niederlage - verletzte sich die 24-Jährige mutmaßlich schwer. »Der Boden war sehr rutschig, Hanna ist weggerutscht«, schildert der Coach. Selbst vom Parkett konnte Rösner nicht gehen, musste vielmehr getragen werden. »Es ist auf jeden Fall etwas mit dem Knie. Wir hoffen zwar noch, dass es doch nicht so schlimm ist, aber es sieht nicht gut aus«, sagt Breiler. Eine MRT-Untersuchung soll nun Aufschluss geben.

Keine Frage, dass Rösner der Spielgemeinschaft an allen Ecken und Enden fehlen würde - allem voran als Abwehrchefin. Ebenso aber im rechten Rückraum, hat sich die Rechtshänderin in der Vergangenheit doch auch als Angriffsspielerin stetig verbessert.

Nicht zu vergessen: Fällt Rösner aus, verbleiben nicht mehr allzu viele Mittelblockerinnen. In Mainz übernahm das Duo Klara Engel/Leonie Hutin. Zwei Kreisläuferinnen also, was zwangsläufig einen Abwehr-Angriff-Wechsel zur Folge hat und damit das schnelle Umschalten erschwert.

Youngster spielen erfrischend auf

Die Rösner-Verletzung jedenfalls ließ die Niederlage an sich in den Hintergrund rücken. Eine, die angesichts von neun Toren Differenz deutlich ausfiel. Eine, an der für Gedern/Nidda über die vollen 60 Minuten freilich nicht zu rütteln war. Eine, die aber auch positive Facetten mit sich brachte.

Etwa jene, dass die Breiler-Truppe - wenige Tage nach dem 22:23 im Lumdatal - infolge des 1:7-Fehlstarts nicht wie ein Kartenhaus in sich zusammenfiel, sondern sich im Laufe des ersten Durchgangs zwischenzeitlich auf einen Treffer heranarbeitete. »Wir haben uns stabilisiert und das ordentlich gemacht«, so der Trainer, der aber nach der Pause mitansehen musste, wie Bretzenheim die mangelnde Durchschlagskraft der Gäste nutzte, um rasch wieder für klare Verhältnisse zu sorgen.

Oder dass die Youngster in Abwesenheit der erfahreneren Kräfte mutig und erfrischend aufspielten. Insbesondere Charlotte Schäfer, die im Rückraum einsprang, weil Rösner ausgefallen und Kirsten Schindler schon vorher angeschlagen war. Drei blitzsaubere Tore aus der zweiten Reihe steuerte die 18-Jährige bei. Auch Emma Niebergall, die in den letzten Minuten die Mitte anstelle ihrer Schwester Hannah bekleidete, traf zwei Mal.

Nun gilt es für die HSG Gedern/Nidda, die Wunden zu lecken und die zuletzt verletzungsbedingt zusehends gelichteten Reihen über den Jahreswechsel wieder bestmöglich zu schließen. Um dann in 2022 angriffslustig zum Sturm auf die obere Tabellenhälfte anzusetzen.

Auch interessant

Kommentare