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Die HSG Mörlen hat ihren langjährigen Betreuer Josef »Seppel« Schätzle (vorne, 2. v. r.) verabschiedet - und alle sind gerne gekommen.

Handball

HSG Mörlen: Eine BetreuerLegende geht in den »Ruhestand«

  • VonPeter Hett
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Ehemalige Weggefährten überraschten Josef Schätzle beim Bezirksoberliga-Spiel der HSG Mörlen. Der Betreuer geht nach 20 Jahren in den Ruhestand.

Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem der Handballsport nach langer Corona-Pause wieder versuchte, Fahrt aufzunehmen, entschied sich Josef Schätzle, Betreuer der 1. Männermannschaft des Bezirksoberligisten HSG Mörlen, seinen Platz auf der Auswechselbank zu räumen und Tschüss zu sagen. Seit langen Jahren ist er ein fester Bestandteil der Mörler Handballfamilie und weit mehr als nur ein üblicher Betreuer.

Im Rahmen des ersten Punktspiels der 1. Männermannschaft wurde Schätzle jetzt von »seinen Jungs« verabschiedet. Eine Gruppe ehemaliger HSG-Spieler, unter der Federführung von Florian Nass, Dirk Marker und Christian Birkenstock, hatten dies organisiert. Die Mannschaftsfotos der letzten 20 Jahre waren zu sichten, Adressen zu sammeln und mehr als 100 Spieler, die Schätzle als Betreuer erlebt hatten, zu kontaktieren.

Etliche sind längst nicht mehr in der Wetterau zu Hause und leben in ganz Deutschland verstreut. Vergessen werden durften auch nicht die zehn Trainer, mit denen Mörlens Betreuerlegende zusammengearbeitet hatte. Darunter so bekannte Namen wie Helmut Kollmar, Wolfram Spengler, Lothar Wagner und Sven Tauber. 20 Jahre lang war Schätzle dreimal die Woche unterwegs zu Training und Spielen. Getränkeservice für die Spieler, zu besonderen Anlässen mit Häppchen und Grillwurst. Spielberichte ausfüllen, Spielkleidung auf den jeweiligen Plätzen auslegen, Pressetelefonate nach den Spielen. Dies und vieles mehr erledigte er mit großer Zuverlässigkeit. Nach jedem Training und Spiel erhielten Spieler und Trainer von ihm das passende Getränk, gut gekühlt serviert. Auf einem speziell dafür umgebauten Kinderwagen transportierte er die Getränke zeitgerecht zur Halle.

»Das erste Spiel war am 18. September 1999 in Kirchhain«, weiß Schätzle zu berichten. Aus Altersgründen hört er, der im Januar seinen 70. Geburtstag feiert, auf. »Ich war nicht nur immer nah dran an der Mannschaft, sondern eher ein Teil davon - und möchte diese Zeit nicht missen. Die lange Corona-Pause gab mir Zeit zum Nachdenken. Jetzt ist eine gute Zeit, aufzuhören,« meint er. Von der großen Abschiedszeremonie wusste er zuvor nichts. Nur seine Frau Gertrud und Sohn Matthias waren eingeweiht. Annähernd 40 seiner ehemaligen Spieler fanden sich in der Halle ein. »Und von vielen, die nicht da sein konnten, habe ich Nachrichten erhalten. So unter anderem von Philipp Petriesas aus Rendsburg, Sascha Schrödter aus Sömmerda und Max Breitenfelder aus München«, freut sich Schätzle. Was die Mörler Handballer an ihrem »Seppel« verlieren, wird deutlich an einem Auszug aus der liebevollen, mit einem zwinkern im Auge, vorgetragenen Abschiedslaudatio: »Du warst in über 600 Spielen mehr als 1000 Stunden in den Sporthallen und hast Zehntausende gut gekühlter Flaschen Bier entkorkt. Du bist nicht nur der beste Betreuer, den man sich denken kann, sondern auch ein toller Mensch.«

Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

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