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Klage gegen Abstieg angekündigt

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(sid). Die Fans flüchten, die Spieler verzweifeln, und der umstrittene Boss will klagen: Der drohende Abstieg aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) vergrößert das Chaos bei den Krefeld Pinguinen immer mehr - und der Punkte-Quotient als Rettungsanker gerät auch immer mehr außer Reichweite. Weil nicht alle Klubs wegen Corona-Absagen alle Spiele bis zum Ende der Hauptrunde absolvieren können, entscheidet am Ende der Punkteschnitt pro Partie.

Der Abstand ist inzwischen aber so groß, dass das Hauptargument für eine Klage gegen den Abstieg wohl hinfällig wird. Dennoch will Klubboss Sergey Saveljev juristisch gegen den drohenden Gang in die DEL2 vorgehen. Eine »Klage wegen Wettbewerbsverzerrung« kündigte er dieser Tage zum wiederholten Mal an. Der Krefelder Abstieg wäre »der größte Fehler in der DEL-Geschichte«, die Saison sei »nicht fair« gewesen.

Jetzt lautet die Argumentation, dass bei den Quarantäne-Anordnungen nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sei. »Das ist kein sportlicher Wettbewerb«, sagte der Multifunktionär der Fachzeitung Eishockey-News: »Es geht darum: Wer hat bessere Connections zum Staat, zu den Gesundheitsämtern?«

Der 25-jährige Lette, der vor der Saison in einer Umfrage gar vom Meistertitel redete, wehrt sich mit allen Mitteln, den wahrscheinlichen Abstieg des deutschen Meisters von 1952 und 2003 zu akzeptieren - den nach Meinung der meisten Beobachter, er selbst zu verantworten hat. Denn bei den Pinguinen gibt es kaum noch eine Funktion, die Saveljev nicht innehat. Geschäftsführer ist er seit Oktober 2020, natürlich auch Sportlicher Leiter, der die Mannschaft zusammenstellt. Die komplette Geschäftsstelle hat er ausgetauscht.

Auf der Bank gibt er mittlerweile wie ein Chefcoach die Anweisungen, Trainer Igor Sacharkin, als langjähriger Assistent bei der russischen Nationalmannschaft ein ausgewiesener Fachmann, schaut zu und sagt, er sei »für jede Hilfe dankbar«.

Im Training läuft Saveljev, der Tausendsassa, notfalls auch als Verteidiger oder Torhüter auf, angeblich wollte er in der vergangenen Saison sogar einen Spielerpass der DEL.

Vor allem ist er aber der Investor, der die Pinguine nach dem endlosen Streit mit dem russischen Geldgeber Michail Ponomarew mit einer Finanzspritze von 1,2 Millionen Euro über eine Schweizer Firma am Leben hielt. Inzwischen hat Saveljev, dessen Frau Anteilseignerin eines Pharmaunternehmens in Lettland ist, nach eigenen Angaben 3,5 Millionen in den Klub gesteckt - mit praktisch null Erfolg.

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