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KOL-Meister: Was die TSG Ober-Wöllstadt auszeichnet

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Von: Michael Nickolaus

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Meister der Fußball-Kreisoberliga Friedberg: Die TSG Ober-Wöllstadt steigt zum 125-jährigen Vereinsjubiläum in die Gruppenliga auf. © Andreas Chuc

Die TSG Ober-Wöllstadt ist Meister der Kreisoberliga und spielt zum 125-jährigen Vereinsjubiläum erstmals in der Gruppenliga. 22 von 26 Partien hat das Team von Spielertrainer Harez Habib gewonnen.

Natürlich, der Kult-Hit »We are the Champions« begleitete die Bier- und Sektduschen auf dem Kunstrasen. Meister-Shirts wurden verteilt, blaue und weiße Rauchpatronen gezündet. Ein Pokal, flugs organisiert, kreiste als äußeres Zeichen des Triumphes. Und irgendwann schallte nach dem Heimspiel gegen den VfB Friedberg Ende Mai gar die Champions League-Hymne über die Sportanlage in Ober-Wöllstadt. Meister der Kreisoberliga Friedberg, Aufsteiger in die Gruppenliga Frankfurt-West. Zum 125-jährigen Vereinsjubiläum wird die Turn- und Sportgemeinschaft den 2700-Einwohner-Gemeindeteil überregional repräsentieren.

»Krasser Team-Geist und Titel-Hunger. Entsprechend haben die Jungs performt«, nennt Harez Habib die Erfolgsformel. Für den 40-jährigen Spielertrainer war’s der zweite KOL-Titel binnen drei Jahren. 2019 hatte er den FC Karben zur Meisterschaft geführt, war dort im Herbst von seinen Aufgaben entbunden worden. Seit Sommer 2020 ist der ehemalige Nationalspieler Afghanistans in Ober-Wöllstadt tätig. »Er hat der Mannschaft den Impuls gegeben, der ihr gefehlt hat. Harez hat die Jungs aus ihrer Komfort-Zone geholt«, sagt Dominic Köbel, der Sportliche Leiter.

Sieben Jahre lang hatte der Klub nach dem Aufstieg über die Relegation (2013/14) im Friedberger Oberhaus gekickt, mit den Plätzen fünf (19/20) und drei (20/21) angedeutet, wohin der Weg führen soll. »Wenn, dann jetzt, zum Jubiläum«, sagt Köbel, der zusammen mit Oliver Roth, Thomas Korff und Stefan Schneider die Führungsriege bildet.

Ein Gong zum richtigen Zeitpunkt

Das Gros der Mannschaft spielt schon seit mehreren Jahren zusammen, darunter eine Handvoll Einheimischer. 22 von 26 Meisterschaftsspielen hat die TSG gewonnen, zu zwei Remis kommen zwei Niederlagen (Bruchenbrücken/Bad Nauheim). »Das Bruchenbrücken-Spiel, gleich früh in der Saison, war für uns ein echter Gong. Und er kam zur richtigen Zeit. In diesen 90 Minuten hatten wir alles vermissen lassen«, sagt Habib in der Jubelnacht von Wöllstadt. Und den SV Nieder-Weisel, den einzigen ernsthaften Mitkonkuurenten, wollte der Spielertrainer in der Stunde des Erfolges nicht vergessen. »Dort spielt man ebfalls eine überragende Saison und haätte den Titel verdient.« Die direkten Vergleiche (2:1/2:2) hatten Schlüssel-Charakter.

Meister wurde die Mannschaft letztlich auf der Couch. Noch bevor die TSG auf sportlichem Weg die noch fehlenden Zähler hatte einfahren können, profitierte der Klub von einer Absage des übernächsten Spiels, die sich natürlich herumsprach und die Stimmung zunächst etwas dämpfte, bevor die lange Party Fahrt aufnahm.

Mit 102 Treffern stellen die Blauen die beste Offensive der KOL. In Nico Loppe (17) und Erkan Gök (15) hat die Mannschaft ihre erfolgreichsten Torschützen. Mit dem in dieser Saison herausstechenden Alper Gökalp hat die TSG im Mittelfeld einen Unterschiedsspieler in ihren Reihen. In der Defensive spielten Gennaro Grazioso und Habib selbst ihre Erfahrung aus, standen Ali Düring und Max Grillmeier ihren Mann. Links war Markus Gondolf gesetzt, die rechte Seite wurde zumeist von Momodou Jallo und Tim Schütz beackert. Tobias Ewald, einer von einer Handvoll Einheimischen im Kader, hat einen großen Entwicklungsschritt gamcht, während Nouh El-Maimouni verletzungsbedingt erst in der Rückrunde durchstarten konnte. Außerdem zählte Kevin Kurtz zum Stammpersonal. Im Tor hatte sich Dominik Dönges durchgesetzt.

Ein andrer Wind

»Die Gruppenliga ist ein Abenteuer. Wir würden uns sehr gerne etablieren. Wenn’s nicht klappt und wir nach einem Jahr wieder runter müssen, ist das aber auch kein Drama«, sagt Köbel bezüglich der mittelfristigen Perspektive. Domink Dönges wird zu seinem Heimatverein nach Ockstadt zurückkehren, Kurtz schließt sich KOL-Aufsteiger Kaichen an, und Genaro Grazioso zieht’s zur DJK Bad Homburg. »Natürlich, wir wollen und werden uns verstärken müssen. Wir wissen, dass die KOL in dieser Saison qualitativ sicher nicht die Stärkste war und dass in der Gruppenliga ein anderer Wind weht«, sagt Köbel.

Eine Handvoll Neuzugänge, überwiegend gruppenliga-erfahrenen habe man bereits von einem Wechsel zum Aufsteiger überzeugen können. Namen wurden noch nicht genannt.

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