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Kreisliga A: Punktabzug, Sperren, Geldstrafen

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Von: Michael Nickolaus

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Tatort Sportplatz: Das Kreissportgericht und die Polizei beschäftigen sich in diesen Tagen mit Geschehnissen rund um zwei Spiele der Fußball-Kreisliga A Friedberg. SYMBOLFOTO: NICI MERZ © Nicole Merz

Das Kreissportgericht hat auf körperliche Gewalt rund um zwei Spiele der Fußball-A-Liga Friedberg reagiert; in einem Fall sogar mit Punktabzug.

Punktabzug, Sperren, Geldstrafen! Das Kreissportgericht hat nach Faustschlägen im Zusammenhang mit zwei Spielen der Fußball-Kreisliga A Friedberg Urteile verkündet. Komplex gestaltete sich insbesondere die mündliche Verhandlung nach den Vorkommnissen in Ockstadt. »So etwas gehört auf keinen Sportplatz. Da muss man sich Gedanken machen, wo das noch hinführen soll. Früher waren Dinge, die im Spiel passiert sind, im Anschluss vergessen. Man hat sich die Hand gegeben und zusammen ein Bier getrunken. Inzwischen häufen sich aber Vorkommnisse nach dem Schlusspfiff«, sagt Klaus Häuser, der als Vorsitzender die Verhandlungen geleitet hatte.

SSV Heilsberg - FC Nieder-Florstadt: Die Gäste hatten mit zwei späten Toren (86./90+2.) die Partie gedreht und mit 4:3 gewonnen, wobei es zu Verbalattacken gekommen war. Wenige Minuten nach Spielende - beide Mannschaften waren jeweils noch auf dem Spielfeld im Kreis zusamm gekommen - setzten sich die Provokation fort. »Das nächste Mal schicken wir die A-Jugend«, soll FC-Spielertrainer Daniel C. unter anderem in Richtung der Gastgeber gerufen haben, woraufhin SSV-Torwart Tim K. diesen mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben soll. Zu dieser Auffassung kam Häuser (Ober-Mörlen) mit seinen Beisitzern Egon Antmansky (Trais) und Hans-Jürgen Zeeb (Bad Nauheim) in der mündlichen Verhandlung. Der Beschuldigte selbst hatte keine Angaben zu den Vorfällen gemacht. Der Florstädter C. ließ seine Verletzung im Kieferbereich von einem Arzt dokumentieren, war eigenen Angaben zur Folge zwei Wochen arbeitsunfähig und hat Strafanzeige erstattet. Das Sportgericht verurteilte den SSV-Keeper wegen einer »Tätlichkeit gegen einen Gegenspieler« zu einer Sperre von acht Spielen. Für K. ist die Saison damit beendet.

SV Germania Ockstadt - SG Wohnbach/Berstadt: Die mündliche Verhandlung dieser Partie gestaltete sich weitaus komplexer. Rund zweieinhalb Stunden lang verschaffte sich Häuser, diesmal mit den Beisitzern Rainer Preiss (Ober-Mörlen) und Bernhard Döll (Massenheim) an seiner Seite, ein Bild. Der Widerspruch des SV Ockstadt gegen die Dauer der Sperre gegen den Spieler Tufan A. (sechs Spiele laut Einzelrichter Berthold Meyerhöfer/Burg-Gräfenrode) und der Sonderbericht von Schiedsrichter Heiko Czyba (Spvgg. Hergershausen) zum Benehmen der Zuschauer flankierten die zentrale Frage nach den Geschehnissen nach der Partie und wie es dazu kommen konnte.

Der Reihe nach: In der 88. Minute war es vor der Mannschaftsbank der Gäste zu einer Rudelbildung gekommen.

SG-Spielertrainer Christopher M. - er hatte die schnelle Ausführung eines Einwurfs verhindert und die Tumulte eingeleitet - war vom Einzelrichter zu einer Sperre von drei Spielen verurteilt worden. Tufan A., der nach Aussagen des Unparteiischen einen Gegenspieler geschlagen haben soll, erhielt eine Sechs-Spiele-Sperre wegen einer Tätlichkeit. Der Beschuldigte sprach vor dem Sportgericht von einer »Affekthandlung, einem Losreißen«, als man ihn von hinten an den Schultern gepackt und in die Beine getreten haben. Der Unparteiische hatte hingegen ein »Reinstürzen in das Rudel und einen Schlag mit der Hand« registriert.

Nach dem Spiel ging Gäste-Spieler Timo S. im Eingangsbereich zu den Kabinen zu Boden. Er hatte einen Schlag gegen den Hinterkopf erhalten, musste sich in medizinische Behandlung begeben und erstattete Strafanzeige. Er sei als einer der ersten Spieler vom Feld gegangen, habe das Ballnetz getragen, sei von Tufan A. zunächst angerempelt worden, habe diesen zur Seite schieben wollen. Dann habe er einen Schlag verspürt, teilte er schriftlich mit. Dieser Angriff - darauf ließen die Aussagen während der Verhandlung schließen - war von einem Zuschauer durchgeführt worden, offenbar mit einem Gegenstand in der Hand. Im Anschluss daran war es zu weiteren Aggressionen und Gerangeln vor der Kabine gekommen. Der SV Ockstadt hatte zwar rund ein Dutzend Zeugen für den Verhandlungstermin im Sportheim Dorn-Assenheim benannt, doch diese konnten nur die Szenen auf dem Feld, nicht aber vor der Kabine erhellen.

Das Kreissportgericht sanktionierte die »Ausschreitungen« nach §39 der Strafordnung mit einer Geldstrafe in Höhe von 250 Euro sowie dem Abzug von sechs Punkten. Der Widerspruch gegen das Einzelrichterurteil wurde vollumfänglich zurückgewiesen. Der Spieler Tufan A. hatte im zeitlichen und örtlichen Zusammenhang mit dem Spiel mehrere sportwidrige Handlungen begangen. Da diese gegen verschiedene Strafvorschrift verstoßen, wurde auf eine Gesamtstrafe nach §12 der Strafordnung in Höhe von acht Pflichtspielen erkannt. Der Sonderbericht des Schiedsrichter zog keine Konsequenzen nach sich.

»Leider konnte der SV Ockstadt nicht zur Aufklärung der Szenen vor der Kabine beitragen. Der Heim-Verein hat nach unserer Auffassung die Platzaufsicht vernächlässigt. Gerade nach den Roten Karten kurz vor Schluss hätte man aufmerksam werden müssen. Aber selbst noch nach dem Niederschlag kam es zu aggressivem Verhalten des SVO-Anhänger«, begründet Häuser die Entscheidung. Mit dem Strafmaß bewegt sich das Sportgericht im unteren Bereich seiner Möglichkeiten.

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