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Krimi in Rodheim ohne Sieger

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Von: Michael Stahnke

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Christine Gohla und ihre SG Rodheim hoffen auf ein »Endspiel« in Wißmar. © Jürgen Keßler

(msw). Nach einem unglücklichen 5:5-Unentschieden gegen die KSG Haunedorf kann die SG Rodheim in der Tischtennis-Oberliga der Damen nun nur noch die kommenden Partien der Abstiegskonkurrenten TTC Wißmar und TTF Oberzeuzheim abwarten, um zu sehen, ob die abschließende Begegnung am 30. April in Wettenberg für sie nur ein »Freundschaftsspiel« oder ein »Endspiel« sein wird.

Selten sah man die eigentlich immer gefassten Rodheimerinnen nach einer Partie so konsterniert, denn nach einer 5:2-Gesamtführung gab es in allen drei folgenden Matches Siegchancen, die aber speziell im Fall von Jeanette Möcks nach einem vergebenem Matchball im vierten Satz noch mit einem Netzroller im fünften Abschnitt zunichte gemacht wurden. Auch Mannschaftsführerin Kerstin Wirkner, die ihre Spiele ansonsten schnell verarbeitet, war nach ihrer vergebenen 2:0-Satzführung gegen Lena Auth nur zu der Stellungnahme »unglaublich« fähig. Lediglich Christine Gohla, die gegen Hristina Hristovska Ivanovski auch alle Chancen hatte, sagte bereits wieder gefasst: »Jetzt werden wir sehen, was dieser Punkt am Ende wert sein wird.«

Gohla war es auch, die bereits bei der Begrüßung zu Schiedsrichter Werner Reifschneider meinte, dass dies wohl vorerst seine »letzte Chance für einen Einsatz in Rodheim« sei, da man in der Hessenliga dann ja keinen Referee mehr hätte. Allerdings zeigten die Gastgeberinnen gegen die in Top-Besetzung angetretenen Haunedorferinnen eine ganz starke Leistung, wobei das notwendige Spielglück zunächst auf ihrer Seite war.

Munzert/Wirkner gewannen ihr Doppel gegen Auth/Hristovska Ivanovski speziell durch den Erfolg des dritten Satzes beim Stande von 9:10: Nach einer gewonnen Rallye folgte ein starker Angriffsball und die Faust von Munzert. In der Begegnung zwischen Möcks/Gohla gegen Hartmann/Ackermann waren es vor allem die Aufschlagpunkte von Möcks, die die SG-Paarung bis in den fünften Satz brachten. Dort lagen sie beim Wechsel aber schon zu hoch zurück.

Im ersten Einzel war Cordula Munzert gegen Lena Auth relativ chancenlos, da Auth neben ihrer knallharten Vorhand auch noch eine starke Rückhand hatte. Kerstin Wirkner siegte in einer nervenaufreibenden Begegnung gegen Heike Hartmann in drei hauchdünnen Sätzen. Wirkner griff immer wieder mutig an gegen die variable Hartmann, die aber für ihre Verhältnisse ungewohnt viele Fehler machte. Eine glänzende Vorstellung mit einer Mischung aus guten Aufschlägen, »kleinen« Punkten, Angriffsbällen, Blocks und großem Kampfgeist lieferte Möcks gegen Hristovska Ivanovski. Entscheidend war der zweite Satz, da Möcks hier einen 4:8-Rückstand in einen 11:8-Sieg ummünzen konnte. Treffsicher war Christine Gohla, die wirklich mit aller Gewalt gegen Claudia Ackermann schoss. Diese machte im vierten Satz beim Stande von 9:9 den entscheidenden Aufschlagfehler.

Im zweiten Durchgang versuchte Munzert, ruhig zu bleiben gegen Hartmann, die ihre Bälle, außer im zweiten Satz, nicht wie gewohnt »einwickelte« und auch wieder Fehler produzierte. Speziell im vierten Satz wurde es nach einem 1:2-Satzrückstand beim Stande von 8:8 richtig eng.

Jetzt stand es 5:2 nach Matches, und Wirkner führte gegen Auth bereits mit 2:0 Sätzen. Nun schien sich auch jede Rodheimerin ein bisschen auf die andere zu verlassen, wobei Auth plötzlich viel besser blockte und Wirkner nicht mehr so viel Rotation in ihre Bälle bekam. Dann kam das »Drama« von Möcks gegen Ackermann, wobei Ackermann insgesamt weniger Probleme mit den Aufschlägen von Möcks hatte als im Doppel. Jedenfalls vergab die Rodheimerin im vierten Satz einen Matchball und holte anschließend einen 3:9-Rückstand noch bis zum 9:10 auf. Dann folgte ein Netzroller, wobei sich Möcks beim erfolglosen Versuch, diesen noch zu bekommen, fast den Schläger zerbrach. Am Nebentisch ballerten sich Gohla und Hristovska Ivanovski die Bälle um die Ohren, wobei Gohla alle Sätze mit zwei Punkten Unterschied verlor.

Mit dieser Leistung gehört die Mannschaft sicher nicht in die Hessenliga, doch jetzt heißt es zunächst abwarten, was die anderen machen.

Möcks/Gohla -Hartmann/Ackermann 2:11, 11:6, 5:11, 12:10, 5:11; Munert/Wirkner - Auth/Hristovska Ivanovski 8:11, 11:9, 12:10, 11:5; Cordula Munzert - Lena Auth 10:12, 6:11, 11:5, 10:12; Kerwstin Wirkner - Heike Hartmann 13:11, 16:14, 11:9; Jeanette Möcks - Hristina Hristovska Ivanovski 11:4, 11:8, 11:7; Christine Gohla - Claudia Ackermann 6:11, 11:6, 11:9, 11:9; Munzert - Hartmann 11:5, 6:11, 5:11, 11:8 (nach 8:8), 11:5; Wirkner - Auth 11:5, 11:9, 7:11, 3:11, 7:11; Möcks - Ackermann 12:10, 11:7, 6:11, 10:12, 9:11; Gohla - Hristovska Ivanovski 10:12, 9:11, 9:11.

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