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Kurstadt-Verein entstaubt alte Strukturen

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Von: Christoph Sommerfeld

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Der neue Vorstand der Spvgg. 08 (hinten, v. l.): Tobias Dämon, Haris Hodevic, Peter Schenker, Hans-Jürgen Zeeb, Stephan Brannekämper, Abdel Atmani, Nils Laue; (vorne, v. l.): Vitalij Gerbst, Alexander Bönsel, Gabi Zeeb, Adnan Kayrakci, Leyla Nurieva, Lars Torgau. © pv

Oft schon konnte die Spvgg. Bad Nauheim nicht die Früchte ihrer guten Jugendarbeit ernten. Mit neuen Strukturen im Verein soll das nun anders werden.

(cso). Der Versammlungsleiter wirft die Frage in den Raum, ob sich jemand vorstellen könne, die Position des Jugendleiters zu übernehmen - oder die des Schriftführers, oder, oder… Meistens herrscht betretenes Schweigen, die Blicke der ohnehin nur spärlich erschienenen Teilnehmer richten sich nach unten. Vorschläge für ein Amt sind selten ernst gemeint und dienen oft nur zur Belustigung der Runde. Jedes halbwegs interessierte Mitglied eines Sportvereins kennt diese Situation bei Generalversammlungen, wie sie in den ersten Wochen und Monaten eines Jahres anstehen.

Die Spvgg. 08 Bad Nauheim hat nun einen Weg beschritten, der sich wachsender Beliebtheit zu erfreuen scheint. Die traditionellen Vereinsstrukturen mit dem Vorsitzenden an der Spitze, seinem Stellvertreter sowie Kassierer und Schriftführer wurden aufgeweicht. Die »Nullachter« haben nicht weniger als 16 Personen ins neue Gremium berufen, obwohl man mit Fußball und Turnen »nur« zwei Sportarten anbietet. Vertretungsberechtigt sind Peter Schenker (Leitung Fußball), Hans-Jürgen Zeeb (Leitung Frauen- und Mädchenfußball) und Haris Hodovic (1. Kassierer) - und zwar auf gleicher Ebene.

Für den Club aus der Kurstadt kommt dieser Schritt einer Zäsur gleich, nachdem zuvor vieles über Oliver Michel gelaufen war. Dieser führte den Verein seit 2008, als sich der SV 06 und die SG Ostend Bad Nauheim zusammengeschlossen hatten. »Die ganze Struktur soll aufgabenbezogener werden«, kündigt Schenker an, der zuvor als Spielausschuss-Vorsitzender auftrat. »Wir haben beispielsweise drei Leute aufgabenbezogen im neuen Team, die sich beruflich um Marketing und Internetauftritte kümmern. Die sollen auch im Verein solche Aufgaben übernehmen.«

Wichtig sind Schenker und seinen Vorstandskollegen die Schnittstellen. Um diesen akademisch-theoretisch angehauchten Begriff mit Leben zu füllen, hat sich u. a. Vitalij Gerbst zum Beisitzer wählen lassen. In seiner Funktion als Jugendtrainer und Reservespieler dient er als ideales Bindeglied zwischen Junioren und Senioren. Auch Kassierer Hodovic, seines Zeichens gelernter Betriebswirt und Controller, kickt für die »Erste« um Kreisoberliga-Punkte.

Nicht zuletzt mit solch einer Organisationsstruktur soll es gelingen, demnächst wieder mehr Jugendliche bei den »Nullachtern« zu halten und in den Aktivenbereich zu begleiten. Problematisch für die Spvgg. 08 in den letzten Jahren wirkte sich oft der frühe Abgang von Nachwuchskickern aus. So konnte man die Früchte der guten Jugendarbeit nicht immer ernten. Das soll sich jetzt ändern. Aktive Spieler und Trainer werden künftig zum Jugendtraining gehen, um einen Austausch zu pflegen. Davon erhofft man sich u. a., dass Jugendliche sonntags häufiger mit Eltern, Großeltern und Freunden zu Heimspielen der Senioren kommen und damit enger an den Verein gebunden werden.

Mit zehn Teams in der männlichen Jugend, drei Männer-Mannschaften, vier Teams beim weiblichen Nachwuchs sowie einer Frauen-Mannschaft, die seit Jahrzehnten von Gabi und Hans-Jürgen Zeeb vorbildlich geführt wurden, leistet der knapp 500 Mitglieder starke Club einen erheblichen Beitrag zum sozialen Leben und zum Miteinander der verschiedenen Nationen in der Kurstadt.

Die Struktur wird demnächst in einem Organigramm abgebildet. »Damit wollen wir einzelne Stellen genauer beschreiben und hinsichtlich Kompetenzen und Aufgaben von anderen abgrenzen. Das schafft Transparenz«, erklärt Schenker. Die Homepage will man interaktiver gestalten und Vorstandsmitgliedern und Trainern die Möglichkeit geben, Inhalte hochzuladen. Lars Torgau, einer der Neuen im Führungsgremium, macht zur Zeit die HFV-Ausbildung zum Vereinsmanager. Die Möglichkeit der Weiterbildung im Club steht grundsätzlich auch anderen Mitgliedern offen.

Auch sportlich gibt’s konkrete Ziele: »Die zweite Mannschaft muss raus aus der C-Klasse. Die ›Erste‹ soll sich in der KOL etablieren«, wünscht sich Schenker.

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