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Michel vor dem Wiedersehen: »Die Punkte bleiben bei uns«

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Der Stockheimer Noah Michel geht für Türk Gücü Friedberg auf Torejagd. © Red

Noah Michel trifft am Samstag mit Türk Gücü Friedberg auf seinen Ex-Klub, den FC Gießen. Hier spricht er über den bisherigen Saisonverlauf und sagt, warum der Aufstieg kein Thema ist.

(tfr). Noah Michel trifft erstmals mit Fußball-Hessenligist Türk Gücü Friedberg in einem Punktspiel auf seinen ehemaligen Verein FC Gießen. Der Stockheimer freut sich auf das Wiedersehen und stellt klar: »Die Punkte bleiben bei uns.« Von einem möglichen Aufstiegskampf will der 27-Jährige trotz Tabellenplatz drei aber nichts wissen.

Für Noah Michel ist es »nicht das ganze große Duell«. Der FC Gießen von heute habe kaum etwas mit der Mannschaft zu tun, die in der Saison 2018/19 mit ihm den Titel in der Fußball-Hessenliga holte und anschließend in der Regionalliga spielte. »Von dieser Truppe sind noch Trainer Daniyel Cimen und Michael Fink übrig. Mehr nicht«, berichtet der Stockheimer.

Dennoch verfolgt der ehemalige Spieler der Sportfreunde Oberau und des SC Viktoria Nidda, was sich beim FCG tut. »Und ich finde es schade, dass es zuletzt immer Schritt für Schritt bergab ging. Das fing aber schon nach unserem Aufstieg an, als es erste Probleme mit den Gehältern gab. Die ganzen Sorgen rund um den Verein gingen auch nicht spurlos an den Fans vorüber. Damals, im Aufstiegsjahr, hatten wir 1000 Zuschauer pro Spiel. Diese Zeit ist nicht zu toppen. Es wird schwer für Gießen, wieder daran anzuknüpfen.«

Sein Wechsel weg vom damaligen Regionalligisten zu Türk Gücü war eine Grundsatzentscheidung. Für den Beruf, gegen das Profi-Dasein. Tagsüber arbeitet der 27-Jährige nun als Lagerleiter bei der Deutschen Bahn in Hanau - und anschließend schlüpft er in die Rolle des Feierabendkickers.

Knapp drei Jahre später kommt es heute ab 17 Uhr auf dem Burgfeld in Friedberg zum Wiedersehen mit seinem Ex-Klub, weil Gießen nach dem Abstieg ebenfalls in der Hessenliga spielt und als Tabellenvierter sogar zwei Punkte hinter dem Rangdritten aus Friedberg liegt. »Dass wir jetzt in der Spitzengruppe vertreten sind, hängt natürlich mit unserem tollen Saisonstart zusammen. Am Anfang holten wir sechs Siege und ein Remis, da stimmte alles«, so Michel. Dass es auch anders gehen kann, zeigte die jüngste 0:4-Niederlage beim FSV Fernwald. »Da sind wir richtig unter die Räder gekommen. Deshalb ist jeder der 26 erreichten Punkte nach zwölf Spieltagen ein Zähler gegen den Abstieg«, stapelt der Torjäger tief, der weiterhin offiziell vom Ziel »Klassenerhalt« spricht. »Niemand hätte vor der Saison gedacht, dass wir so weit oben stehen. Und ich glaube auch nicht, dass wir am Ende unter den besten drei Teams zu finden sein werden.« Dafür fehle der jungen Mannschaft in manchen Situationen noch die Erfahrung. Rang sechs sei aber möglich.

Ohnehin stelle sich für Michel nicht die Aufstiegsfrage. »Das ist mit unserem Verein infrastrukturell nicht möglich. Wo sollten wir im Falle eines Aufstiegs ohne richtige Heimat spielen? Wir müssen sogar manchmal unser Trainingsgelände wechseln.«

Während es für seinen Klub zu Rundenbeginn perfekt lief, hatte Michel Anlaufschwierigkeiten. »Ich kam sehr schleppend in die Saison, ließ mehrere gute Chancen liegen. Jetzt bin ich besser drin«, sagt der Stürmer, der drei Drittliga-Einsätze für Jahn Regensburg aufzuweisen hat.

Aktuell steht Michel bei acht Toren. In der abgelaufenen Spielzeit wurde er mit 24 Buden Hessenliga-Torschützenkönig. »24 oder 25 Treffer sollten es wieder werden. Unter dem Strich schieße ich aber lieber ein paar Tore weniger, wenn wir dafür in der Tabelle weit oben stehen«, betont er.

Heute Nachmittag will der ehemalige Junioren-Bundesligaspieler erstmal Platz drei absichern. »Wir haben nach der Pleite gegen Fernwald etwas gutzumachen und wollen die drei Punkte.«

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