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Mit Fair Play zur EM 2024

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Von: Leon Alisch

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Thomas Geiß (HFV-Fairplay-Beauftragter), Landrat Jan Weckler, Benjamin Koch (HFV-Geschäftsführer Recht und Spielbetriebsorganisation), Harald Stenger (ehemaliger DFB-Pressesprecher) und Thorsten Schenk (Geschäftsführer der Sozialstiftung des hessischen Fußballs) haben in Stammheim auf die EM 2024 in Deutschland geblickt. © Leon Alisch

(lab). In etwa einem Monat beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Selten hat eine WM im Vorfeld so sehr polarisiert und so viele Diskussionen heraufbeschworen. Es wird viel über Menschenrechte, Korruption und Nachhaltigkeit gesprochen - und wenig über Fußball. Zeit also, um vorauszudenken. Was vielen noch gar nicht bewusst ist: Im Jahr 2024 steigt die Europameisterschaft der Herren in Deutschland.

Da werden Erinnerungen an das Sommermärchen 2006 wach und im generellen Konsens schwingt vor allem eines mit: Wir wollen zeigen, dass es besser geht als in Katar.

Das ist auch die Quintessenz der Kampagne »EURO 2024 - wir sind dabei!« von Fair Play Hessen. Diese möchte im Hinblick auf die EM in zwei Jahren die Vereine mit ins Boot holen. Über die Teilnahme an Aktionen der Kampagne können die Vereine Punkte sammeln und sich so Karten für eine EM-Partie in Frankfurt am Main sichern. Am Montagabend wurde die Kampagne den Vereinen der Fußballkreise Friedberg und Büdingen im Rahmen der Hessentour vorgestellt. Ort des Geschehens war das Bürgerhaus in Stammheim.

Was genau ist Fair Play Hessen? Fair Play Hessen ist eine Plattform der Sozialstiftung des hessischen Fußballs. Die Plattform arbeitet mit den Fußballvereinen zusammen und hilft diesen beim Einsatz für mehr Fair Play auf dem Platz sowie beim Kampf gegen Diskriminierung und Gewalt. Als Verein kann man Teil des Netzwerks werden. Dadurch wird einem ermöglicht, eigene Veranstaltungen zum Thema Fair Play durchzuführen. Ferner werden Workshops angeboten, an denen man als Institution teilnehmen kann.

Wie sieht die Kampagne zur EM 2024 aus? Im Vorfeld der EM können die Vereine verschiedene Maßnahmen durchführen und darüber Punkte erhalten. Je nach Maßnahme erhält man einen oder zwei Punkte. Für die Teilnahme an Workshops (beispielsweise zum Thema Inklusion oder Konfliktlösung) erhält man einen Punkt. Die Durchführung einer größeren Maßnahme wie das Erarbeiten eines Kinderschutzkonzepts im Verein bringt zwei Punkte. Die Vereine mit den meisten Punkten haben am Ende die Chance auf Karten für ein EM-Spiel in Frankfurt. Die Maßnahmen sind für die Vereine kostenlos - man muss allerdings Mitglied im Netzwerk von Fair Play Hessen sein.

Die Kampagne will zu einer friedlichen EM im Rahmen von Vielfalt und Fairness beitragen. Die EM soll als Chance begriffen werden, eine Ansage zu machen und gerade die Werte, die in der Vergangenheit verloren gegangen sind, hochhalten.

Um darüber zu sprechen, war in den Abend in Stammheim eine Podiumsdiskussion integriert. Mit dabei waren unter anderem Harald Stenger, ehemaliger Pressesprecher des Deutschen Fußball-Bundes und Sportjournalist, sowie Landrat Jan Weckler. Ein Konsens: Der Profi- und der Amateurfußball haben sich zu zwei verschiedenen Sportarten entwickelt. Dennoch sollte auch die Basis vom Turnier in zwei Jahren profitieren.

Und selbst bei Negativschlagzeilen und den dunklen Gedanken an die Affäre um die Vergabe der WM 2006 schwingt irgendwann sowieso vor allem eins mit: Vorfreude. »Wenn wir es auch nur ansatzweise schaffen, das Sommermärchen von 2006 zu wiederholen, dann hat sich das Ganze bereits gelohnt«, brachte es Stenger auf den Punkt.

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