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Offensiv-Allrounder Maxi Schmid beim 1. FC Köln auf einem guten Weg

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Der Ranstädter Maximilian Schmid stand bereits mit Profis wie Anthony Modeste auf dem Platz. © Red

Maximilian Schmid aus Ranstadt hat die nächste Hürde genommen. Der U19-Akteur des 1. FC Köln unterschrieb einen weiteren Vertrag am Rhein. Dort will er sich für die Männer-Bundesliga empfehlen.

Rund um die Weihnachtsfeiertage spannte Maximilian Schmid aus. Verbrachte etwas Zeit bei seinen Eltern in Ranstadt. »Das letzte Jahr war hart. Wir hatten nach der Corona-Pause viele Spiele«, betont der U19-Bundesliga-Spieler des 1. FC Köln.

Sein Tagesablauf ist normalerweise streng getaktet. Mit vielen Terminen und wenig Freizeit. Schule, Fußballtraining, Schule, zweite Trainingseinheit. Seit Sommer 2018 klingelt sein Wecker in der Geißbock-Akademie jeden Morgen um 7 Uhr. »Erst gegen 20.30 Uhr habe ich etwas Zeit für mich.«

Schmid, den alle Maxi nennen, ist bewusst, dass er viel verpasst. Dafür bekommt er auf der anderen Seite »auch so viel geschenkt«. Beispielsweise die U17-Meisterschaft gleich in seiner ersten Saison 2018/19 bei den Rheinländern. Im zweiten Jahr durfte er sogar doppelt jubeln, wurde mit der U17 und U19 Staffelmeister der Bundesliga West. Endspiele um die Deutsche Meisterschaft fielen wegen Corona aus. In dieser Runde erlebte der Stürmer mit der Rückennummer neun einen weiteren Höhepunkt: Er erzielte das allererste Tor für Köln in der UEFA Youth League - der Champions League für Nachwuchsteams. Schmid spricht von einer »geilen Erfahrung«.

Im Liga-Alltag läuft es für den 18-Jährigen und sein Team nicht komplett nach Plan. Nach einer erfolgreichen vergangenen Saison belegt der 1. FC Köln aktuell den siebten Rang in der West-Staffel der U19-Bundesliga.

Neben dem Platz steht in den kommenden Monaten das Fachabitur an, das er im Mai in Köln macht. Die sportliche Zukunft nach der laufenden Saison ist mittlerweile geklärt. Der ehemalige Junioren-Nationalspieler hat Anfang Januar, trotz einiger Angebote aus der 2. Liga, einen bis 2024 laufenden Vertragsspielerkontrakt für die Kölner U21 unterschrieben. »Der ›Effzeh‹ war immer mein erster Ansprechpartner. Hier stimmen die Perspektiven«, so Schmid.

Den Plan mit dem ambitionierten U19-Akteur skizziert Thomas Kessler, Sportlicher Leiter Lizenzspielerabteilung, wie folgt: »Wir möchten Maxi so weiterentwickeln, dass er über die U21 den Schritt in die Lizenzmannschaft nehmen kann. Er ist ein sehr talentierter Spieler, der im Offensivbereich flexibel einsetzbar ist und seine ersten Erfahrungen im Seniorenfußball sammeln soll. Wir werden ihn bestmöglich begleiten.«

Schmid hofft, »dass ich im Sommer mit der Bundesliga-Mannschaft ins Trainingslager fahren und auch einige Trainingseinheiten oben absolvieren darf«. Pflichtspiele absolviert er dann in der Regel für die U21. »Wenn es gut läuft und ich mich verbessere, kann es aber auch sein, dass ich hier und da mal in den Profikader berufen werde.«

Schmid geht seinen Weg bei den Geißböcken seit 2018. »Wir kannten Maxi schon von Sichtungen aus der U13 beim FSV Frankfurt. Sein Stern ging vor allem beim DFB-Länderpokal 2017 in Bad Blankenburg auf, als er für die Südwestauswahl groß aufspielte. Spätestens da war uns klar: Wir müssen Maxi nach Köln lotsen - zumal seine Familie FC-verrückt ist«, berichtet Martin Bülles, Nachwuchschefscout des 1. FC Köln. Bereut hat der 40-Jährige diese Verpflichtung keine Sekunde: »Maxi geht dahin, wo es wehtut. Er ist aber nicht nur der Stürmer, der in der Box seine Qualitäten hat. Er kann sich auch mal zurückfallen lassen.«

Schmids Trainer Stefan Ruthenbeck setzt sogar noch einen oben drauf: »Maxi hat die Gabe, als Stürmer viel gegen den Ball zu arbeiten. Das ist sein Faustpfand, sogar wenn er im Lizenzbereich mittrainieren darf.« Zudem sei er sehr flexibel, könne Tore schießen und vorbereiten sowie auf mehreren Positionen spielen. Das mache ihn kompletter als den typischen Jugendfußballer.

Die Position schlechthin gibt es für Schmid aktuell nicht. »Früher fühlte er sich in der Sturmmitte wohl. Jetzt vielleicht eher rechts. Er kann aber auch Teil einer Doppelspitze sein«, betont Ruthenbeck. Dem Ranstädter ist es ebenfalls egal, wo er aufläuft. Hauptsache irgendwo im Offensivbereich. »Bei der U19 bin ich eigentlich Mittelstürmer oder auf dem rechten Flügel. Bei den Profis kam ich schon in einer Doppelspitze und im Mittelfeld zum Einsatz.«

Während den jüngsten Länderspielpausen sammelte der 18-Jährige Erfahrungen im Kölner Profibereich. Er füllte den Bundesliga-Kader auf, trainierte und absolvierte Testspiele zusammen mit Timo Horn, Jonas Hector, Anthony Modeste und Mark Uth. »Es ist schon ein anderes Niveau. Körperlicher und intensiver«, sagt der Ranstädter. Die Ehrfurcht habe er mittlerweile abgelegt. »Trainer Steffen Baumgart hat schon gesagt, dass ich öfter mittrainieren soll«, verrät Schmid, dem im Test gegen Paderborn ein Assist gelang.

Für Ruthenbeck ist ein anderer Aspekt entscheidender: »Maxis wichtigster Schritt in den vergangenen Monaten war, dass wir über einen langen Zeitraum eine hohe Intensität fahren konnten. Davor hatte er immer mit Verletzungen zu kämpfen. In dieser Runde nicht.« Auch weil Schmid körperlich zugelegt hat - 74 Kilo bei 1,80 Meter. Ruthenbeck ist froh, dass Schmid sich für einen Verbleib entschieden hat: »Mit etwas Geduld wird Maxi seinen Weg im Profifußball gehen.«

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