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Ostapenko-Show in Bad Vilbel

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Von: Michael Nickolaus

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Der Hingucker in Bad Vilbel: Jelena Ostapenko, die Weltranglisten-13. © Andreas Chuc

Einmal Bad Vilbel und zurück! Jelena Ostapenko schlug am Samstag für die Bundesliga-Damen auf, verzückte 350 Zuschauer, zeigte sich als Tennis-Star zum Anfassen und war am Abend schon wieder in Paris.

(mn). Eine Foto-Anfrage hier, ein Smalltalk dort. Siege im Einzel und im Doppel. Jelena Ostapenko hat am Samstag den Bundesliga-Spieltag geprägt. »Eine tolle Atmosphäre, viele nette Leute im Klub. Ich bin froh, dass ich die Gelegenheit genutzt habe, hierher zukommen. Und ich denke, ich habe alles in allem auch ganz ordentlich gespielt«, sagt die 24-Jährige, die in der Tennis-Weltrangliste aktuell auf Position 13 geführt führt und sich beim Tagsausflug von Paris in die Wetterau als geduldig-gut gelaunter Star zum Anfassen präsntierte. Mit Ostapenko, die in ihrer noch jungen Karriere bereits mehr als zehn Millionen Dollar Preisgeld gewonnen hat, gewann der TC Bad Vilbel vor 350 Zuschauern gegen den bislang ungeschlagenen Tabellenführer Blau-Weiß Aachen mit 7:2.

»Wir sind sehr stolz, dass Jelena heute hier ist«, sagt Dirk Hinkel. Der TCBV-Chef persönlich hatte die French Open-Siegerin von 2017 am Morgen am Flughafen in Frankfurt zum Tagesauflug in die Wetterau abgeholt, nach kurzem Einspielen mit Tobias Schade, dem Sportlichen Leiter, lud Ostapenko in Einzel gegen Panna Udvardy - aktuell die Nummer 115 der Welt, zu einem wahren Tennis-Feuerwerk mit spektulär druckvollem, intensiven Spiel. Am Abend saß die Lettin schon wieder im Flugzeug nach Paris, wo ihre Mutter mit ihren Hunden wartete. Ob sie in dieser Saison noch einmal für Bad Vilbel aufschlägt, ist offen. Das Heimspiel gegen Titelfavorit TC Bredeny kollidiert zeitlich mit dem Grand Slam-Turnier in Wimbledon. Vor Abschluss in Waldau hofft man in der Brunnenstadt zudem auf Gewissheit im Kampf um den Klassenerhalt.

Die zweite Hauptdarstellerin beim zweiten Saison-Heimspiel war Aleksandra Krunic aus dem Kader der Gäste. Die Serbin war zum Spiel vom ITF-Turnier aus dem kroatischen Makarska angereist, wo sie sich in der Doppel-Konkurrenz allerdings für das Finale am Sonntag qualifiziert hatte, was zur Meldung der Aufstellung für reichlich Wirrwarr gesorgt hatte. Zwar erlaubt der Deutsche Tennis-Bund in diesem Fall einen Einsatz, doch hätten Krunic Sanktionen seitens der ITF gedroht, wie hektisch geführte Telefonae rund eine Stunde vor Spielbeginn ergeben. Die Konsequenz: Krunic spielte nicht. Ihr Team - ungeschlagen und mit Titelambitionen - war allerdings ohne Ersatzspielerin angereist, doch dass Bad Vilbel mit quasi mit einer 2:0-Führung wegen Nicht-Antritt in die Partie starten konnte. »Ich will sportlich gewinnen. Und das ist uns auch so gelungen«, sagt TCBV-Mannschaftführer Tobias Schade, der abschließend von einem »Riesenschritt« in Richtung Klassenerhalt sprach.

Die Italienerin Jessica Pieri löste ihre Aufgabe im Schnelldurchgang. Nebenan ließ Ekaterine Gorgodze aus Georgien (auf der Bank von ihrem Lebensgefährten betreut) ebenso eine rasche Entscheidung erwarten, lag im zweiten Durchgang aber mit 1:5 zurück, ehe sie den Satz noch drehen konnte. Das umgekehrte Bild bot sich auf dem Hauptplatz. Hier konnte Kirsten Flipkens einen 5:1-Vorsprung im zweiten Satz nicht über die Runden bringen, verlor durch einen Doppelfehler beim Matchball ihrer Kontrahenten.

In der zweiten Einzelrunde begeisterte schließlich Ostapenko im ersten Durchgang, vor allem über ihr Feingefühl mit der Vorhand. Im zweiten Satz wirkte die Lettin, die am Vor-Nachmittag im Doppel-Halbfinale in Paris ausgeschieden war, etwas müde, gewann aber unterm Stirch sicher. Victoriya Tomova gewann nervenstark gleich zwei Tiebreaks. Vor den Doppeln, in denen Ostapenkto mit ihrer Wucht und Flipkens mit ihrem Volleyspiel gefielen, war die Entscheidung gefallen.

TC Bad Vilbel - Blau-Weiß Aachen 7:2: Einzel: Jelena Ostapenko - Panna Udvardy 6:1, 7:6; Kirsten Flipkens - Ysaline Bonaventure 3:6, 5:7; Victoriya Tomova - Quirine Lemoine 7:6, 7:6; Ekaterina Gorgodze - Lara Salden 6:1, 7:5; Jessica Pieri - Emilie-Maria Hamers 6:0, 6:1. - Doppel: Ostapenko/Flipkens - Udvardy/Lemoine 6:3, 6:2; Tomova/Guth - Bonaventure/Salden 3:6, 7:5, 7:10.

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