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Kuriosum bei Parlatans gelungenem Einstand: OFC fährt im Bus von Wehen Wiesbaden vor

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Von: Jörg Moll

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Die Entscheidung in Stuttgart: Lucas Hermes erzielt mit seinem ersten Saisontor das 2:0 für den OFC.
Die Entscheidung in Stuttgart: Lucas Hermes erzielt mit seinem ersten Saisontor das 2:0 für den OFC. © Hübner

Der Einstand des neuen Coaches bei Kickers Offenbach begann im Teambus des SV Wehen Wiesbaden und endete mit einem 2:0 Erfolg beim VfB Stuttgart II.

Offenbach – „Ich bin glücklich über den Einstand“, räumte der 45-Jährige ein, der am Mittwoch erstmals mit der Mannschaft trainiert hatte: „Die Art und Weise, wie die Mannschaft den Matchplan umgesetzt hat, war sehr gut.“ Parlatan hatte allerdings bei der Abfahrt wie alle im OFC-Tross nicht schlecht gestaunt, als auf dem Parkplatz der Mannschaftsbus des SV Wehen Wiesbaden stand.

Weil der eigentliche Bus, der den OFC zu Auswärtsspielen fährt, defekt war, hatte das Unternehmen auf die Schnelle nur das Gefährt des Drittligisten auftreiben können. „Das war natürlich sehr unglücklich“, räumte Kickers-Geschäftsführer Matthias Georg ein, der Chef des Busunternehmens habe sich dann aufrichtig entschuldigt, die Kosten für die Tour übernommen und auch eine Beklebung des Busses mit OFC-Logos versprochen.

OFC beim VfB Stuttgart II – hoch konzentriert in Hälfte eins, aber ohne Torerfolg

Auf dem Platz geriet die Posse schnell in Vergessenheit, weil die Kickers vor den Augen ihres früheren Trainers Sreto Ristic und dessen Assistenten Marijan Kovacevic hochkonzentriert zu Werke gingen und in puncto Kompaktheit und Spielkontrolle ihre beste Saisonleistung auf den Platz brachten.

Parlatan hatte die Kickers in einem 4-1-2-3-System auf den Platz geschickt, das gegen den Ball schnell zu einem 5-4-1 wurde. Die Folge: Die Kickers hielten die quirligen und gerne mit hohem Tempo agierenden Schwaben mit Erfolg vom Tor fern. Im Spiel nach vorne agierte der OFC bei denen Jakob Lemmer (links) und Dominik Wanner (rechts) überraschend die Seiten tauschten, variabel und ansehnlich. Lemmers Flanke köpfte Philipp Hosiner knapp drüber (12.), Wanner gab nach beherztem Solo einen zu zentralen Schuss ab (22.).

Und der OFC verdaute auch den ersten Tiefschlag der Partie erstaunlich souverän: Kapitän Sebastian Zieleniecki griff sich an den Oberschenkel und konnte nicht mehr weitermachen. Vincent Moreno Giesel kam für ihn, rückte auf die rechte Außenbahn und war sofort im Spiel. Jayson Breitenbach verteidigte fortan neben Michael Rossmann. Und so kompensierte der OFC das Fehlen der polnischen Abwehrkonstante problemlos. „Vinc hat das sehr gut gemacht, er war sofort im Spiel“, lobte Parlatan das Offenbacher Eigengewächs.

OFC beim VfB Stuttgart: Hermes nach Einwechslung sofort auffällig

Die Kickers mussten nur einmal tief durchatmen, als Kuol nach einem Freistoß am Fünfer hochstieg und an den Pfosten köpfte (40.). Danach aber kontrollierten sie wieder die Partie. Und Parlatan sorgte mit einer taktischen Umstellung zur Pause für den entscheidenden Zug hin zu mehr Torgefahr, als er auf das zuletzt gewohnte 4-2-3-1 zurückgriff.

Lucas Hermes kam für den keineswegs schwachen Hosiner, damit war mehr Wucht im Spiel. Hermes war sofort an guten Offensivaktionen beteiligt, mit der Einwechslung von Rafael Garcia hatte Parlatan ebenfalls richtig gelegen. Der Linksaußen war zwei Minuten auf dem Platz, als er eine Flanke auf den langen Pfosten schlug, wo Lemmer lauerte und die Kugel über die Linie drückte – sein sechstes Saisontor (62.).

Der OFC hatte sich für eine über weite Strecken reife Vorstellung belohnt und er legte sechs Minuten später nach: Dieses Mal steckte Christian Derflinger den Ball auf den startenden Lucas Hermes durch. Und der 22-Jährige zog unaufhaltsam davon, spielte auch Torwart Sebastian Hornung aus und schob überlegt ein – das erste Saisontor des früheren Mainzers. In der 76. Minute hätte der starke Innenverteidiger Maximilian Rossmann beinahe nochmal nachgelegt.

Er schoss aber nach Pass von Jopek aus der Drehung knapp am Tor vorbei. „Ich bin eben eher fürs Verteidigen da“, sagte der 27-Jährige lachend, der zum zweiten Mal von Beginn an spielte und im Verbund mit seinen Nebenleuten Garant dafür war, dass der OFC zum zweiten Mal in Folge und zum dritten Mal überhaupt in dieser Saison die Null hielt.

Kickers Offenbach : Jetzt wartet Spitzenreiter Ulm

„Wir haben souverän gewonnen“, konstatierte Offenbachs Mittelfeldmotor Björn Jopek: „Jetzt aber kommen die Wochen der Wahrheit.“ Am kommenden Freitag (19 Uhr) kommt Spitzenreiter SSV Ulm 1846 (30 Punkte). „Da brauchen wir die Unterstützung der Fans“, sagt Ersan Parlatan: „Und die Mannschaft hat sich das auch verdient.“ Mit einer reifen Leistung in Stuttgart – und einem Trainer, der einen perfekten Einstand genoss. (Jörg Moll)

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