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Ex-Profi Claudius Weber coacht ab sofort die B-Juniorinnen des SC Dortelweil, die in der Bundesliga Süd spielen. FRIEDRICH

Fußball

»Poldy« Weber übernimmt als Trainer den Dortelweiler Bundesliga-Nachwuchs

  • Christoph Sommerfeld
    VonChristoph Sommerfeld
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Der SC Dortelweil hat Ex-Profi Claudius Weber als Trainer für die weibliche U17 in der Bundesliga engagiert. Der 43-Jährige spielte einst für den FSV Mainz 05 und traf schon gegen den FC Bayern.

(cso). Er hat immerhin einen Treffer in der Fußball-Bundesliga vorzuweisen - und den ausgerechnet gegen den großen FC Bayern München erzielt. Seit Anfang Januar ist er Trainer der weiblichen U17 des SC Dortelweil. Diese spielt ebenfalls in der höchsten deutschen Klasse und rangiert in der Südstaffel derzeit auf dem siebten von zwölf Plätzen. Claudius Weber, den die meisten Kicker als »Poldy« kennen, übernimmt die B-Juniorinnen im Bad Vilbeler Stadtteil.

Der 43-Jährige war in den 1990er Jahren als Spieler zunächst für drei mittelhessische Amateurvereine aktiv, ehe er 2001 den Sprung zum FSV Mainz 05 schaffte und dort zunächst in der zweiten Mannschaft eingesetzt wurde. 2004 stieg er mit der »Ersten« in die Bundesliga auf. Sein Tor in München - damals noch im Olympiastadion - war der Treffer zum 2:4-Endstand aus Mainzer Sicht. Trainer am Rhein zu dieser Zeit war ein gewisser Jürgen Klopp.

Seine Karriere als Spieler ließ Weber wieder in Mittelhessen ausklingen. Letzte Station als Aktiver war die SG Birklar, wo er 2014 auch die Trainerposition übernahm. Zuletzt coachte »Poldy« bei den B-Juniorinnen des FSV Hessen Wetzlar, die wie der SC Dortelweil ebenfalls um Bundesliga-Punkte spielen. Zudem betreibt er im mittelhessischen Wettenberg die Agentur »Team Eleven« und ist als Spielerberater tätig.

Am vergangenen Montag stand Weber zum ersten mal bei der Dortelweiler U17 auf dem Platz und leitete das Training. Fünf Vorbereitungsspiele sind bis zum Re-Start angesetzt. Am 5. Februar kommt der 1. FC Nürnberg zum Test in den Bad Vilbeler Vorort. Ab 20. Februar geht’s dann wieder um Punkte, wenn die Wetterauerinnen bei der Spvgg. Greuther Fürth vorstellig werden, die derzeit auf einem der vier Abstiegsplätze rangiert. Da will der SC Dortelweil auf keinen Fall landen. Und es sieht gut aus. Als Tabellensiebter hat man aktuell vier Zähler Vorsprung auf die gefährdete Zone.

Nicolai König folgt als Frauen-Trainer auf Christian Vaubel

Weber löst bei den B-Juniorinnen Nicolai König ab, der Anfang Dezember interimsweise für den bisherigen Coach Joao-Paul Ferreira in die Bresche gesprungen war. König seinerseits bleibt den Dortelweilerinnen erhalten. Er übernimmt die sportliche Verantwortung beim Frauen-Team und folgt dort auf Christian Vaubel.

Die personelle Rotation bei den SCD-Damen kommt recht überraschend, beendete die Mannschaft um Spielführerin Jana Harms die Vorrunde in der Verbandsliga Süd, Gruppe 1, doch auf Platz eins. Von zehn Spielen gewannen die Dortelweilerinnen alle zehn. »Sportlich ist Christian Vaubel nichts vorzuwerfen. Aber es geht nicht immer nur darum. Der Trainer hat beispielsweise auch dafür Sorge zu tragen, dass es im Mannschaftsgefüge stimmt«, erklärte Rüdiger Köhler, im Vorstand des SC Dortelweil als Sportlicher Leiter für Männer und Frauen zuständig. »Der Verein und er hatten einfach nicht mehr die gleichen Ansichten, was einige Dinge betrifft.« Dennoch sei man Vaubel zu Dank verpflichtet, betonte Köhler. Beide waren als Übungsleiter-Duo einst gemeinsam für den Aufstieg der B-Jugend in die Bundesliga verantwortlich, ehe Vaubel den Trainerstuhl bei den SCD-Frauen übernahm.

Offensichtlich nicht ganz einverstanden mit der Entscheidung des Vereins waren einige Spielerinnen. Mit Antonia Wittich, Josefine Link, Kyra Koulouris und Marie Kleinschmidt verlässt ein Quartett das Damen-Team. Köhler kann allerdings mindestens gleichwertigen Ersatz präsentieren. Hannah Marx, Sophie Franke und Melina Raiß kommen vom Regionalligisten Kickers Offenbach, während auch Luisa Dandel (zuletzt USA-Aufenthalt) neu zum Kader stößt.

»Wir konnten die Abgänge kompensieren und sind gut aufgestellt«, sagte Köhler. Neu-Coach König, im Hauptberuf Sportdozent an der Uni Frankfurt, startet am 26. März in Egelsbach mit seinem Team in die Aufstiegsrunde.

Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

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