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Regeln für Umkleidekabinen und Busfahrten

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Von: Christoph Sommerfeld

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Frank Huesmann © Red

(cso). Was muss ein Trainer vor dem Betreten der Umkleidekabine beachten? Welche Regeln sind bei Auswärtsfahrten zu befolgen? Darf ein Übungsleiter einzelne Kinder beschenken - und damit beispielsweise besondere Erfolge belohnen? Mit all diesen Fragen müssen sich Kindeswohl-Beauftragte beschäftigen. Bei den Roten Teufeln Bad Nauheim kümmert sich Frank Huesmann um das hochsensible Thema.

215 Kinder und Jugendliche spielen Eishockey beim Nachwuchsverein und verteilen sich auf sieben Altersklassen. Der Mädchenanteil liegt bei ca. zehn Prozent.

Seit November 2020 arbeitet man in der Kurstadt in dieser Sache mit der Sportjugend zusammen. »Unser Berater stand uns zunächst in monatlichen Treffen bei der Konzepterstellung zur Seite. Zudem konnten wir gemeinsam mit der Sportjugend im vergangenen Jahr zwei Workshops für unsere Trainer und Betreuer anbieten«, erzählt Huesmann, der zunächst als Projektleiter fungierte und nun einer von drei Ansprechpartnern im Club ist. Vor allem die Seminare seien sehr eingehend gewesen. »Das wird nicht mal eben schnell abgehandelt. Die Teilnehmer kommen in einen intensiven Austausch.« Solche Workshops sollen zweimal pro Saison angeboten werden.

Den Kern der Thematik Kindeswohl bildet ein neunseitiges Konzept mit drei Anhängen. Einer davon gibt einen bestimmen Verhaltenskodex vor. Dieser ist von allen Trainern und Betreuern im Verein zu unterzeichnen. Ein weiterer Anhang bildet den Leitfaden für eine mögliche Intervention ab, sollten Verdachtsfälle auftreten. Wichtig ist zudem, dass das Thema bereits in der Satzung verankert ist.

Nicht zu autoritär

Das klingt recht theoretisch. Das weiß auch Frank Huesmann, dessen Sohn selbst in der U9 spielt. »Das Konzept muss im Verein adressiert werden. Und man kann nicht alles von oben streng vorgeben. Sonst wird es nicht gelebt.« Für alle Mannschaften gibt es Verhaltensregeln, die von Team zu Team variieren können. Trainer, Betreuer und Spieler sind aber an der Entwicklung dieser Regeln beteiligt. »Wir geben in dem Fall vor, was geregelt werden soll, und die jeweilige Mannschaft kümmert sich mit den Übungsleitern um das Wie«, berichtet das RT-Vorstandsmitglied über die Mechanismen.

In den Umkleidekabinen sind beispielsweise klare Vorgaben einzuhalten, wer diesen Bereich betreten darf und wann er oder sie das darf. Während Corona kommen die Kinder und Jugendlichen zwar ohnehin schon umgezogen ins Training. Grundsätzlich gilt jedoch, dass sich die Spieler zunächst vollständig umkleiden und dann dem Übungsleiter signalisieren, dass er in die Kabine kann. Wichtig dabei zu wissen: Als Betreuer sind oft auch Frauen im Einsatz. Und zum spielenden Personal gehören - vor allem in den unteren Altersklassen - einige Mädchen. »Es geht darum, die Privatsphäre zu schützen«, sagt Huesmann. Bei den Kids der U9 oder der U7 dürfen auch die Eltern in die Kabine und beim Umziehen helfen. Dafür gibt es jedoch Regeln.

Gleiches gilt für (längere) Busfahrten vor und nach Auswärtsspielen. Alkohol im Bus ist tabu - auch für volljährige Mitfahrer. Obligatorisch bei den Roten Teufeln für jeden Trainer und Betreuer ist die jährliche Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses.

Im Vordergrund steht das Wohl der Kinder und Jugendlichen, aber mit dem Kodex und den ganzen Regeln will man im Verein zudem Rechtssicherheit für Erwachsene schaffen, die sich Zeit für den Nachwuchs nehmen. FOTO: PRIVAT

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