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Rote Karten und ein Spielabbruch: So urteilt das Kreisportgericht

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Von: Michael Nickolaus

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Zwei Platzverweise und deren Konsequenzen haben das Kreissportgericht beschäftigt. © Red

Ein Torjäger spielt und trifft nach einer Roten Karte. Auf einem anderen Platz fühlt sich der Unparteiische eingeschüchtert. Das Kreissportgericht musste sich mit zwei B-Liga-Partien befassen.

Eine Rote Karte, die keine Sperre nach sich zieht, und ein Spielabbruch nach Verbal-Attacken gegen einen Unparteiischen: Zwei Spiele aus der Fußball-Kreisliga B Friedberg, haben in diesen Tagen das Kreissportgericht unter dem Vorsitz von Klaus Häuser (Ober-Mörlen) beschäftigt.

Kreisliga B, Gruppe 1, KSV Bingenheim - SG Melbach 2:4: Niklas Kunkel von der SG Melbach hatte in dieser Begegnung die Rote Karte gesehen. In folgenden Partie gegen den VfR Butzbach (4:0) stand der Torjäger des Aufstiegskandidaten allerdings schon wieder auf dem Platz, erzielte zwei Treffer und traf auch drei Tage später in der anschließenden Begegnung mit dem FC Ajax Rödgen; diesmal zudem entscheidend zum 4:3-Endstand. Pikant: Niklas Kunkel ist der Sohn von Kreisfußballwart Karl-Ernst Kunkel, dem Ehrenpräsidenten der SG Melbach.

Einzelrichter Berthold Meyerhöfer (Burg-Gräfenrode) hatte die schriftlichen Stellungnahmen von der SGM sowie dem Unparteiischen Tobias Theiß (SR-Vereinigung Gießen) erhalten und zu beurteilen. Darin habe der Referee seine Entscheidung, dem in Bingenheim kurz zuvor gelb-verwarnten Niklas Kunkel die Rote Karte zu zeigen, nachträglich als falsch eingeschätzt. Dies hatte sich der Einzelrichter - wie er im Gespräch mit unserer Redaktion anführte - auch in einem anschließenden Telefonat mit dem Unparteiischen noch einmal bestätigen lassen und daher von einer Sperre abgesehen. Paragraph 7 der Rechts- und Verfahrensordnung (»Einstellung wegen geringer Schuld«) lasse die Einstellung des Verfahrens zu, wie Klaus Häuser als Vorsitzender des Kreissportgerichts ausführt. Beim HFV werde man das Verfahren prüfen, sagt Pressesprecher Matthias Gast auf Nachfrage unserer Redaktion. Paragraph 84 der Spielordnung schreibt nämlich grundsätzlich eine Sperre vor.

Kreisliga B, Gruppe 2, Blau-Gelb Friedberg - VfR Ilbenstadt abgebrochen: Noah Weber (SV Assenheim) hat die Partie in der 40. Minute beim Stand von 2:0 für die Gastgeber abgebrochen. Just zuvor hatte er den zweiten Platzverweis gegen die Gäste-Mannschaft ausgesprochen. Der Unparteiische fühlte sich die durch verbale Aggressivität und das Auftreten von Goekhan A., dem er unmittelbar zuvor die Rote Karte gezeigt hatte, eingeschüchtert und war auch nach beruhigenden Worten von allen Seiten nicht in der Lage, die Partie fortzusetzen. Klaus Häuser (Ober-Mörlen) und seine Beisitzer Egon Antmansky (Trais) und Berthold Meyerhöfer (Burg-Gräfenrode) beurteilten den Abbruch als »leichten Fall«. Der VfR Ilbenstadt erhält für den verschuldeten Spielabbruch die Mindeststrafe von 100 Euro. Das Spiel wird mit drei Punkten und 3:0 Toren für Blau-Gelb gewertet. Zudem wurde der Rot-Sünder für fünf Spiele gesperrt.

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