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Sarah Bormann aus Nidderau boxt in Offenbach um nächsten WM-Titel

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Sarah Bormann aus Nidderau boxt im Mai am Bieberer Berg um einen weiteren WM-Titel. © Red

Das ist quasi ein Heimspie! Sarah Bormann aus Nidderau boxt am Bieberer Berg in Offenbach um den WM-Titel.

(tj). »Wow, eine der besten Boxerinnen in Deutschland. Top!« So lautet einer der ersten Kommentare unter der Facebook-Ankündigung von »Boxen im Norden«. Die Hamburger Promotion hat am Montagabend in den sozialen Medien Sarah Bormann neu in ihren Reihen begrüßt.

Schon vor einigen Wochen hatte sich der Wechsel angedeutet, als Bormann ein Foto von sich, ihrem TG-Hanau-Trainer Benjamin Romero, Manager Rainer Gottwald und Promoter Thomas Nissen bei Instagram veröffentlichte. »Netter Mittagskaffee und Kuchen«, schrieb die 31-Jährige dazu. Damals wurde der Deal auf den Weg gebracht. Inzwischen ist er ebenso eingetütet wie der WM-Kampf, der am 21. Mai in Offenbach steigen soll. Nur eine Gegnerin hat Bormann noch nicht.

Die amtierende Weltmeisterin der Verbände WBF, WIBF, GBU aus Nidderau kehrt vorerst für einen Kampf ins Halbfliegengewicht (bis 48,9 Kilogramm) zurück. Nachdem sie im vergangenen Jahr in Belgrad einem WM-Fight im Minimumgewicht (bis 47,6 Kilogramm) gewonnen hatte, es war ihr 13. Sieg im 13. Profikampf, soll Nummer 14 nun wieder eine Gewichtsklasse höher folgen.

»Weil der WBO-Titel im Halbfliegengewicht vakant ist, will ich die Chance nutzen, den zu boxen«, nennt Bormann einen von zwei Gründen für den erneuten Wechsel der Gewichtsklasse. Der andere wurmt die Boxerin der TG Hanau enorm: »Weil der Kampf mit Tina Rupprecht nicht zustande kam.« Rupprecht ist amtierende WBC-Weltmeisterin im Minimumgewicht, Bormann eigentlich ihre Pflichtherausforderin. »Ich bin die Nummer eins im Strohgewicht, aber es kommt irgendwie Nichts zustande. Sie will einfach den Kampf nicht, warum auch immer«, ärgert sich die 1,63 Meter große Linksauslegerin. »Dabei wäre das ein toller Kampf, ein Duell der beiden besten Deutschen wäre super für die Zuschauer.«

Neben dem Unverständnis über den nicht zustande kommenden Rupprecht-Kampf musste Bormann in den vergangenen Monaten auch mit Unstimmigkeiten zwischen ihrem Lager und ihrem ehemaligen Promoter Petko’s Boxing klarkommen. »Da wurden Sachen nicht eingehalten, ich bekam keine Kämpfe, und dann haben wir uns getrennt.«

Ihr Manager Gottwald, der das Event am 21. Mai im Fußballstadion von Kickers Offenbach plant, suchte einen anderen Promoter. »Es ist ja auch eine Geldfrage, die Kämpfe kosten jede Menge.« Bormann spricht von rund 20 000 Euro für einen WM-Kampf und zählt Kosten für die Gegnerin, den Ringrichter sowie deren Flüge und die Sanktionsgebühren für Gürtel auf.

»Boxen im Norden«-Promoter Thomas Nissen ist stolz auf sein neues Zugpferd: »Sarah ist nicht nur weltweit unter den Top-10, sie kann absolut alle schlagen. So eine Sportlerin gibt dem Boxen ein gutes Gesicht. Schade nur, dass sich Tina Rupprecht vor dem Duell mit Sarah wegdrückt.«

Bormann versucht derweil die Rupprecht-Debatte auszublenden und hat ihr Training intensiviert. »Jetzt geht’s wieder los«, schickt sie schon mal eine Ansage an ihre noch unbekannte Gegnerin, »mit zweimal am Tag Training und acht Wochen vorher dann dreimal am Tag.«

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