cso_5-B_212236
+
Savas Yasaroglu will beim Türkischen SV Bad Nauheim vor allem die Defensive stabilisieren.

Fußball

Savas Yasaroglu: »Als Team besser verteidigen«

  • Christoph Sommerfeld
    VonChristoph Sommerfeld
    schließen

Savas Yasaroglu soll die Talfahrt des Türk. SV Bad Nauheim beenden. Der 44-Jährige steht ab sofort beim Gruppenligisten als Coach an der Seitenlinie. Im Interview spricht er über seine neue Aufgabe.

Der Türkische SV Bad Nauheim geht mit einem neuen Trainer in die verbleibenden Spiele der Fußball-Gruppenliga Frankfurt-West. Durchwachsene Ergebnisse und Leistungen ließen den Verein zur Winterpause auf den zehnten Platz abrutschen. Savas Yasaroglu will das jetzt ändern. Er steht ab sofort in Rödgen in der sportlichen Verantwortung. Die Vorbereitung startet am 23. Januar. Sein Engagement beim A-Ligisten SV Schwalheim hat der 44-Jährige beendet.

Nachdem der langjährige Spielertrainer Tufan Tosunoglu den Türkischen SV im Oktober verlassen hatte, übernahm zunächst Keeper Kamber Koch als Interimstrainer. Die Club-Verantwortlichen machten bereits damals deutlich, dass man sich bei der Suche nach einem neuen Coach Zeit lassen werde.

Nun ist es mit Yasaroglu ein in der Wetterau bestens bekannter Übungsleiter geworden. Der Assenheimer schnürte sich einst selbst die Schuhe für den TSV. Mit 23 Jahren hatte er seinen ersten Job als Spielertrainer bei Emekspor Friedberg. Sein bisheriges Highlight als Coach war die Zeit bei Türk Gücü Friedberg mit dem Verbandsliga-Aufstieg.

Herr Yasaroglu, Sie hatten erst im vergangenen April für zwei weitere Jahre in Schwalheim zugesagt. Nun haben Sie doch ein anderes Angebot angenommen. Wie kam es dazu?

Es gab zwei Gründe für den Wechsel. Zum einen hat es mich gereizt, jetzt doch wieder zwei Klassen höher in der Gruppenliga zu trainieren. Zum anderen kenne ich den Türkischen SV gut, nicht zuletzt aus meiner Vergangenheit, als ich als Spieler selbst dort aktiv war. Als die Anfrage aus Bad Nauheim kam, war es sehr interessant für mich.

Wie hat man beim SV Schwalheim reagiert?

Natürlich ein bisschen geschockt, aber letztlich haben die Verantwortlichen meine Entscheidung so angenommen. Man hatte in Schwalheim durchaus erwartet, dass auch andere, möglicherweise höherklassige Vereine an mich herantreten und dass es Angebote gibt. An dieser Stelle möchte ich mich noch mal ausdrücklich bei Abteilungsleiter Dennis Harsch, dem Vorsitzenden Jürgen Freundl sowie allen Spielern der Germania für die Zusammenarbeit bedanken.

Wie gut kennen Sie Ihre neue Mannschaft schon?

Ich kenne etwa fünf bis sechs Spieler, u. a. natürlich meinen Cousin Salih Yasaroglu. In der Vergangenheit war ich immer bei den Spielen, wenn ich die Möglichkeit hatte. Den ehemaligen Trainer Tufan Tosunoglu schätze ich sehr. Leider könnte es sein, dass einige Akteure des aktuellen Kaders aufhören bzw. wechseln möchten.

Wie werden Sie dem begegnen?

Es wird eine Herausforderung, das ist klar. Ich habe bereits in Kleingruppen mit Spielern gesprochen. Natürlich werde ich versuchen, die wechselwilligen Spieler noch umzustimmen. Der Kader ist schon dünn besetzt. Und neue Leute können wir ja jetzt nur noch holen, wenn sie bei ihrem alten Verein abgemeldet sind.

Wo werden Sie den Hebel ansetzen? Der Blick auf die Tabelle offenbart bei 50 Gegentreffern zunächst mal Probleme in der Defensive …

Das ist richtig. Ich denke, in der Offensive sind wir mit Spielern wie Salih Yasaroglu und Stanley Ike gut aufgestellt. Mit Kubilay Erden wird ein junger Mann wieder dazukommen, der lange verletzt war. Er hat sehr viel Potenzial. Tatsächlich drückt der Schuh im Abwehrverhalten.

Aber wie wollen Sie da rangehen? Wie ist Ihre Philosophie, Fußball spielen zu lassen?

Ich weiß, dass man beim Türkischen SV grundsätzlich lieber einen offensiven Stil sieht. Dennoch wird es darauf ankommen, dass wir als Team besser verteidigen als zuletzt, das ist nicht nur Aufgabe der Abwehr. Dieses Ziel werden wir mit dem vorhandenen Spielermaterial angehen. Mit dem möchte ich das beste herausholen.

Inwiefern ist der Sprung von der A-Liga in die Gruppenliga eine Umstellung für Sie?

Da mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Klar, vor allem im taktischen Bereich ist es noch mal eine andere Hausnummer. Aber ich denke, ich bin erfahren genug.

Wo soll die Reise hinführen? Können Sie schon ein Saisonziel formulieren?

Ich möchte in dem halben Jahr bis Saisonende so viele Punkte wie möglich holen und in der Rückrunde den Klassenverbleib sichern. Ob wir am Ende Siebter oder Zehnter werden, spielt eigentlich keine große Rolle. Was dann im Sommer passiert, werden wir mit allen Verantwortlichen besprechen. Es geht vor allem darum, den Kader zu erweitern.

Sie haben einmal im WZ-Interview von der besonderen Rolle des Torwarts gesprochen. Könnten Sie das näher erklären?

Der Torhüter kann als letzter Mann eine Begegnung entscheiden, er kann Punkte retten. Zudem hat er eine andere Sicht, er hat das Spiel komplett vor sich. Torwarte werden immer öfter zum Kapitän befördert. Auch in meiner Zeit in Schwalheim hatte Florian Winkler als Torhüter das Amt des Kapitäns. Damit war ich sehr zufrieden.

Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare