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Schock für Olympia-Starter Steven Müller

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Steven Müller © Red

200-Meter-Sprinter Steven Müller von der LG Friedberg-Fauerbach ist aus dem Bundeskader geflogen.

Die Nicht-Berücksichtigung im Perspektivkader ist für den 31-jährigen Staffel-Weltmeister eine große Enttäuschung. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) spricht von einer perspektivischen Entscheidung mit Blick auf die Vorbereitung für Olympia 2024 und 2028.

»Das ist sehr enttäuschend für mich. Ich lese daraus, dass der DLV denkt, dass ich keine Leistung mehr bringe«, kommentiert Steven Müller. Der DLV will mit der Kaderberufung nicht nur den neuen Olympiazyklus einläuten. Auf Nachfrage dieser Zeitung sprechen im Fall der Müller-Nicht-mehr-Berufung Chef-Bundestrainerin Annett Stein, Sprint-Bundestrainer Ronald Stein und Bundesstützpunkt-Trainer David Corell von der Einleitung eines Generationswechsels.

»Wir verstehen die Enttäuschung von Steven«, erklärt das DLV-Trio. Die Kaderberufung erfolge aber jährlich auf der Basis der definierten altersbezogenen Kriterien. »Steven verfehlte 2020 leider den Kaderrichtwert (von 20,45 Sekunden über 200 Meter) um 0,26 und 2021 um 0,30 Sekunden. Bei den internationalen Meisterschaften gelang es ihm leider bisher nicht, seine Saisonleistungen im entscheidenden Wettkampf zu reproduzieren.«

Der Sprinter aus Kassel verfüge auch nicht über eine »vergleichbare Wechselfähigkeit im Sinne einer Verstärkung der 4x100m Staffel«. Ziel der Perspektivkader-Berufung sei es, »eine Entwicklung in die erweiterte Weltspitze zu realisieren. Diese Prognose ist für Steven auf der Basis der Analyse seiner bisherigen Leistungsentwicklung und seiner Leistungsdarstellung gegeben.«

»Ja, die vergangenen zwei Jahren waren nicht die besten«, sagt Steven Müller. »Ich will keine Ausreden suchen, aber bei den Corona-Einschränkungen und aufgrund der Olympia-Verschiebung konnte ich nicht meine bestmögliche Leistung abrufen.

Mit Elias Goer (21) und Milo Skupin-Alfa (22) rückten nun zwei Sprinter neu in den Perspektivkader, die zwar bislang deutlich langsamer als der für die Kreisstadt startende Sprinter über 200 Meter waren, allerdings - weil sie jünger sind und für sie deshalb andere Richtzeiten gelten - vor allem 2020 näher an den altersgerechten geforderten Werten waren.

Bei Trainer Otmar Velte stößt es allerdings auf Unverständnis, dass der DLV offenbar nicht berücksichtigt, dass Steven Müller erst fünf Jahre Leistungstraining hinter sich hat und von daher ein vergleichsweise junges Wettkampfalter aufweist. Zumal auch andere Perspektivkader-Athleten schon die 30 erreicht haben. Zum anderen ärgert Velte, dass sein Schützling nicht persönlich informiert worden sei und er trotz mehrfacher Aufforderung keine schriftliche Begründung vom DLV erhalten habe.

Steven Müller zeigt sich trotz allem kämpferisch: »Ich habe weiter Bock. Ich werde - das ist Fakt - auf jeden Fall bis zu Olympia 2024 in Paris weitermachen.« FOTO: IMAGO

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