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Team Wetterau steigt in die Bundesliga auf

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Von: Dieter Pfeiffer

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Roxana Sidi posiert auf dem Schießstand vor ihrem makellosen 400-Ring-Ergebnis. STP © Dieter Pfeiffer

Die Sportschützen vom Team Wetterau schreiben Geschichte. Nach dem Triumph beim Aufstiegskampf in Hannover dürfen sie demnächst um Bundesliga-Zähler schießen.

(stp). Ein Traum ist für die Schützinnen und Schützen vom Team Wetterau nach sechseinhalb Jahren in Erfüllung gegangen: Sie siegten beim Aufstiegswettkampf in Hannover und starten in der Saison 2022/23 in der 1. Luftgewehr-Bundesliga (Gruppe Nord). Damit ist erstmalig eine heimische Luftgewehr-Mannschaft in der höchsten deutschen Klasse vertreten.

Das Sportschützenteam Wetterau wurde 2011 gegründet zwecks Förderung von jungen Schießsportlern. Für die Saison 2015/16 wurde die erste Luftgewehr-Mannschaft zu Rundenwettkämpfen in der Grundklasse II des damaligen Schützenkreises Friedberg gemeldet. Von da an ging es steil bergauf. Über die Luftgewehr-Oberliga und Hessenliga bis in die 2. Bundesliga (Gruppe West) Anfang 2020. Dann jedoch kam Corona, und die Saison 2020 wurde komplett abgesagt. Die Wettkämpfe der Saison 2021 konnten unter Einschränkungen durchgeführt werden, und das Team Wetterau wurde mit weißer Weste Meister. Das war die Fahrkarte zum Aufstiegskampf nach Hannover.

In der Landeshauptstadt mussten in zwei Durchgängen die teilnehmenden Schützinnen und Schützen jeweils 40 Wettkampfschüsse auf 10 Meter Entfernung in 50 Minuten absolvieren. Die beiden ringbesten Mannschaften sollten am Ende aufsteigen. Mit 3931 Ringen setzte sich das Team Wetterau ganz klar gegen Mitaufsteiger Inden/Altdorf (3910) sowie Stuhr (3852), Halle-Giebichenstein (3846), Bramstedt (3804) und Berlin-Charlottenburg (3798) durch.

Im ersten Durchgang erzielten die Wetterauer 1957 Ringe in der Besetzung Roxana Sidi (399), Julian Justus (397), Max Ohlenburger (391), Luc Dingerdißen (390) und Yasmin Schulze (380). Sidi, rumänische Nationalmannschaftsschützin, zeigte einmal mehr ihre Klasse: Sie schoss zwar mit dem ersten Schuss eine Neun, was so manch andere Schützin aus dem Konzept gebracht hätte. Nicht aber Sidi, die der Neun stolze 39 Zehner folgen ließ. Der ehemalige deutsche Nationalmannschaftsschütze Justus machte erwartungsgemäß sein Ding. Den drei Jüngeren im Team merkte man den Druck an, der auf ihnen lastete, insbesondere Schulze.

400 Ringe für Sidi in Durchgang zwei

Zwischen den beiden Durchgängen wurde das Team Wetterau von Ligaleiter Norbert Link für das Erringen der Meisterschaft in der 2. Luftgewehr Bundesliga West geehrt. Link überreichte einen Pokal. Zum entscheidenden zweiten Durchgang kam Kathrin Winter für Schulze in die Mannschaft, die dann den Aufstiegskampf rockte. Sidi erzielte als einzige der gesamten Veranstaltung das maximale Ergebnis von 400 Ringen. Das waren 40 Zehner in Folge! Justus schoss 395 Ringe. Ohlenburger (396) und Dingerdißen (392) konnten sich gegenüber dem ersten Durchgang steigern, und Kathrin Winter wuchs über sich hinaus und machte mit 391 Ringen den Sack zu. Die erzielten 1974 Ringe sind absolutes Erstliga-Niveau.

Da in Hannover keine Zuschauer zugelassen waren, konnten sich nur Trainer Ralf Winter und Pressewart Dieter Pfeiffer in der Schießhalle bei den Schützinnen und Schützen aufhalten. Pfeiffer schickte fast im Sekundentakt Fotos von den Ergebnistafeln sowie von den Schützen ins Schießsportleistungszentrum in Ebersgöns, wo zeitweise über 40 Besucher mitfieberten. Die Fans konnten das Geschehen in Niedersachsen auf einer Leinwand verfolgen. Etliche von ihnen warteten sogar, bis die beiden Kleinbusse mit den Siegern aus Hannover wieder zurück in der Wetterau waren und bereiteten ihnen einen tollen Empfang.

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(v. l.): Kathrin Winter, Trainer Ralf Winter, Roxana Sidi, Max Ohlenburger, Ligaleiter Norbert Link, Eve Busch, Julian Justus, Luc Dingerdißen, Yasmin Schulze, Betreuer Matthias Reitz, Emma Pohlmann und Emily Wehrum. © Dieter Pfeiffer

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