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Teilnehmerzahlen sinken, Helfer fehlen, Corona nervt

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Von: Tanja Weber

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Den Vereinen fehlen oft Helfer, die bspw. als Streckenposten fungieren oder bei der Versorgung der Läufer unterstützen. NIC © Nicole Merz

(web). Eigentlich sollte der Oberhessen-Cup 2022 am kommenden Sonntag mit dem Altenstädter Dreikönigslauf eingeläutet werden. Nun findet der profilierte Traditionslauf nicht statt. »Die Halle wird derzeit als Impfzentrum genutzt, hunderte Gäste zum Anmelden, Umkleiden, Aufwärmen, Essen, Ehren usw. in der Altenstadthalle, das kann derzeit von der VfL-Vereinsleitung nicht verantwortet werden«, ist auf der Website des Veranstalters zu lesen.

Geplant ist eine Verlegung in den April.

»Es ist noch sehr unklar, ob die Serie mit den zehn Läufen so stattfinden wird«, sagt Harald Steinke, der zusammen mit Stefan Weil als Cup-Organisator fungiert. Eingetragen sind die Läufe beim Hessischen Leichtathletik-Verband schon. Allerdings erschweren mehrere Faktoren die Ausrichtung. Das größte Hindernis ist nach wie vor Corona. Veranstaltungen mit Hygienekonzepten sind aufwendiger zu organisieren oder werden erst gar nicht genehmigt. So ist erst kürzlich der als Präsenzveranstaltung geplante Frankfurter Silvesterlauf komplett der Pandemie zum Opfer gefallen. Die Maske vor dem Start zu tragen, dürfte bei allen sonstigen einzuhaltenden Hygieneregeln noch das geringste Problem sein.

Zum anderen bleibt für die Vereine immer weniger hängen. Einnahmen durch Startgelder oder Essens- und Getränkeverkauf sowie gegebenenfalls Sponsorengelder sind rückläufig. Zum Teil muss der Ausrichter Geld drauflegen.

Bereits vor der Pandemie waren die Teilnehmerzahlen der Oberhessen-Cup-Läufe gesunken. Parallel stattfindende Veranstaltungen mit Event-Charakter oder ähnliche Volksläufe zum selben Termin sorgten für geringeren Zulauf bei den familiären Veranstaltungen im Wetteraukreis.

»Die Sportler sind schon 2019 oft nicht mehr zum Verzehr geblieben, sondern unmittelbar nach dem Lauf nach Hause gefahren«, erzählt Steinke. Damit breche den Veranstaltern eine wichtige Einnahmequelle weg. Durch Corona ist dies ja nun ohnehin untersagt.

In zunehmendem Maße sind Läufe im Stadtbereich gefährdet. Absperrungen und Genehmigungen sind aufwendig zu organisieren und mit Kosten verbunden. So plane der TGV Schotten etwa, seinen Altstadtlauf im Oktober an den Stausee zu verlegen. Auch für den Gederner Stadtlauf sieht es ähnlich aus. Der beliebte und schnelle Stadtlauf in Nidda findet gar überhaupt nicht mehr statt.

»Eine andere Problematik ist das Helferthema«, ergänzt Steinke. »Immer weniger Vereinsmitglieder sind bereit, sich ehrenamtlich einzubringen.« Oft kann ein Verein das Helferteam gar nicht mehr allein stemmen und bittet benachbarte Clubs und Familienmitglieder um Hilfe. Eine Veranstaltung steht und fällt jedoch mit den Helfern. Die Strecke muss ausgeschildert, Streckenposten eingeteilt und Startnummern vorbereitet werden, usw. »Wir werden uns bald mit den Vereinen zusammensetzen und überlegen, wie es weitergeht«, sagt Stefan Weil. Immerhin war die Zeitmessung mit Top-Time für die Oberhessen-Cup-Veranstalter bislang eine preisgünstige und mit wenig Aufwand verbundene Auswertungsvariante.

Geplanten OHC-Läufe / 16 Jan.: Dreikönigslauf Altenstadt (verlegt), 27. März: Dorflauf Geiß-Nidda, 10. Apr.: Stockheimer Volkslauf, 7. Mai: Kirchwaldlauf Ranstadt, 28. Mai: Nachtmann-Lauf Altenstadt, 18. Juni: Dorflauf Kefenrod, 9. Juli: Dorflauf Wallernhausen, 20. Aug.: Gederner Stadtlauf, 17. Sep.: Friedberger Altstadtlauf, 8. Okt.: Schottener Stauseelauf.

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