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TG Friedberg rutscht auf Rang vier ab

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Von: Harold Sekatsch

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Viel los vor dem Friedberger Tor: Die TG-Akteure Jannik Seibert (4. v. r.) und Fabian Wolf (3. v. r.) versuchen, den Wurf von Nikolas Adamczyk (5, HSG Linden) zu blocken. © Timo Jaux

Schwarzes Wochenende für die Wetterauer Bezirksoberligisten. Die TG Friedberg unterlag im Topspiel, die HSG Mörlen schwächelte erneut, auch die anderen heimischen Vertreter gingen leer aus.

(se). An Spannung kaum zu überbieten ist in der Handball-Bezirksoberliga der Kampf um die vorderen Plätze. So büßte die TG Friedberg nach der 25:31-Niederlage gegen die HSG Linden den ersten Rang ein und hat diesen den Gästen überlassen müssen. Die Kreisstädter rutschten auf den vierten Platz ab und mussten auch noch die HSG Wettenberg II (34:26-Erfolg bei der MSG Florstadt/Gettenau) und die HSG Hungen/Lich (27:23-Sieg bei der HSG Wettertal) vorbeiziehen lassen. Ihren ersten Heimsieg feierte die ESG Vollnkirchen/Dornholzhausen, die die personell gebeutelte HSG Mörlen mit 28:24 bezwang.

TG Friedberg - HSG Linden 25:31 (10:14): TG-Trainer Michael Razen brachte es auf den Punkt: »Wir haben das Spiel verdient verloren, nicht weil wir die schlechtere Mannschaft waren, sondern weil wir deutlich das Torhüterduell verloren haben.« Dies bestätigte auch HSG-Coach Conrad Melle: »Mit Aristotelis Moutopoulos hatten wir den überragenden Mann im Tor.« Zu Beginn war Friedberg die stärkere Mannschaft und erspielte sich viele Freie Würfe. »Wir sind aber immer wieder an ›Ari‹ gescheitert«, haderte Razen. Die leichte Überlegenheit der Hausherren fand also nicht im Spielstand ihren Niederschlag. Bis zum 9:9 (22.) verlief die Partie ausgeglichen. »Die entscheidende Phase war zwischen der 17. und 32. Minute«, ergänzte Melle, »in der wir einen 7:8-Rückstand in eine 16:10-Führung umwandelten. Das haben wir nur mit unserem aktiven Pressing und ›Ari‹ im Tor hinbekommen«. Mit dieser Führung und einem überragenden Torhüter im Rücken gerieten die Lindener im weiteren Verlauf nicht mehr in Gefahr. Nach 41 Minuten lagen die Gäste mit 21:14 in Front, zehn Minuten vor Schluss führten sie 24:18, kassierten danach noch sieben Gegentreffer, waren im Angriff aber ebenso oft erfolgreich. »In der zweiten Halbzeit hat sich das fortgesetzt, Linden hat vorne sehr abgezockt gespielt, während wir immer wieder am gegnerischen Torhüter gescheitert sind«, stellte Razen fest. Groß war die Freude bei Melle über den Auftritt seiner Spieler: »Sie haben mit dieser Leistung jetzt einen neuen Maßstab gesetzt, den wir auch in den nächsten Spielen erreichen möchten«, gab er hinterher zu Protokoll.

Tore, Friedberg: Beyster (6/3), Seibert, Philipp Engel (je 3), Patrick Engel, Cadar, Methner, Wolf, Sattler (je 2), Merten, Ploner, Milius (je 1).

HSG Wettertal - HSG Hungen/Lich 23:27 (8:13): Eine Viertelstunde lang konnten die Hausherren die Partie vom Spielstand her ausgeglichen gestalten (4:4), dann gelangen der HSG Hungen/Lich sechs Treffer in Folge. »Unsere 6:0-Abwehr hat gut gearbeitet und wenige Chancen zugelassen«, freute sich Gästetrainer Thomas Wallendorf, der seine Mannschaft über die gesamte Zeit als spielbestimmendes Team sah. Dennoch machte er auch Schwächen bei seinen Schützlingen aus: »Wir haben zu viele ›Freie‹ vergeben«, monierte er. Sven Tauber, Trainer der HSG Wettertal, bedauerte, dass sein Team »in Hälfte eins im Angriff überhaupt nicht ins Spiel kam. Kaum Druck auf die Abwehr der ›HuLi’s‹ und technische Fehler ohne Ende«. So zogen die Gäste bis zur Pause auf 13:8 davon und schienen diesen Vorsprung bis ins Ziel verwalten zu können. Der Gast führte nach 48 Minuten mit 21:17, sah sich fünf Minuten später aber nur noch mit einem Treffer vorn. Die kampfstarken Wettertaler hatten Tor um Tor aufgeholt. 22:23 hieß es nach 54 Minuten, ehe die Gastgeber eine Zeitstrafe kassierten. »Das hat Hungen/Lich gekonnt ausgenutzt«, berichtete Tauber. Mit vier Toren hintereinander sorgten die Gäste danach wieder für klare Verhältnisse und kamen nach einem »grundsoliden Spiel« zu einem verdienten Sieg. Am Ende hatte Tauber noch ein besonderes Kompliment parat: »Wenn man jemanden hervorheben kann, so war es das Schiedsrichtergespann Nicole Mangels/Meike Kempf, die von allen Seiten für ihre Leistung gelobt wurden.«

Tore, Wettertal: Merlin Metzger (6/3), Timo Metzger, Zimmer (je 3), Kreuzer, Feltgen, Andreas Boller, Kaus (je 2), Walter, Kielich, Schmidt (je 1).

MSG Florstadt/Gettenau - HSG Wettenberg II 26:34 (14:11): Trotz der Niederlage war MSG-Trainer Thorsten Dietzel nicht unzufrieden mit seiner Mannschaft. »Wir haben eine gute Einstellung gezeigt«, erklärte er und lobte die gute Abwehr- und Torhüterleistung im ersten Durchgang. »Wir sind auf dem richtigen Weg«, fasste er das Spiel seiner Mannschaft zusammen. In der Tat hielten die Florstädter gegen den neuen Tabellenzweiten lange nicht nur gut mit, sondern lagen bis zu Beginn der zweiten Halbzeit deutlich in Führung. 18:14 für die MSG stand es nach 34 Minuten, ehe sich die Gäste nach und nach heranpirschten. Die Halbzeitansprache von Trainer Dragan Nenad, der wieder selbst mitwirkte und mit sieben Treffern erfolgreichster Schütze der Wettenberger war, fruchtete. Den 14:18-Rückstand wandelten die Gäste binnen zwölf Minuten in eine 22:18-Führung um und bauten in der Folge den Vorsprung aus. Dank der Leistungssteigerung nach der Pause ein verdienter Sieg für Wettenberg II.

Tore, Florstadt/Gettenau: Baumgartl (9/1), Wenisch, Schildger (je 4), Wagner, Grosso, Starck, Stewen (je 2), Briesen (1).

ESG Vollnkirchen/Dornholzhausen - HSG Mörlen 28:24 (16:13): Mörlens Coach Kevin Dannwolf beklagte den Ausfall von sieben Stammspielern, allein fünf davon im Rückraum. »Das konnten wir nicht kompensieren«, stellte er hinterher fest, machte seiner Mannschaft vor diesem Hintergrund aber keine Vorwürfe. Zunächst verlief die Partie ausgeglichen. Nach knapp zehn Minuten stand es 6:6, ehe sich auf beiden Seiten die Deckungen stabilisierten. Bis zur Pause warfen die Gastgeber einen Drei-Tore-Vorsprung heraus, den sie nicht mehr aus der Hand geben sollten. »Unser Ziel war es, Mörlen nicht mehr ins Spiel kommen zu lassen. Das ist uns größtenteils gelungen«, freute sich ESG-Coach Michael Bepler, der dabei die »gute Abwehr und den starken Oliver Kozian im Tor« hervorhob. »Bei uns hat jeder für jeden gekämpft«, nannte er einen weiteren Grund für den Sieg. Zwar wollten die Mörler in der Schlussphase mit einer offenen Manndeckung noch die drohende Niederlage abwenden, doch lediglich einmal (25:23/56.) kamen die Gäste in Schlagdistanz. Die ESG setzte sich in den verbleibenden Minuten wieder etwas deutlicher ab.

Tore, Mörlen: Bischof (9/6), Otto, Wulf (je 3), Schätzle, Berger, Berlich (je 2), Rossin, Krauße, Klug (je 1).

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Der Friedberger Trainer Michael Razen schwört seine Spieler auf die nächsten Minuten ein. © Timo Jaux

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