1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

Torsten Tennro: »Spüren seit zehn Jahren die WM-Euphorie«

Erstellt:

Von: Christoph Sommerfeld

Kommentare

_20220210_Darts_Hessenliga_1
Torsten Tennro ist Kapitän des DC Wetterau. Der Verein freut sich jedes Jahr, wenn die WM gespielt wird, über Zulauf von aktiven Mitgliedern. Gabriel Clemens hat den Darts-Hype nun noch mal befeuert. © Andreas Chuc

Zwei Millionen Fans sahen das Halbfinale von Gabriel Clemens bei der Darts-WM. Höhenflüge wie diese wecken immer auch die Hoffnung, dass sich die Euphorie auf regionaler Ebene Bahn bricht.

Fast alle Sportarten pausieren zum Jahreswechsel. Nicht so die Darts-Profis, die sich mit ihrer Weltmeisterschaft in London seit Jahren schon Gehör und Aufmerksamkeit verschaffen. Der Halbfinal-Einzug von Gabriel Clemens sorgt dieses Mal für eine noch größere Reichweite der einstigen Nischensportart in Deutschland. Gut auch für den DC Wetterau, der mit Torsten Tennro seit einem halben Jahr in der 2. Bundesliga antritt. Der DCW-Kapitän spricht im Interview über den Einfluss der WM auf den lokalen Sport und erklärt, was es auf regionaler Ebene so gar nicht gibt.

Herr Tennro, wie und wo haben Sie das Halbfinale am Montag erlebt?

Am Montag ausnahmsweise mal alleine. Aber ich habe einen Partyraum im Keller, und da haben wir während der WM oft in der Gruppe mit Kumpels die Spiele verfolgt.

Viele wollen unbedingt Elmar Paulke als Kommentator hören und bevorzugen daher DAZN. Sie auch?

Ich habe ihn gerne gehört, als er noch bei Sport 1 war, aber ich bin auch mit Robert Marijanovic recht zufrieden. Die haben das sehr ordentlich gemacht bei Sport 1. Ich habe kein DAZN und würde es wegen Elmar Paulke auch nicht extra abonnieren.

Kennen Sie Leute aus der Wetterau, die in London vor Ort waren oder sind?

Ich habe gestern ein Bild bekommen von einem Vereinskollegen, der im »Ally Pally« war. Ich selbst war 2019 auch schon mal vor Ort. Die Stimmung dort ist einfach nur toll. Es ist ein unvergessliches Erlebnis.

Denken Sie, dass sich dieser sportliche Höhenflug von Gabriel Clemens auch an der Basis bei den deutschen Vereinen bemerkbar machen wird?

Wir spüren das schon seit etwa zehn Jahren, nicht erst seit dieser Weltmeisterschaft. Immer zum Jahreswechsel, wenn die WM stattfindet, melden sich bei uns zwei bis drei neue Mitglieder, die gerne spielen würden. Das war auch bei diesem Turnier nicht anders. Wir haben fünf Mannschaften im Verein. Da ist es tatsächlich kein Problem, für jeden einen Platz zu finden.

Sie waren schon vor Ort und haben die Atmosphäre erlebt. Wie beurteilen Sie diese Lautstärke in der Halle, wenn Sie an Ihre Wettkämpfe in der 2. Bundesliga denken?

Es ist natürlich nicht vergleichbar. Die PDC ist ein Zirkus. Für unsere Wettkämpfe gilt da eher »quite please«. Den einen oder anderen Dartsspieler hierzulande stören schon Kleinigkeiten in seiner Konzentration. Klar feuern die Zuschauer auch mal die Sportler an, aber nur zwischen den Aufnahmen, nicht während des Wurfs. Selbst Sprüche wie »Du kommst noch mal dran«, wenn beide am Checken sind, gehören sich nicht und kommen in der Regel nicht vor.

Der DC Wetterau spielt seit dieser Saison mit der ersten Mannschaft in der neu geschaffenen 2. Bundesliga. Sie stehen mit Ihrem Team auf Platz sechs von neun. Wie zufrieden sind Sie bislang?

Wir haben das eine oder andere Pünktchen liegen gelassen. Vor allem die Partien im Dezember gegen Schwäbisch Hall und München waren recht knapp. Da hat uns auch ein bisschen das Quentchen Glück gefehlt. Überhaupt ist die Liga meines Erachtens sehr ausgeglichen. Für uns sollte erstmal der Klassenerhalt das Ziel sein.

Auch interessant

Kommentare