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Türk Gücü Friedberg: Nach Klassenerhalt vor Umzug?

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Von: Uwe Born

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1:0 für Türk Gücü Friedberg. Demyan Imek (Nr. 27) lässt der Torwart Benedikt Kaiser keine Chance. © Timo Jaux

Türk Gücü Friedberg bliebt im achten Spiel unter Enis Dzihic ungeschlagen und feiert den Klassenerhalt. Offen ist, wo der ranghöchste Klub der Wetterau künftig seine Heimspiele austrägt. Und die Zeit drängt.

Es ist vollbracht: Durch einen 2:1 (2:0)-Heimsieg über den Absteiger Hünfelder SV haben die Fußballer von Türk Gücü Friedberg in Sachen Hessenliga-Klassenerhalt Fakten geschaffen und werden ab Sommer die fünfte Saison im hessischen Fußball-Oberhaus in Angriff nehmen können.

Dass die letzten beiden Pflichtspiele bei Buchonia Flieden und zu Hause gegen Bayern Alzenau aufgrund der gesicherten Lage nur noch statistischen Wert haben, ist vor allem ein Verdienst von Coach Enis Dzihic. Nach Carsten Webers Ausstieg blieben die Kreisstädter unter der Regie des 47-Jährigen Trainers in den letzten acht Begegnungen ungeschlagen und holten dabei vier Siege und vier Unentschieden. Doch Dzihic gibt sich bescheiden, sieht sich nur als Teil der Mannschaft: »Alles Kopfsache. Die Jungs haben es sich verdient«.

Das Duell gegen die personell arg gebeutelte Hünfelder Truppe, die als Auswechselspieler lediglich Chef-Coach Johannes Helmke, Co-Trainer Simon Grosch und den zweiten Torwart Fabian Brunner zur Verfügung hatte, entpuppte sich trotz des knappen Resultats als recht einseitige Angelegenheit. Jedenfalls bestimmten die Friedberger auch ohne Goalgetter Noah Michel (Corona-Zwangspause) von Beginn an Tempo und Rhythmus. 70 Prozent Ballbesitz, jede Menge Chancen - Tore waren eigentlich nur eine Frage der Zeit.

Bis zur Pause hatten die Platzherren zweimal zugeschlagen: Demyan Imek besorgte in der 14. Minute nach Daniel Henrichs Gassenball aus halbrechter Position per Flachschuss ins lange Eck die Türk Gücü-Führung, die Eray Eren, der Imeks tolle Vorarbeit aus sechs Metern zu nutzen verstand, kurz vor der Pause eiskalt verdoppelte. Henrich (25.) und »Urgestein« Alit Usic (36.) vergaben weitere gute Gelegenheiten, während Hünfeld offensiv auf Sparflamme kochte.

Halbzeit zwei bot weniger Spektakuläres, obwohl Imek (47./geblockt), Patrick Schorr (57./HSV-Keeper Kaiser parierte), Kamil Yikilmaz (85./freistehend drüber) und Murad Mahmudov (89.) leicht hätten erhöhen können. Dazwischen (67.) lag der Ehrentreffer der Osthessen. TG-Torwart Felix Koob, der davor und danach einen geruhsamen Samstagnachmittag verbrachte, war gegen Andre Vogts Knaller ins Dreieck ohne Abwehrchance.

»Ein Gegentor, das zwar keine negativen Folgen hatte, mich aber trotzdem ärgerte, denn vorher hätten wir längst für klare Verhältnisse sorgen können«, meinte Dzihic. Sein Kollege auf Hünfelder Seite, Johannes Helmke, nahm’s gelassen: »Für uns war nicht mehr drin. Ich denke, wir haben uns gegen einen starken Rivalen achtbar aus der Affäre gezogen«.

Türk Gücü Friedberg: Koob - Usic, Saighani, Dudda - Henrich, Eren, Jost (87. Mahmudov), Schorr - Jan-Philipp Häuser (71. Fukuhara), Imek (57. Demir), Yikilmaz.

Hünfelder SV: Kaiser - Schilling, Zvekic, Witzel (59. Helmke), Faulstich - Witte (59. Grosch), Vogt, Rohde (77. Brunner), Alles - Vogler, Krieger.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Joschka Pfeifer (Rimbach). - Zuschauer: 105. - Tore: 1:0 (14.) Imek, 2:0 (43.) Eren, 2:1 (67.) Vogt.

Umzug auf das Burgfeld?

Wo spielt Türk Gücü Friedberg in der Saison 2022/23? Die Frage der künftigen Sportstätte ist noch ungeklärt. Die Ursache: Auf dem »Eisenkrain« in Ober-Rosbach, wo Türk Gücü sechs Jahre Gastrecht genoss, geht für den Hessenligisten nach Abschluss der aktuellen Meisterschaftsrunde nichts mehr, denn der FC Ober-Rosbach hat die logistische Zusammenarbeit aufgekündigt. Als Alternative kommt nach Ansicht der TG-Gemeinde eigentlich nur das Burgfeld im Zentrum der Kreisstadt in Frage. Ob das so sein wird, soll heute auf Einladung der Stadt Friedberg unter der Beteiligung aller städtischen Fußballvereine sowie der Leichtathleten entschieden werden. »Es gibt Fristen. Bis Mitte Juni benötigen wir Klarheit darüber, wo die Mannschaft spielen wird«, verweist Verbandsspielausschuss-Boss Thorsten Bastian (Rockenberg) in seiner Funktion als Hessenliga-Klassenleiter auf diesbezügliche Vorschriften.

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