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Türk Gücü Friedberg: So geht der Klub in sein wohl größtes Spiel

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Von: Pedro Acebes Gonzalez

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Türk Gücü Friedberg ist bereit. Im Vorjahr war dem Fußball-Hessenligisten eine Überraschung im Hessenpokal gelungen. Heute ist Kickers Offenbach auf dem Burgfeld zu Gast. © Timo Jaux

Türk Gücü Friedberg trifft am Mittwoch im Achtelfinale des Fußball-Hessenpokals auf Regionalligist Kickers Offenbach. Für den Hessenligisten ist der Pokal-Hit wohl das größte Spiel der 34-jährigen Vereinsgeschichte.

(ace). Zwar wurde im Vorjahr mit dem SV Wehen Wiesbaden sogar ein Proficlub aus der 3. Liga mit einem 1:0-Sieg aus dem Wettbewerb gekegelt, aber die zu erwartende Zuschauerkulisse dürfte sich gegen den Traditionsclub aus Offenbach diesmal sogar im vierstelligen Bereich bewegen.

Der ehemalige Bundesligist und DFB-Pokalsieger von 1970, besitzt trotz seiner mittlerweile zehnten Saison in Folge in der Regionalliga Südwest und mehreren gescheiterten Aufstiegsanläufen in der Rhein-Main-Region weiter eine große Anziehungskraft und hat auch in der Wetterau aktive Fanclubs.

Für Furkan Kaplan, als einer der Söhne von Präsident Ramazan Kaplan als Stadionsprecher im Einsatz, hat die Begegnung gegen die Kickers einen enormen Stellenwert: »Mit dem historischen 1:0 gegen Wehen Wiesbaden ist die Partie gleichzustellen, wenn nicht sogar einen Tick höher. Aufgrund der Fanbasis der Offenbacher in der Wetterau und Umgebung erwarten wir ein volles Haus.« Organisatorisch stellt das den familiär geprägten Club mit türkischen Wurzeln vor eine Herkuluesaufgabe. »Es sind rund 50 ehrenamtliche Helfer im Einsatz, damit alles reibungslos funktioniert. Die Damen des VfB Friedberg und die Herren von Blau-Gelb Friedberg werden weitere freiwillige Helfer stellen«, erklärt der Pressesprecher von TGF. Auch die Polizei wird mit einem Sicherheitskonzept vor Ort sein, um die viele Gästefans vom Gros der heimischen und neutralen Zuschauer zu trennen. Die OFC-Fans werden über einen eigenen Weg zu ihrem Fanblock auf der gegenüberliegenden Seite des Hauptgebäudes geleitet. Dort wird es eigene Verpflegungsstände und Toiletten für die Offenbacher Anhänger geben. Furkan Kaplan selbst hat Texte vorbereitet, um bei etwaigen Krawallen oder dem Einsatz von Pyrotechnik mit deeskalierenden Ansagen eingreifen zu können.

Sportlich gesehen trennen den Tabellenzweiten der Hessenliga und den Rangfünften der Regionalliga Südwest, der unter der Regie des neuen türkischen Trainers Ersan Parlatan schon neun Punkte hinter Tabellenführer SSV Ulm liegt, nur eine Spielklasse. Auch aufgrund der bisher so tollen Hessenliga-Saison wird der Mannschaft von Trainer Enis Dzihic durchaus eine Überraschung zugetraut. »Unsere Mannschaft hat Qualität, wir können gegen höherklassige Mannschaften bestehen, wieso also nicht am Mittwoch? Es ist alles offen. Es wird natürlich sehr schwer und natürlich muss alles passen, aber wir sind da nicht chancenlos«, ist Kaplan guter Dinge.

Auch Chefcoach Dzihic erwartet einen denkwürdigen Pokalabend, in den sein Team nicht in Bestbesetzung gehen wird, da wichtige Säulen wie Patrick Schorr, Julian Dudda und Julian Scheffler verletzt ausfallen und zudem Innenverteidiger Masih Saighani angeschlagen ist. »Im Fußball ist alles möglich, im Pokal sowieso. Wir wollen Offenbach auf dem großen Rasenplatz zu gewissen Fehlern zwingen. Wichtig ist für uns, lange die Null zu halten und dem Gegner positiv weh zu tun. Dann ist alles möglich. Die Jungs sollen das große Spiel einfach genießen«, sagt der Ex-Profi.

Für den ehemaligen Stürmer hat aber trotz aller Pokaleuphorie die Hessenliga Priorität, dennoch sieht Dzihic im Pokalhit »ein großes Topspiel für den Verein und die Region, ein Fußballfest. Wir wollen unseren Teil als Mannschaft dazu beitragen.«

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