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Türk Gücü Friedberg: Variabilität im System ist Trumpf

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Von: Christoph Sommerfeld

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Gute Laune herrscht aktuell bei Türk Gücü Friedberg. Das Team um Demyan Imek und Kamil Yikilmaz (r.) reist am Samstag als Tabellenführer nach Weidenhausen. © Jürgen Keßler

Als Spitzenreiter fahren die Hessenliga-Fußballer von Türk Gücü Friedberg am Samstag zum Überraschungsteam Weidenhausen. Der Aufsteiger beeindruckt mit Ergebnissen und Zuschauerzahlen.

(cso). Türk Gücü Friedberg hat unter Enis Dzihic als Trainer eine erstaunliche Transformation durchlaufen. Als der Ex-Profi beim Wetterauer Fußball-Hessenligisten im März die sportliche Verantwortung übernahm, rangierten die Kreisstädter auf einem Abstiegsplatz. Ohne eine einzige Niederlage führte Dzihic das Team zum Ligaerhalt und baute am Ende nicht weniger als neun Punkte Vorsprung auf die gefährdete Zone auf. Mittlerweile grüßt Türk Gücü in der neuen Saison von der Spitze des hessischen Oberhauses. Am Samstag (15 Uhr) geht’s zum Überraschungsteam SV Weidenhausen.

In der Offensive scheint man derzeit nicht mehr so abhängig zu sein von Goalgetter Noah Michel. Wenn der mal nicht trifft, erzielt eben Neuzugang Toni Reljic die Tore. So geschehen am Dienstagabend beim 4:0 in Stadtallendorf, als Reljic einen Doppelpack schnürte. »Er ist noch nicht fit. Das ist allen klar«, sagt Dzihic über sein Offensiv-Ass. Das klingt schon ein bisschen bedrohlich für die Konkurrenz, wenn einer der Türk-Gücü-Schlüsselspieler noch nicht seine Leistungsgrenze erreicht hat und leicht angeschlagen bereits zum Schrecken der gegnerischen Abwehrreihen wird. Auch vor dem Gastspiel in Nordhessen steht hinter dem Einsatz des Kroaten noch ein Fragezeichen. Auch Michel und Daniel Henrich sind seit Dienstag angeschlagen. Julian Dudda konnte am Mittwoch noch nicht trainieren. »Für ihn wird es wohl nicht reichen«, befürchtet Dzihic.

So ein bisschen muss der Coach auf die Euphoriebremse treten. Das tut ein Trainer eben in solch einer Situation. »Wir wollen den Moment genießen. Ich denke, kein Gegner hat Angst vor uns, sondern viel eher Respekt.«

Beim Blick auf den starken Auftakt spielt aber nicht nur die neue Flexibilität im Angriff eine Rolle, sondern die Variabilität im System allgemein. »Wir variieren da immer wieder, können ein 3:4:2:1-, ein 4:2:3:1- oder ein 4:4:2-System spielen. Wichtig sollte es immer sein, im Verbund schnell hinter den Ball zu kommen«, erläutert Dzihic, dessen Abwehr bislang ebenfalls zu überzeugen wusste.

Am Samstag trifft man auf einen Gegner, der ebenfalls mit breiter Brust in die Partie gehen kann. Die Adler aus Weidenhausen, einem 700-Sellen-Dorf im Werra-Meißner-Kreis, überraschten in ihren ersten beiden Heimspielen Titelaspirant FC Eddersheim und Regionalliga-Absteiger FC Gießen. 900 Zuschauer kamen am 31. Juli bei brütender Hitze zum Hessenliga-Startschuss.

Warten auf den Pokal-Kontrahenten

Unterdessen wurde am Mittwoch in Grünberg die zweite Runde im Hessenpokal ausgelost. Erneut wurden regionale Gesichtspunkte berücksichtigt. Türk Gücü Friedberg bekommt es auswärts mit dem Gewinner der Partie zwischen der SG Kinzenbach und dem SC Waldgirmes zu tun, die am kommenden Mittwoch erst aufeinandertreffen. Die Zweitrunden-Partien sollen am 14. September gespielt werden.

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