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Türk Gücü Friedberg: Zittersieg nach Drei-Tore-Führung

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Von: Uwe Born

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Erkösung in der Nachspielzeit: Siegtorschütze Kamil Yikilmaz (am Boden liegend) wird von seinen Mitspielern Demyan Imek, Alit Usic, Masih Saighani, Noah Michel und im Hintergrund Patrick Schorr gefeiert. © Jürgen Keßler

Eigentlich hatte alles nach einer klaren Sache für Türk Gücü Friedberg ausgesehen. Im Spiel der Fußball-Hessenliga gegen den TuS Dietkirchen fiel die Entscheidung in der Nachspielzeit.

(ub). Glück gehabt, Türk Gücü Friedberg! Anders lässt sich der 4:3 (3:0)-Erfolg des Wetterauer Hessenligisten über TuS Dietkirchen beim Duell zweier Fußball-Mannschaften, die in ihren ersten Pflichtaufgaben noch keine Niederlage quittieren mussten, nicht beschreiben. Weshalb, verrät der Spielverlauf. Die gastgebenden Kreisstädter lagen zur Pause zwar mit drei Toren vorne, verloren gegen die vor allem konditionell sehr starken Gäste aus dem Limburger Stadtteil in Halbzeit zwei jedoch an Struktur und büßten ihr Polster komplett ein. Dann kam die dritte Minute der Nachspielzeit und der letzte Angriff der Platzherren: Alit Usics langen Ball angelte sich Kamil Yikilmaz, und gegen dessen Schrägschuss ins lange Eck war Dietkirchens Keeper Sebastian Bouillon chancenlos.

»Das Beste an der ganzen Sache war das Resultat«, bilanzierte TG-Trainer Enis Dzihic, der auf drei Positionen umgebaut hatte. Marco Kapias begann für den privat verhinderten Felix Koob zwischen den Pfosten, Ren Gatamura für den angeschlagenen Julian Dudda in der Abwehr sowie Yikilmaz für Eray Eren auf der offensiven Außenbahn. Trotz des klaren Vorsprungs habe ihm die Spielweise des eigenen Teams schon in der ersten Hälfte nicht gefallen. »Die zweiten 45 Minuten waren wirklich enttäuschend. Da lief nicht mehr viel zusammen. In den kommenden Auswärtspartien am Dienstag bei Eintracht Stadtallendorf sowie am Samstag beim starken Aufsteiger SV Weidenhausen müssen wir die Lethargie ablegen«, forderte der Friedberger Übungsleiter. Derweil haderte Dietkirchens Coach Steffen Moritz, der gegenüber der Vorwoche aus verschiedenen Gründen nicht weniger als sechs Personaländerungen vornehmen musste, mit dem Schicksal: »Eine bittere Niederlage, zumal wir nach einer schwachen ersten Hälfte, in der Friedberg klar dominierte, mit starker Moral zurückgekommen sind und den Gastgebern, die mausetot waren, den Schneid abgekauft haben.«

Nach den ersten 45 Minuten setzte keiner der rund 200 Zuschauer auch nur noch einen Pfifferling auf die Moritz-Truppe. Zu deutlich war die Friedberger Dominanz, und Tore gab’s reichlich: TG-Goalgetter Noah Michel markierte nach Demyan Imeks Querpass die frühe Führung (5.), Innenverteidiger Alit Usic erhöhte in der 28. Minute nach Peter Josts Ecke per Kopfball auf 2:0, und Imek gelang sieben Minuten später auf Zuspiel von Patrick Schorr gar der dritte Streich. Weitere Gelegenheiten (Michel/16. - Toni Reljic/22.) ließ man ungenutzt verstreichen, während Dietkirchen zweimal (6./21.) durch Colin Schmitz gefährlich vor TG-Keeper Marco Kapias auftauchte. Zunächst traf Schmitz nur das Außennetz, dann fand er in Kapias seinen Meister.

Die Dietkirchener Aufholjagd begann in der 47. Minute, als der eingewechselte Dennis Leukel einen von Daniel Henrich verursachten Handelfmeter sicher verwandelte. Leukel zeichnete nach 53 Minuten auch für den 2:3-Anschlusstreffer verantwortlich. Die Friedberger verkrampften zusehends, und für die Dzihic-Elf kam’s noch schlimmer: Es lief die 82. Minute, als TuS-Torjäger Maximilian Zuckrigl einen weiten, aus dem Zentrum geschlagenen Pass von Kevin Kratz mit Köpfchen zum 3:3-Ausgleich über die Linie bugsierte. Klar, dass die Gäste-Fans angesichts des vermeintlichen Teilerfolges bereits Jubel-Gesänge anstimmten, doch sie hatten die Rechnung ohne Kamil Yikilmaz gemacht, der in der Overtime goldrichtig stand und Türk Gücü Friedberg ein Happy End bescherte.

Türk Gücü Friedberg: Kapias - Gatamura, Usic, Saighani - Jost, Henrich, Schorr, Imek - Reljic (65. Eren), Yikilmaz - Michel.

TuS Dietkirchen: Bouillon - Niklas Schmitt (51. Jannik Schmidt), Böcher, Hautzel, Lengwenus - Klöckner, Kratz - Schmitz (35. Leukel), Mink, Kazerooni (77. Groß) - Zuckrigl (89. Moritz).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Alexander Hauser (Waldbrunn). - Zuschauer: 200. - Tore: 1:0 (5.) Michel, 2:0 (28.) Usic, 3:0 (35.) Imek, 3:1 (47.) HE Leukel, 3:2 (53.) Leukel, 3:3 (82.) Zuckrigl, 4:3 (93.) Yikilmaz.

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