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TV-Doku: Wenn das Geld im Kuvert kommt

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Ein Briefumschlag mit Geldscheinen steckt zwischen Fußballschuhen und Spielball. Schwarzgeld im Amateurfußball ist laut einer ARD-Doku weiter ein massives Problem. © Red

Der Amateurfußball bewegt sich oft im strafbaren Bereich. Jetzt hat ein ARD-Investigativteam recherchiert.

Der Kosmetikunternehmer aus Nordhessen - gebleachte Zähne, Solarium-Teint - führt durch seine Firma, an einer Wand hängt ein Gemälde von ihm im Zarenkostüm. Geschenk »einer Verehrerin«. Dann posiert er vor seinem Sportwagen, die Flügeltüren sind hochgeklappt. Auf dem Sportplatz trägt Klapp eine grüne Louis-Vuitton-Jacke mit Pelzkragen, zu jugendlich für sein gesetztes Alter. Und er sagt Sätze wie: »Das will ich hoffen, dass die Vereine abhängig von mir sind.« Er unterstützt sechs Clubs in seiner Region, seit 15 Jahren, bis zu zwei Millionen Euro hat er investiert. Oder soll man besser sagen: den Beteiligten zugesteckt. Ja, Verteilen von Geld erfolge oft über »das berühmte Kuvert«, gibt er zu. Und: »Ich habe wenig Amateurverträge.«

Die müssten aber abgeschlossen werden, sollten Zahlungen, die über die monatliche Grenze von 249,99 Euro für einen Amateurfußballer hinausgehen; es müssten halt Steuern und Sozialabgaben entrichtet werden, es würde teurer. Offiziell hat nur ein Prozent aus dem Heer der 700 000 Freizeitkicker einen Amateurvertrag - und das deckt sich so gar nicht mit den Recherchen des ARD-Investigativteams um Hajo Seppelt, dessen jüngste Reportage derzeit in der ARD-Mediathek zu sehen ist: »Milliardenspiel.« Es geht um die Bezahlkultur im Amateurfußball. Nach einem Aufruf über diverse Portale haben sich 10 134 Spielerinnen und überwiegend Spieler gemeldet (8055 aus der Altersklasse 18 bis 39). Nicht repräsentativ, aber gemäß Gutachten der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität genügend für eine solide Datenerhebung.

Die Ergebnisse: Über 60 Prozent haben schon Geld bekommen, in der fünfthöchsten Liga 89,9 Prozent, in der Kreisliga (8. Liga) immer noch 36,4 Prozent. Oft wird über Sachleistungen vergütet: vom Schein-Minijob für die Freundin über die Urlaubsreise bis zum Baugrund. Der Geldfluss dürfte im deutschen Amateurfußball monatlich 100 Millionen Euro betragen, im Jahr also über eine Milliarde, 500 Millionen davon schwarz, von Hand zu Hand, für die Finanzbehörden nicht greifbar,

»Das wird ein kleines Erdbeben auslösen«, glaubt der Münchner Sportrechtler Thomas Summerer. Er skizziert Gefahren, die Schwarze Kassen mit sich bringen: »Vereinen droht der Entzug der Gemeinnützigkeit.« Eine Pleitewelle wäre die Folge. Spieler begeben sich in den Bereich der »Lohnsteuerverkürzung und Steuerhinterziehung«.

All das klingt wuchtig, der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hält es allerdings für angezeigt, die Zahlen und Summen in einen Kontext zu stellen: »Nur rund drei Prozent spielen in der 4., 5. und 6. Liga. Fast 60 Prozent der Teams sind unterhalb der 9. Liga ansässig. Damit relativiert sich das Bild, dass gefühlt in fast allen 24 300 Fußballvereinen Zahlungen an Spieler geleistet werden. Sehr viele Vereine, deren Etats sich überwiegend aus Mitgliederbeiträgen finanzieren, investieren bewusst und vermehrt in die Vereins- und Jugendarbeit«, schreibt der Verband als Reaktion auf seiner Homepage auf die ARD-Dokumentation.

Profiteure des Systems sind gut ausgebildete Spieler, die auch einige Klassen höher bestehen könnten, aber sich besser vermarkten in einer tieferen Liga, die sie »kaputt schießen«, wie Belmin Bikic, 23, aktiv in der Bezirksliga, sagt. Und vielerorts findet sich jemand, der das finanziert, weil er der bewunderte Gönner sein will.

Wie Gerhard Klapp. Den Spielertrainer eines seiner Clubs hat er bei sich in der Firma angestellt: Alexandre Cucu, einen Moldawier. Den Vornamen kennt Klapp nicht, für ihn ist der Mitarbeiter einfach nur der Cucu, und er erlaubt sich zu lachen - denn er bezahlt GÜNTER KLEI N

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