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Verbandsfußballwart Thorsten Bastian: »Gründlichkeit vor Schnelligkeit«

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Von: Frank Schneider

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Der Rockenberger Thorsten Bastian kümmert sich derzeit u. a. um eine Spielklassenreform im Hessischen Fußball-Verband. FRA © Frank Schneider

Der Rockenberger Thorsten Bastian hat als Verbandsfußballwart einiges zu tun. Im Interview spricht er über die Spielklassenreform und die künftigen Konstellationen in der Hessenliga.

(fra). Seit gut fünf Monaten ist der 57-jährige Thorsten Bastian als Verbandsfußballwart für den Spielbetrieb im Hessischen Amateurfußball tätig. Der Nachfolger von Jürgen Radeck hat ein arbeitsintensives Ehrenamt in zweifelsfrei nicht einfachen Zeiten übernommen. Nach zwei coronabedingten Saisonabbrüchen und diversen verbandsinternen Unruhen sehnt sich die Führungsspitze des Hessischen Fußball-Verbands nach Normalität. Im Interview mit dieser Zeitung spricht der in Frankfurt aufgewachsene und mit seiner Familie in Rockenberg lebende frühere Spitzenschiedsrichter und langjährige Fußballfunktionär über die aktuell brennenden Themen seines geliebten Hobbys.

Herr Bastian, man hat das Gefühl, als ginge es im HFV zuletzt oft um außersportliche Themen. Höhepunkt waren die Debatten um die Positionierung des Verbands vor der anstehenden Wahl des DFB-Präsidenten. Der HFV spricht sich für Kandidat Bernd Neuendorf aus. Mit den beiden Präsidiumsmitgliedern Silke Sinning und Ralf Viktora stehen zwei Unterstützer des Gegenkandidaten Peter Peters scheinbar im Abseits. Wie wirken solche sportpolitischen Debatten auf Sie?

Für die Außendarstellung des Hessischen Fußball-Verbandes waren die jüngsten Diskussionen und medialen Berichte sicherlich nicht gut. Es ist ja die originäre Aufgabe des Verbandes, sich um die Organisation des Spielbetriebs zu kümmern. Ich bin aber optimistisch, dass dies in Zukunft auch wieder so wahrgenommen wird.

Mit Ihrer Wahl erbten Sie den Auftrag, mit ihrem Gremium bis zum nächsten Verbandstag eine Spielklassenreform vorzubereiten. Gib es da schon erste Ergebnisse und wie steht es um die Überlegung, künftig Fußballkreise zusammenzulegen?

Das Motto heißt Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Es werden auf Haupt- und Ehrenamtsebene sicherlich noch viele Ideen diesbezüglich entwickelt und etliche Gespräche folgen. Der zuständige Verbandausschuss befasst sich mit dieser Thematik, wobei auch die Strukturen der Kreise im Blick zu behalten sind.

In den vergangenen Wochen und Monaten wurden immer wieder Rufe laut, dass auch im Amateurbereich das Auswechselkontingent von drei auf fünf Spieler angehoben werden soll...

Ein entsprechender Antrag ist ja seinerzeit vom Verbandsvorstand abgelehnt worden. Geht demnächst ein erneuter Antrag ein, wird dieser dann auch neu behandelt. Während einer laufenden Saison kann der Hessische Fußball-Verband die Regularien aber nicht mehr ändern.

Eintracht Frankfurt darf mit der U23 in der kommenden Saison in der Hessenliga starten und wird vermutlich im Sportpark Dreieich spielen. Der SC Hessen Dreieich hat unterdessen angekündigt, nach der Saison aus dem höherklassigen Spielbetrieb aussteigen zu wollen. Was wäre eigentlich, wenn Dreieich Meister wird? Könnte die Eintracht dann den Regionalliga-Platz der Dreieicher einnehmen?

Nein. Hessen Dreieich wird mit der Verkündung des Rückzugs zum 15. Mai ans Tabellenende gesetzt und wäre erster Absteiger. Sofern der Verein am Ende einen Aufstiegsplatz einnimmt, würde der nächstbestplatzierte Verein nachrücken. Eintracht Frankfurt II wird in der kommenden Saison definitiv in der Hessenliga spielen. Es liegt keine Spielklassen- oder Lizenzübernahme des Vereins Eintracht Frankfurt in Bezug auf Hessen Dreieich vor. Die Meldung von Eintracht Frankfurt II steht formal in keinem Zusammenhang mit dem Ausscheiden von Hessen Dreieich.

Auch in der kommenden Saison könnte in der Hessenliga die Marke von 20 Vereinen wieder geknackt werden. In welchem Modus soll dann gespielt werden?

Das werden wir mit den Vereinen besprechen, wenn im Juni feststeht, welche Mannschaftsstärke wir erreichen und ob der DFB alternative Spielmodelle zulassen wird. Natürlich drücke ich allen hessischen Vertretern in der Regionalliga Südwest für den Klassenerhalt die Daumen, doch in die Glaskugel schauen kann ich nicht. Man muss sehen, welche Spielmodelle im Frage kommen.

Auch Kickers Offenbach möchte mit einer zweiten Mannschaft wieder in den Spielbetrieb des HFV eingegliedert werden. Wie ist hier der Sachstand?

Der Antrag des OFC ist eingegangen. Die Sachlage ist den Statuten nach recht einfach. Der Verbandsspielausschuss kann eine zweite Mannschaft des OFC nur in einer Verbandsspielklasse, also von der Gruppenliga bis zur Hessenliga, eingruppieren, wenn die Offenbacher nach Abschluss der Saison entweder in die 3. Liga aufgestiegen sind oder aber die U19-Junioren den Klassenerhalt in der Bundesliga geschafft haben. Der maßgebliche Stichtag ist der 1. Juli. Tritt keiner von beiden Fällen ein, erfolgt die Einstufung auf Kreisebene durch den Offenbacher Kreisfußballausschuss.

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