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»Versöhnlicher Saisonabschluss« auf der Nordschleife

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Von: red Redaktion

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Im Rahmen des achten Serienlaufs fahren Tim Heinemann/Martin Ragginger im Porsche 911 auf Rang sieben. GRUPPE C © pv

(bf). Mit einer starken Schlussphase hat Schnabl Engineering seine Nordschleifen-Saison zu einem »versöhnlichen Abschluss« gebracht. So formuliert es der Teamchef der Butzbach, Sven Schnabl, nach einem weiteren Top-10-Ergebnis. Seine Mannschaft hat in der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) seit Juli zwei von drei Rennen gewonnen, darunter das erstmalig ausgetragene Zwölf-Stunden-Rennen.

»Wenn man bedenkt, wie schwierig die Saison für uns begonnen hat, kann ich meiner Crew nur ein Kompliment machen«, sagte Schnabl. »Nach den Rückschlägen zu Beginn hat niemand den Kopf hängen lassen, alle haben mit großem Einsatz weitergemacht. Und so haben wir die Trendwende noch hingekriegt.«

Auch beim 46. DMV-Münsterlandpokal, dem siebten NLS-Lauf 2022, hat sich Schnabl Engineering als Einsatzteam von Falken Motorsports wieder gut in Szene gesetzt: Tim Heinemann und Martin Ragginger auf dem Porsche 911 GT3 mit der Startnummer drei führten gleich nach dem Start zum Vier-Stunden-Rennen von Startplatz sechs kommend das 97 Autos starke Feld an. Trotz eines Notstopps nach zwei Runden, um den Kühler von Laub zu befreien, kämpfte das Duo bis zum Schluss um einen Podestplatz und eroberte in der 27. und letzten Rennrunde noch Rang drei. Diese Platzierung durfte das Team aber nicht behalten: Ein Regelverstoß unter Code 60 zog sechs Strafminuten nach sich, womit Heinemann/Ragginger nur auf Platz sieben gewertet wurden. »Blöd gelaufen«, meinte Teamchef Schnabl. »Schade ist es vor allem für Tim, der sonst zum ersten Mal überhaupt auf dem Gesamtpodium gestanden wäre. Insofern ist die Strafe natürlich doppelt ärgerlich.«

Allerdings hatte Schnabl Engineering das siebte NLS-Rennen vor allem als erweiterte Testfahrt genutzt, um verschiedene Einstellungen und Set-up-Varianten für 2023 zu erproben. »Das erschien uns sinnvoll, weil wir sonst erst wieder im März nächsten Jahres dazu in der Lage gewesen wären, solche Dinge auf der Nordschleife zu testen«, erklärte Schnabl. »Deshalb haben wir die längere Standzeit beim Boxenstopp, um das Auto anzupassen, gerne in Kauf genommen. Und unsere Tests im Rennen waren mir unterm Strich sogar wichtiger als ein weiterer Pokal. Dass wir sogar mit einem Zusatzstopp noch unter die Top 3 gekommen wären, zeigt ja außerdem, dass unser Speed grundsätzlich nicht verkehrt war.«

Als »Katastrophe« dagegen bezeichnete Teamchef Schnabl den Einsatz des Porsche-Testträgers 992 für die Nordschleifen-Saison 2023. Denn schon bei den Probefahrten am Freitag auf der Grand-Prix-Strecke hatte Falken aufgrund des schlechten Wetters lediglich Systemtests durchführen können, aber nicht die angestrebten Tests mit Trockenreifen. »Die Daten hätten wir natürlich gerne gesammelt mit Blick auf das kommende Jahr«, sagte Schnabl.

Auch am Renntag spielte die Natur nicht mit: Neben Heinemann/Ragginger im 911-Rennauto sammelten auch Julian Andlauer und Klaus Bachler im 992-Testträger mit der Startnummer vier schon in der Startphase jede Menge Laub auf, sodass auch in diesem Fahrzeug die Wassertemperatur-Sensoren Alarm schlugen. Was beim Schwesterauto aber durch einen Notstopp gelöst werden konnte, klappte nicht beim Neuwagen: Andlauer/Bachler strandeten bereits nach nur einer Runde mit einem Motorschaden.

»Das ist sehr bedauerlich«, meinte Teamchef Schnabl. »Wir hatten uns viel versprochen vom Einsatz des 992-Testautos, haben so aber nicht einmal eine komplette Rennrunde mit Slicks hingekriegt. Aber technisch kann man hier niemandem einen Vorwurf machen: Auch andere hatten große Probleme durch das viele Laub auf der Strecke.«

Und so endete die Nordschleifen-Saison für Schnabl Engineering mit einem Top-10-Ergebnis und einem Ausfall. Das Nachholrennen am 5. November lässt die Einsatzmannschaft von Falken Motorsports planmäßig aus. Für 2023 plant Schnabl Engineering dann erneut die NLS-Teilnahme mit zwei Porsche-Fahrzeugen. »Die Gespräche dazu laufen bereits und kommen hoffentlich in den nächsten Wochen zu einem positiven Abschluss«, meinte Schnabl. »Wir wollen 2023 nachlegen und an unsere Erfolge anknüpfen.«

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