1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

»Virtuelles« Abele-Feuerwerk beim Rodenbacher Lauf

Erstellt:

Von: Tanja Weber

Kommentare

kaspor_0201_mariusrek323_4c_2
Der Dauernheimer Marius Abele auf Rekordjagd. © Sascha Arndt

Die Wetterauer Laufszene orientiert sich zu Silvester in die Nachbarkreise. In Oberrodenbach dominierten die Brüder Abele. Ein (inoffizieller) Streckenrekord gelang dabei Marius Abele.

Sechs Tage hatten laufhungrige Ausdauersportler Gelegenheit, sich zum Jahresabschluss im Oberrodenbacher Wald auszutoben. Auch aus der Wetterau war der eine oder andere Sportler mit dabei. Der TV Oberrodenbach hatte die Originalstrecke des Silvesterlaufes über zwei Haupt-Distanzen markiert. Die Auswertung und das Upload der Ergebnisse folgten über die Plattform »Helden des Sports«. Geplant war die Traditionsveranstaltung zum Jahresabschluss ursprünglich auch in Präsenz am 31. Dezember. Dieser Part musste Pandemie-bedingt abgesagt werden. Der Dauernheimer Marius Abele lief den »Zehner« (10,25 Kilometer) trotzdem und knackte dabei den Streckenrekord - wenn auch nur inoffiziell.

Herr Abele, herzlichen Glückwunsch zu der starken Zeit von 32:32 Minuten. Sind Sie den »Zehner« alleine gelaufen oder in einer Gruppe?

Vielen Dank! Ich habe mich mit meiner Trainingsgruppe vom SSC Hanau-Rodenbach am Freitag um 11 Uhr im Start-Ziel-Bereich getroffen. Wir haben uns zusammen warm gemacht und sind gemeinsam gestartet. Einige sind natürlich »nur« die 5,45 km gelaufen, aber das ist im Prinzip die erste Runde des 10,25-km-Laufes. Mein Bruder Lukas, der als 1500-Meter-Läufer auf die kürzeren Distanzen spezialisiert ist, war dabei ein gutes Zugpferd. Nach dem 600 m langen Zehn-Prozent-Anstieg, dem sogenannten Moby Dick, ist er mir natürlich etwas weggelaufen, da er auf der halben Distanz unterwegs war.

Aber Sie hatten immer Sichtkontakt auf der ersten Runde?

Ja, ich habe ihn nach dem Berg immer auf 30 bis 40 Metern vor mir gesehen, und das hat schon einiges gebracht. Er finishte übrigens in 17:35 Minuten als Schnellster des »Fünfers«. Die zweite Runde, in der es zum zweiten Mal den Berg hinaufging, bin ich alleine gelaufen. Damit habe ich aber keine Probleme. Ich habe ein sehr gutes Tempogefühl.

Mit Ihrer Zeit dürften Sie zufrieden sein …

Ich wollte unter 33 Minuten laufen. Das war meine Zeit aus dem Vorjahr, die ich ebenfalls ohne direkte Konkurrenz aufgestellt habe. Wir haben erst am Mittwoch erfahren, dass der Silvesterlauf nicht als Präsenzveranstaltung stattfindet. Mein Training war jetzt auch nicht so geplant, dass ich für den Lauf richtig runterfahre. Ich habe damit auch den Streckenrekord von Jörn Harland aus 2009 (33:05 Minuten; Anm. d. Red.) geknackt, wenn auch inoffiziell. Unterwegs war ich mir nicht ganz sicher, ob ich es schaffe. Die Strecke ist sehr unrhythmisch. Man kann kein gleichmäßiges Tempo laufen. Am zweiten Weihnachtstag bin ich sie im Training bereits in einer 34er-Zeit gelaufen, das hatte mich im Vorfeld zuversichtlich gemacht.

Welche Schuhe haben Sie auf der Strecke getragen?

Ich hatte einen leichten Trailschuh an. Bis auf den Moby Dick sind das alles Waldwege, teilweise etwas matschig. Da bringt ein Carbon-Schuh nichts.

Welche Schuhmodelle können Sie für das Lauftraining empfehlen?

Natürlich ist es immer wichtig, mehrere Laufschuhe zu haben und diese auch zwischen den Trainingseinheiten zu wechseln. Je nachdem, was man im Training vorhat. Ich habe unter anderem einen weichen Schuh für die Dauerläufe, einen flachen für das Tempotraining auf der Bahn und in der Halle sowie natürlich auch das Carbon-Modell Vaporfly für die Tempo-Dauerläufe.

Wann merken Sie, dass ein Schuh verbraucht ist?

Ich mache das nach Gefühl, zeichne also nicht die pro Schuh gelaufenen Kilometer auf. Wenn er weich und instabil wird, weiß ich, dass ich ihn ausrangieren muss.

Hören Sie beim Laufen Musik, um sich zu motivieren?

Nein. Entweder trainiere ich mit meiner Laufgruppe oder alleine. Musik höre ich nur beim Krafttraining. Wenn ich alleine laufe, möchte ich einfach mal abschalten können und meditieren. Dabei würde mich die Musik eher stören.

Was sind Ihre nächsten Ziele?

Das erste große Saisonziel sind die Deutschen Meisterschaften über 10 000 m im Mai. Bis dahin nehme ich die Hallenwettkämpfe als Tempoeinheiten mit. So werde ich Mitte Januar bei den Hessenmeisterschaften über 3000 m starten. Nächste Woche geht es bei der Winterlaufserie in Goldbach an den Start. Den Lauf sehe ich als Kraftausdauereinheit. Goldbach hat einen starken Cross-Charakter.

Auch interessant

Kommentare