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Von Garmisch nach Tölz: Wie Feuer und Wasser

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Die Tölzer Löwen haben einen neuen Geschäftsführer - und dieser hat ausgerechnet eine Ära beim Rivalen aus Garmisch-Partenkirchen geprägt.

Ralph Bader und die Tölzer Löwen, das war bisher wie Feuer und Wasser. Als langjähriger Manager des Erzfeindes war der Garmisch-Partenkirchner sozusagen die Verkörperung des Bösen. Und er tat viel dafür, das Feuer zu schüren, nahm kein Blatt vor den Mund, schoss gegen die Tölzer Eishockey-Fans zurück. Nun soll dieser Ralph Bader das Tölzer Eishockey wieder ans Licht führen? Ralph Bader, der weiße Ritter? So sieht es aus, der 57-Jährige ist der neue Geschäftsführer der Tölzer Eissport Gesellschaft, wurde am Freitag als Nachfolger von Jürgen Rumrich vorgestellt.

Der hat aus freien Stücken hingeworfen. »Ich kann Kritik vertragen«, sagt Rumrich. »Aber das, was hier abgelaufen ist, war mir zu viel, habe ich so noch nie erlebt.« Hubert Hörmann, Vorsitzender des Hauptvereins Bad Tölz, bedauert die Entscheidung. »Ich habe Jürgen Rumrich als absolut integeren Menschen erlebt, ein Teamplayer, einer mit dem man jederzeit ein Bier trinken gehen möchte. Aber der Shitstorm, der hier über ihn hereingebrochen ist, war zu viel.«

Jubel wird es auch beim neuen Mann nicht geben, der seine Arbeit schon beim Heimspiel am Sonntag aufgenommen hat. Aus der Ruhe, die sich Hörmann nach den Querelen der zurückliegenden Wochen gewünscht hat, wird so schnell nichts. »Ich bin mir bewusst, dass jetzt nicht sofort Ruhe einkehren wird, da meine Person im Isarwinkel polarisiert«, sagt Bader. »Aber ich bin hergekommen, um zu 100 Prozent mit Herz und Leidenschaft für das Tölzer Eishockey zu arbeiten«, sagt der 57-Jährige.

Ein Sport, der für ihn Jahrzehnte lang das Leben bestimmt. Bader ist gelernter Bürokaufmann, war später freier Journalist beim Radio, dann 13 Jahre lang Manager des SC Riessersee. Auch wenn ihm dort finanzielle Schieflagen angelastet wurde, hat er sich nichts zu Schulden kommen lassen. Und er hat die Garmischer aus so mancher schwierigen Situation geholt. Hörmann ist von Baders Eishockey-Sachverstand überzeugt, von seinen verkäuferischen Fähigkeiten und Durchsetzungsvermögen. »Deswegen habe ich nicht gezögert und gar nicht erst nach einem anderen Kandidaten gesucht, als wir über die Nachfolge von Jürgen Rumrich geredet haben. Ralph Bader war erste Wahl.« NICK SCHEDER

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