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Im Playoff-Check: DEL 2-Experte vergleicht Kader und wagt Prognose

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Von: Michael Nickolaus

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Petri Kujala stand von 2013 bis Januar 2022 in der DEL2 unter Vertrag. Einst in Bad Nauheim, zuletzt in Bayreuth. © Andreas Chuc

Petri Kujala ist ein Kind der Deutschen Eishockey-Liga 2. Vor dem Playoff-Viertelfinale vergleicht der Trainer den EC Bad Nauheim und die Kassel Huskies - und legt sich bezüglich des Weiterkommens fest.

Petri Kujala kennt die zweite deutsche Eishockey-Liga wie kein anderer Trainer. 2012 war er in Ravensburg als Head-Coach eingestiegen, 2014 führte sein Weg nach Bad Nauheim, vier Jahre später nach Bayreuth, wo er vor wenigen Wochen entlassen worden. Für uns hat der 51-Jährige vor dem Playoff-Viertelfinale zwischen dem EC Bad Nauheim und die Kassel Huskies beide Mannschaften unter die Lupe genommen und einen Tipp abgegeben.

Tor: Felix Bick und Jerry Kuhn, Janick Schwendener und Jonas Langmann - das sind die vier besten Torhüter der DEL2. Bick ist seit Jahren eine Erfolgsgarantie für Bad Nauheim. Er kann wie Kuhn Spiele für seine Mannschaft gewinnen. Beide spielen konstant. Da wird die Tagesform entscheidend sein. Wer besser drauf ist, dessen Team hat einen Vorteil. Dahinter stehen mit Philipp Maurer und Jonas Neffin zwei junge Torleute, die einspringen können, ohne, dass es einem Angst und Bange werden muss.

Abwehr: Hier ist Kassel von der Quantität überlegen. Einige Verteidiger - ich denke da an Denis Shevyrin oder zeitweise Oliver Granz - werden deshalb sogar im Angriff eingesetzt. Joel Keussen, Troy Ruitkowski auch auch ein Stephan Tramm, der sich stark entwickelt hat, tough ist und stark im Eins-gegen-eins - da hat Kassel vielleicht einen leichten Vorteil. Gespannt bin ich auf Joel Messner. Er ist offensivstark, Rechtsschütze, kann im Powerplay Optionen schaffen. Mit Kevin Schmidt und Patrick Seifert hat auch Bad Nauheim zwei erfahrene Spieler in seinen Reihen.

Angriff: Taylor Vause ist vielleicht von der Zahl der Scorerpunkte nicht der Beste der Liga. Aber, wie er spielt, was er für die Mannschaft macht, wie er seine Defensivaufgaben erfüllt - das ist sehr, sehr stark. Er spielt jeden Puck ohne Risiko, weiß, wann er die Scheibe rausbringen oder tief spielen muss. Bad Nauheim muss sich nicht verstecken. Ein Stefan Reiter ist im besten Eishockey-Alter, Andrej Bires weiß, wo das Tor steht. Im Vergleich zu Kassel, das vielleicht mehr Qualität hat, spielt Bad Nauheim taktisch-disziplinierter, hält das Spiel einfacher. Das hat die Manschaft in der ersten Saisonhälfte so erfolgreich gemacht. Beide Teams gehen ein hohes Tempo und haben den überwiegenden Teil der Saison mit einem vollen Kader spielen können.

Die Über- und Unterzahl-Formationen: Von den Statistiken her sind beide Mannschaften auf einem ähnlichen Level. Kassel hatte lange Zeit eine niedrige Powerplay-Quote, ist jetzt aber rechtzeitig in Gang gekommen. Bei Bad Nauheim bin ich gespannt, wie Harry Lange mit Joel Messner plant. Er könnte dem Powerplay sicherlich einen Kick geben. Anderseits muss Lange eine schwierige Entscheidung treffen. Einige Mannschaften, die vorne stehen, hat man dort auch erwartet. Bad Nauheim hat eine gute Saison gespielt - mit eben jenen vier Ausländern, die von Beginn an da waren. Als Trainer schaut man nicht nur auf Statistiken, sondern wie ein Spieler in einer Mannschaft funktioniert.

Schlüsselspieler: Taylor Vause und Felix Bick, ganz klar. Und wenn man nach Positionen geht, dann Kevin Schmidt. Oder eben Joel Messner, quasi als Joker. Bei Kassel zuerst Jerry Kuhn, in der Abwehr Joel Keussen. Er ist sicher heiß auf seinen alten Klub und ohnehin vom Charakter her ein Playoff-Typ. Offensiv sind Mitch Wahl und Jamie MacQueen als Schlüssel im Powerplay zu nennen. Und dann gibt in einer Serie immer mal einen Typen wie Oliver Granz, der - immer, wenn er auf dem Eis ist - mit seiner Spielweise für viel Unruhe sorgen kann. Das kann - wenn es auf Kleinigkeiten ankommt - eine Rolle spielen. Kassel kommt im Vergleich zu Bad Nauheim über aggressives, physisches Spiel. Ich war andererseits beeindruckt, wie Bad Nauheim es vor Weihnachten geschafft hat, das Spiel einfach zu halten. Die Teufel waren nicht spielerisch besser, aber alle haben für ihre Teamkollegen gespielt und haben die richtigen Entscheidungen getroffen. Das hat Harry Lange sehr gut vermittelt.

Trainer: Am Ende müssen die Spieler den Unterschied machen. Und ganz grundsätzlich denke ich, dass Harry Lange und Hugo Boisvert gemeinsam ausreichend Playoff-Erfahrung mitbringen, um zu wissen, worauf es ankommt. Da sehe ich keine Vor- oder Nachteil zu Corey Neilson bei den Huskies.

Der Tipp: Ich muss zu Bad Nauheim halten und sage, die Roten Teufel gewinnen 4:3.

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