1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

Warum Albert Repp sein Traineramt bei der SG Nieder-Mockstadt/Stammheim niederlegt

Erstellt:

Von: Frank Schneider

Kommentare

kaspor_1512_reepi88h_161_4c_1
Albert Repp steht aufgrund seiner schweren Erkrankung nicht mehr als Trainer des Büdinger Fußball-Kreisoberligisten SG Nieder-Mockstadt/Stammheim zur Verfügung. © Red

Dieser Trainerrücktritt hat keine sportlichen Hintergründe. Albert Repp (58) ist nicht mehr Coach der SG Nieder-Mockstadt/Stammheim. Bis zum Sommer übernimmt Mario Rucco.

Bereits in der Hinrunde der laufenden Saison musste sich der an einer schweren Krankheit leidende Ostheimer Trainer der SG Nieder-Mockstadt/Stammheim weitestgehend von seinem Co-Trainer Mario Rucco vertreten lassen. Rucco wird die Florstädter Spielgemeinschaft in der Kreisoberliga Büdingen nun bis zum Sommer verantwortlich betreuen. »Meine Genesung und meine Familie haben in den kommenden Wochen und Monaten absolut Vorrang, da bleibt für Fußball leider keine Zeit«, sagt der frühere Hessenligaspieler, der als Trainer in den vergangenen Jahren bei verschiedenen Vereinen in unterschiedlichen Fußballkreisen gewirkt hat.

Mehrere längere Klinikauf enthalte und insgesamt sieben Operationen dokumentieren die Leidenszeit des einstigen Vollblutfußballers. Im kommenden Jahr will sich Albert Repp mit Reha-Aufenthalten von den Strapazen erholen und wieder auf die Beine kommen. »Ich habe 30 Kilogramm abgenommen und fast meine gesamte Muskelmasse verloren«, erzählt er und man stellt fest, dass auch seine Stimme längst nicht mehr so kraftvoll wie gewohnt klingt. »Wir wünschen Albert für seine Genesung nur das Beste und finden es natürlich sehr schade, dass er als Trainer bei uns aufhören muss. Die Gesundheit ist aber das Allerwichtigste im Leben«, sagt Torsten Krohm, der Spielausschuss-Vorsitzende der SG Nieder-Mockstadt/Stammheim. Vor zwei Jahren hatte dieser seinen ehemaligen Mitspieler aus gemeinsamen Zeiten beim FV Bad Vilbel nach dessen Ausscheiden als Coach des Gruppenligisten SG Bruchköbel zum Büdinger Kreisoberligisten gelotst. »Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat Alberts Arbeit schnell Früchte getragen. Es war richtig guter Zug im Team, doch dann kam Corona«, erinnert sich Krohm an die vorletzte, später abgebrochene Saison. Auch die aktuelle Spielrunde stand unter keinem guten Stern. Trotz Corona lief zwar der Spielbetrieb an, doch jetzt war es die sich verschlimmernde Krankheit des Übungsleiters, die eine konstante Zusammenarbeit mit ihm auf dem Trainingsplatz unmöglich machte.

Nachdem Albert Repp zu Wochenbeginn aus dem Krankenhaus entlassen worden war, machte er bezüglich seines Hobbys reinen Tisch und beendete - wenn auch schweren Herzens - das Kapitel SG Nieder-Mockstadt/Stammheim aus besagten Gründen. »Es war eine schöne, wenn auch sehr kurze Zeit. Ich kann über die beiden Vereine wirklich nichts Schlechtes sagen und möchte mich auch bei meinen Spielern, die sich alle immer nach mir erkundigt haben, für die gute Zusammenarbeit bedanken«, sagt der scheidende SG-Coach.

Repp-Vertreter Rucco erreichte als Zwischenziel den angestrebten Rang im Tabellenmittelfeld. Die SG Nieder-Mockstadt überwintert in der Kreisoberliga Büdingen mit 18 Punkten auf Platz neun. Rucco wird die Wintervorbereitung mit einem leicht veränderten Kader starten. Vom Ligakonkurrenten KSV Aulendiebach wechseln Tiago Mendes und Henning Schwatlo zur Florstädter Spielgemeinschaft. Seine Zelte abgebrochen hat indes der erst zu Saisonbeginn gekommene Mittelfeldspieler Riccardo Richter, der künftig wieder für den Hanauer Kreisoberligisten SV Wolfgang spielen wird.

Auch Trainersohn Sebastian Repp steht erstmal nicht mehr zur Verfügung. »Er hat zurzeit keinen Kopf für Fußball«, berichtet Krohm.

Für die in der Kreisliga A Büdingen gegen den Abstieg kämpfende zweite Mannschaft wurde die Betreuungssituation ebenfalls neu geregelt. Ursprünglich sollte das B-Team der SG von Mario Rucco betreut werden. Da dieser nun für die erste Mannschaft verantwortlich ist, werden Daniel Balzer und Felix Müller das Coaching des Reserveteams übernehmen. Alle Regelungen gelten zunächst bis zum Saisonende. »Für die neue Runde wollen wir dann einen neuen Trainer verpflichten«, verrät Torsten Krohm. Die Gespräche seien bereits am Laufen und Mario Rucco in die Pläne der beiden SG-Vereine eingeweiht. Spruchreif ist in dieser wichtigen Personalie aber noch nichts.

Albert Repp, der vor seinen beiden letzten Station in Bruchköbel und Nieder-Mockstadt unter anderem bei Viktoria Kahl, dem SV Kilianstädten, dem SV Breitenborn, Viktoria Nidda, VfB Großauheim und dem SV Altenmittlau als Trainer tätig war, freut sich nach seinen Klinikaufenthalten auf erholsame Tage rund um Weihnachten im Kreise der Familie.

Gemeinsam mit Frau Kathrin, die ihm in schweren Tagen eine wichtige Stütze war, will er nun nach geeigneten Reha-Zielen Ausschau halten. »Am liebsten irgendwo in Bayern, ich war schon immer ein Fan der Berge«, erzählt Albert Repp.

Auch interessant

Kommentare