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Warum der SC Rot-Weiß Altenstadt kein Verein wie jeder andere ist

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Rehabilitationssport ist beim SC Rot-Weiß Altenstadt eine Kernkompetenz. SYMBOLFOTO: IMAGO © pv

Den klassischen Ballsport sucht man im Angebot des SC RW Altenstadt vergebens. Dafür bietet der Verein andere Möglichkeiten. Vorsitzende Karin Heutzenröder erklärt die interessante Klubstruktur.

(vre). Rehabilitationssport soll zu einer schnelleren Genesung und vor allem zu einer positiven Beeinflussung von Krankheitsverläufen und Verletzungen beitragen und ist daher sowohl im Leistungs- als auch im Amateurbereich essenziell. Der SC Rot-Weiß Altenstadt hat sich den Rehabilitationssport Orthopädie als wichtiges Standbein geschaffen und hält dieses Angebot seit nunmehr neun Jahren für Mitglieder und Nichtmitglieder bereit. Im Interview verrät Karin Heutzenröder, Reha-Trainerin und Vorsitzende des Vereins, wer an den Reha-Kursen teilnehmen kann, wie diese aufgebaut sind und warum Fortbildungen so wichtig sind.

Der SC Rot-Weiß Altenstadt ist kein typischer Verein mit einem breiten Ballsport-Angebot. Wie ist es dazu gekommen, dass bei Ihnen vor allem Gymnastik-, Reha- und Krebsnachsorge-Kurse im Mittelpunkt stehen?

Als der Verein 1983 gegründet wurde, haben wir zuerst mit Damengymnastik angefangen. Bald ist dann auch Herren-, Senioren- und Skigymnastik dazugekommen. Und da mein Steckenpferd die Reha ist und ich dafür auch die Ausbildung gemacht habe, sind dann der Rehasport und später auch die Krebsnachsorge dazu gekommen.

Was genau wird beim Rehasport bzw. der Krebsnachsorge angeboten?

In die Reha-Kurse kommen die Leute ja mit vielen verschiedenen Problemen zu uns. Daher sind die Kurse so aufgebaut, dass jeder daran teilnehmen kann. Wir wollen die Teilnehmer von unten nach oben aufbauen und ihre Kraft, Beweglichkeit und Koordination stärken. In der Krebsnachsorge müssen wir darauf achten, dass nicht jeder gleich belastbar ist. Leute, die direkt nach einer OP kommen, sind natürlich auf einem anderen Level als jemand, der schon länger dabei ist. Jeder wird da aufgefangen, wo er oder sie gerade steht.

Können auch Nichtmitglieder den Rehasport und die Krebsnachsorge in Anspruch nehmen?

Ja, das geht. Aber der Arzt muss dafür eine Verordnung ausstellen, die dann für 18 Monate bzw. 50 Einheiten gilt. Die Kosten übernimmt die jeweilige Krankenkasse. Danach bekommen viele noch eine zweite Verordnung verschrieben oder treten in den Verein ein.

Wie oft finden die Reha- Kurse bzw. die Krebsnachsorge in der Woche statt?

Die Krebsgruppe trifft sich einmal pro Woche, die Reha-Kurse finden ein- bis zweimal statt, je nachdem, was der Arzt auf der Verordnung angekreuzt hat und was von der Krankenkasse bezahlt wird. Aktuell gilt die 2G-Regel bei uns.

Wie gut sind die Kurse in der Regel besucht?

Normalerweise zu gut. Wir sind daher auch händeringend auf Trainersuche. Überwiegend sind es Frauen, die als Übungsleiterinnen aktiv sind. Aber viele Frauen gehen heute Vollzeit arbeiten und können die Trainerausbildung daher nicht machen bzw. schaffen es zeitlich nicht. Aber allein von der Nachfrage her könnten wir jeden Tag etwas anbieten.

Sind die Trainer ehrenamtlich beschäftigt?

Früher war das mal so, aber heute werden alle bezahlt. Anders geht das gar nicht mehr. Der Verein zahlt auch die Ausbildung und unterstützt die Neulinge dabei.

Gibt es für die Übungsleiter Fortbildungen?

Wir sind verpflichtet, Fortbildung zu machen. Die sind alle vier Jahre, aber der Verband sieht es gerne, wenn wir mehr machen. Viele machen es gerne. Das finde ich auch gut und sinnvoll, da wir immer neuen Input bekommen. Wir haben in den Kursen ja auch Leute an der Hand, die massive Probleme haben. Da sind Fortbildungen wichtig, um uns weiter zu schulen und die Leute bestmöglichst zu betreuen.

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Karin Heutzenröder © Red

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