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Warum Kevin Kuchler vom FC Kaichen ein Spiel in Armenien leitet

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Von: Michael Nickolaus

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Treffen mit dem Präsident des Fußball-Verbands von Armenien: Unser Bild zeigt (von links) Kevin Kuchler; Philipp Götzl-Mamba; Präsident Armen Melikbekyan; Christopher Bedikian und Steffen Maaß. © Red

Der Unparteiische Kevin Kuchler vom FC Kaichen assistierte bei einem Spiel in Armenien, trifft Promienz und ist im deutschen Fernsehen zu sehen.

Er wurde vom Präsidenten des armenischen Fußball-Verbandes empfangen, er war live auf »Sky Sport« zu sehen, er schüttelte dem ehemaligen Box-Weltmeister Arthur Abraham die Hand, plauderte mit Henrikh Mkhitaryan, dem einstigen Weltklasse-Kicker von Borussia Dortmund - und er war Linienrichter beim einem Spiel der höchsten armenischen Nachwuchsklasse: Kevin Kuchler hat außergewöhnliche Tage in Jerewan verbracht.

»So etwas hatte ich noch nicht erlebt. Das steht auf der Liste der Schiedsrichter-Highlights ganz weit oben, alleine schon, weils’s mit einer Reise verbunden war«, sagt der Unparteiische des Kreisligisten FC Kaichen, der mit drei weiteren Referees in der Hauptstadt von Armenien zu Gast war.

Verbandspräsident lädt ein

Angefangen hatte alles - zu das so oft der Fall ist - mit einer fixen Idee. Kuchler hatte zusammen mit Philipp Götzl-Mamba, Organisator Christopher Bedikian und Steffen Maaß, drei Freunden aus der Schiedsrichtervereinigung Hanau, einfach mal Ruben Hajrapetjan, den armenischen Fußball-Präsidenten, direkt per Mail kontaktiert, mit dem Wunsch, eine Reise zum WM-Qualifikationsspiel Armenien gegen Deutschland mit einer Spielleitung verknüpfen zu können. Ihr Trumpf: Bedikian, dessen Eltern aus Armenien stammen, hatte als Betriebsleiter am Flughafen Hajrapetjan Wochen zuvor kennengelernt, sich ausgetauscht. Und eine Einladung zum verlängerten Wochenende in der Kaukasusregion erfolgte auch prompt.

Am Flughafen der Hauptstadt Jerewan wurde das Quartett spätabends von einem Chauffeur empfangen, am nächsten Morgen ging’s direkt zum Sitz des Armenischen Fußball-Verbandes. Hajrapetjan gewährte den deutschen Unparteiischen Einblicke in die Entwicklungsarbeit des 1992 gegründeten Verbandes (aktuell Platz 92 in der FIFA-Weltrangliste), präsentierte die neue Fußball-Akademie mit elf Plätzen, mit Kunstrasen, Kraftraum, mit Futsal- und Schwimmhalle, er führte seine hessischen Besucher anschließend durch alle Abteilungen des Verbandes.

Am Nachmittag leitete das Quartett schließlich ein Spiel der höchsten U18-Liga Armeniens. »Im Herren-Bereich wäre das ein sehr gutes Verbands- oder ein mittelklassiges Hessenliga-Niveau«, sagt Kuchler, der als Lehrwart der Vereinigung Hanau fungiert, selbst in den Gruppenligen pfeift und in der Hessenliga und der Futsal-Regionalliga an der Seitenlinie assistiert. »Pfeife, Ball und Karten sind die Sprache auf dem Platz. Fußball ist intenational und verbindet die Kulturen«, sagt der 33-Jährige, der in Ilbenstadt lebt, und in dieser Partie in Armeniens Hauptstadt als Linienrichter tätig war.

Nach dem Spiel ging’s für die Unparteiischen zum Republikanische Stadion zum Abschlusstraining der Nationalmannschaft um Henrikh Mkhitaryan. »Die Nationalspieler waren alle sehr nahbar, haben sich gefreut und ungezwungen geplaudert«, sagt Kuchler, der mit seinen Freunden die weitere Zeit rund um das Länderspiel mit Sightseeing verbrachte.

Ob ein ein Besuch im Kloster, das Völkermord-Denkmal, der Sewansee mit Panoramablick über den Kaukasus - »diese Region ist auf alle Fälle eine Reise wert«, schwärmt Kuchler, dessen Gruppe auch den armenischen Boxer Arthur Abraham und Sky-Reporter Uli Köhler traf, der das Quartett in seine Live-Vorberichterstattung integrierte.

»Man tritt so eine Reise mit viel Vorfreude, aber auch mit einer gewissen Skepsis, was einen erwartet, an. Das war eine tolle Geschichte, die wir gerne wiederholen würden. Man liest zumeist negative Geschichten über Schiedsrichter. Diese Erfahrung zeigt, was man auch an Positivem mitnehen kann«, sagt Kuchler nach dem erlebnisreichen Wochenende.

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