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In Bad Nauheim haben bislang bis zu 3000 Fans im Colonel-Knight-Stadion die Spiele der Roten Teufel verfolgen können.

Eishockey

Wettbewerbsverzerrung, Quotienten, Auf- und Abstieg: So plant die DEL2

  • Michael Nickolaus
    VonMichael Nickolaus
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Die Corona-Pandemie hat die Deutsche Eishockey-Liga 2 zunehmend wieder im Griff: Jetzt beantwortet die Liga die dringlichen Fragestellungen.

Ist das noch ein fairer Wettkampf; sportlich wie wirtschaftlich? Wie ist Plan B? Haben Vereinbarungen unter Corona-Bedingungen noch Bestand? Rene Rudorisch hat angesichts der zunehmenden Pandemie-Dynamik derzeit viele Fragen zu prüfen und zu beantworten. Zur Hauptrunden-Halbzeit hat der Geschäftsführer der Deutschen Eishockey-Liga 2 zu den brennenden Themen Stellung bezogen.

Wettbewerbsverzerrung: In Sachsen (Dresden, Crimmitschau, Weißwasser) und Bayern (Bad Tölz, Selb, Bayreuth, Landshut, Kaufbeuren) waren Zuschauer zuletzt schon ausgeschlossen, während in Baden-Württemberg (Freiburg, Heilbronn, Ravensburg) maximal 750 Fans in die Arenen durften. Für Frankfurt, Kassel und Bad Nauheim waren Kapazitätsbeschränkungen in diesem Vergleich nahezu paradiesisch. »Wir sind eine Live-Sportart, die sich gerade in der Außenwirkung über die Atmosphäre definiert und von Zuschauern lebt. Das Ambiente ist natürlich ein anderes«, sagt Rudorisch. Eine grundlegende Wettbewerbsverzerrung, wie diese aktuell vermehrt von bayrischen Klubs angemahnt wird, sieht der Liga-Chef zumindest im sportlichen Bereich nicht. »Unsere Klubs und Sportler sind professionell genug, um sich anzupassen.«

Entgangene Ticket-Einnahmen können über die Richtlinie »Corona-Hilfe Profisport« von allen Klubs geltend gemacht werden. Man sei im Dialog mit der Politik und auch auf deren Unterstützung angewiesen, das »Paket« einerseits über den 31. Dezember 2021 hinaus zu verlängern und zum anderen den Höchstbetrag der Beihilfen auf 2,3 Millionen Euro (statt bislang 1,8 Mio) pro Klub zu erhöhen. Das EU-Recht gebe dies her, sagt Rudorisch. »Und dieser Schritt ist notwendig.« Statt der zur Weihnachtszeit üblichen 2600 Zuschauer wird aktuell ein Schnitt von 1500 Besuchern pro Spiel registiert - Tendenz natürlich sinkend.

Einnahmen aus Werbepartnerschaften fallen allerdings nicht unter das Hilfspaket. In der zweiten Saison hintereinander können aufgrund von Beschränkungen die erwarteten Werbeleistungen, die Sichtbarkeit der Partner, von vielen Klubs nicht gewährleistet werden, was zu Regressansprüchen führen kann. »Bislang freuen wir uns über eine sehr gute Unterstützung der Partner, die Verständnis zeigen. Bricht diese große Säule, die nicht unter Kompensationszahlungen fällt, weg, wird es am jeweiligen Standort schwierig, die Saison zu Ende zu spielen oder in eine neue Spielzeit zu starten«, sagt Rudorisch, wohlwissend, dass es gerade in dieser Stelle am einen oder anderen Standort ganz erheblich knirscht.

Quotientenregel: Noch ist Zeit. Noch ist Luft. Aus den Erfahrungen der vergangenen Saison heraus wurde aber eine Hintertür in den Durchführungsbestimmungen offen gelassen. Sollten zum geplanten Hauptrunden-Ende am 6. März 2022 nicht alle regulären Partien ausgetragen worden sein, wird der Quotient anstelle der Gesamtpunktzahl über die Tabellenposition entscheiden. Die Playoff-Serien sollen im Best-of-seven-Modus erhalten bleiben. Der Weltverband hat den 30. April als Saisonende vorgegeben.

Auf- und Abstieg: »Der europäische Sport definiert sich über Auf- und Abstieg. Und diese Werte wollen wir nicht abschaffen, wenn wir jetzt trotz all der Umstände den Wettbewerb aufrechterhalten. Sonst brauchen wir nicht spielen«, sagt Rudorisch. Er gehe davon aus, dass es eine Verzahnung zur DEL wie zur Oberliga geben werde. »Die Vereinbarung hat Bestand. Da sehen wir uns gebunden, ebenso wie ich denke, dass sich die DEL gebunden fühlt.« Zuletzt hatte es in der DEL vermehrt Stimmen gegeben, erneut die Abstiegsreglung aussetzen zu wollen.

Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

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