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Wetterauer Medaillenregen auf der Mittelstrecke

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Von: Tanja Weber

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Die 4x-200-Meter-Staffel der LG Ovag Friedberg: Unser Bild zeigt (von links) Anna Hülsmann, Dana Prada, Estelle Hodé und Marina Zachartschuk. © Tanja Weber

Mit knapp 500 Teilnehmern sind die Hessischen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften der Aktiven und U 18 in Kalbach über die Bühne gegangen.

Mittelstrecke

In den Mittelstreckenläufen über 800, 1500 und 3000 Meter sahnten die Wetterauer Leichtathleten kräftig ab: Sechs Medaillen gingen in die Wetterau. Beim ersten Bahnwettkampf der Saison ging es für die Mittelstreckenläufer zunächst um eine Standortbestimmung in den taktisch geprägten Rennen. »Die spezifische Schnelligkeit ist natürlich noch nicht ganz da«, sagt Marius Abele, der eigentlich auf den längeren Strecken zu Hause ist. Der Dauernheimer, in den Vereinsfarben des SSC Hanau-Rodenbach an der Startlinie, trat über 3000 Meter an. Hauptrivale war Kilian Schreiner (ASC Breidenbach). U23-Athlet Abele startete verhalten, 2:46 Minuten für die ersten 1000 Meter und bremste sich auf den zweiten 1000 Metern erstmal ein, ehe er im letzten Drittel einen Zahn zulegte - Silbermedaille mit 8:24,95 Minuten und persönliche Bestzeit für den Vorjahres-DM-Zweiten über 10 000 Meter. Schreiner indes holte mit neun Sekunden Vorsprung den Titel.

Marius großer Bruder Lukas Abele feierte den Hessenmeistertitel über 1500 Meter der Männer: 3:51,92 Minuten. Auf seinen Start über 800 Meter verzichtete der mehrfache Deutsche Jugendmeister über 1500 Meter sonntags wegen leichter Achillessehnenbeschwerden. Der 17-jährige Jan Dillemuth (TV Assenheim), der sich schon auf den Start mit Abele über 800 Meter gefreut hatte, finishte eine Sekunde hinter dem Australier Samuel Blake (Eintracht Frankfurt) mit einer schnellen 54er-Schlussrunde in 1:55,94 Min. und wurde Zweiter der Männerklasse.

Die Steinfurtherin Eva Sulzer (Eintracht Frankfurt) ist mit einer Zeit von 10,26 Minuten Hessenmeisterin der Frauen über im 3000 Meterlauf geworden. Der Bronzerang ging an Lena Müller (TG Melbach) in 10:38 Minuten. Natalie Scrivener (Fun-Ball Dortelweil) lief über 800 Meterr der U18 erst auf der Zielgeraden zu Bronze. Gleichauf mit Hannah Geisel (TV Assenheim) setzte sie sich am Ende mit 0,2 Sekunden Vorsprung durch: 2:23,14 Minuten und persönliche Hallenbestzeit! Hannah Geisel indes lief mit sauberer Technik nahe an ihre Bestzeit im Freien heran.

LG Friedberg

Jasmin Stowasser sicherte sich bei den Frauen etwas überraschend den Meistertitel im Stabhochsprung. Dafür reichte eine übersprungene Höhe von drei Metern. »Ich kann damit zufrieden sein, denn damit habe ich nicht gerechnet«, freute sich Stowasser in den sozialen Netzwerken. Ihre Teamkollegin Amrei-Rieke Thomas gewann mit 2,80 Meter die Silbermedaille.

Bronze ging an die 4x200 Meter-Staffel der LG Ovag. Die Besetzung mit Anna Hülsmann, Dana Prada, Estelle Hodé und Marina Zachartschuk hatte die Wechsel im Vorfeld nicht üben können, weil die Athletinnen nicht auf der Rundbahn in Kalbach trainieren konnten. Dafür haben sie ihre Sache sehr gut gemacht mit Platz drei in 1:45,95 Minuten. Auch im Einzel wusste Staffelläuferin Anna Hülsmann zu überzeugen. Die LG-lerin verbesserte zum einen ihre persönliche Hallenbestzeit über 200 Meter auf 25,68 Sekunden und wurde Vierte. Und zum anderen lief sie über 400 Meter zu ihrer zweiten Bronzemedaille (59,65 sec.). Marina Zachartschuk steigerte ihre Hallenbestleistung als Siebte um mehr als sechs Zehntel auf 62,22 Sekunden. Noch ausbaufähig war sicherlich der Auftritt von Estelle Hodé über 60 Meter. Im Vorlauf kam sie auf 8,45 Sekunden.

Bei den Männern gab es einen sehr erfreulichen Auftritt von Tim Dillemuth. Der Sprinter lief die 200 Meter in 23,82 Sekunden so schnell wie nie zuvor in der Halle. In der Endabrechnung war das Rang 18. Manuel Christof wurde 20. in 24,52 Sekunden. Über die doppelte Hallenrunde war das Platzierungsbild aus Kreisstädter Sicht genau andersherum. Manuel Christof lief auf Platz fünf in 52,85 Sekunden. »Eigentlich kann er schneller laufen«, sagt Coach Volker Weber. Auch Tim Dillemuth war mit seinen 53,25 Sekunden (Platz acht) nicht zufrieden, »wobei es sein erstes Rennen in der Halle nach zwei Jahren über 400 Meter war«, sagt Weber. Dirk Leiacker konnte sich im Vergleich zum Saisonauftakt die Woche zuvor steigern, absolvierte die 200 Meter in 24,60 Sekunden (21.).

In der U18 hatte die LG Ovag Friedberg-Fauerbach ebenfalls Athleten am Start. Mit Noah Bornmann feierte hier ein Kreisstädter einen großartigen Erfolg. Mit 14,28 Meter wurde er Hessenmeister im Kugelstoßen. »Das ist eine tolle Überraschung«, freut sich Trainerin Marion Michel. Lukas Zorn lief über 1500 Meter in 4:38,45 Minuten auf den vierten Platz. Auf der Zielgeraden fehlten am Ende keine anderthalb Sekunden zur Bronzemedaille. Dieselbe Platzierung erreichte Nachwuchstalent Ben Gerlach im Kugelstoßen gegen die zum Teil ältere Konkurrenz. Mit 12,52 Metern landete er im vierten Versuch die größte Weite - Rang vier. Über 60 Meter sprintete Gerlach 7,87 Sekunden im Vorlauf. Sein Teamkollege Khaled Abbassi rannte sogar durch bis ins B-Finale. Nach 7,65 Sekunden im Vorlauf sprintete er exakt dieselbe Zeit im Endlauf noch einmal und wurde dort Zweiter. Bei den Mädels kam Julia Blum bei ihren ersten Hessischen Meisterschaften auf 9,10 Sekunden über 100 Meter und 30,11 Sekunden über 200 Meter (Rang 16).

TV Assenheim

10,51 Meter erreichte Sophie Roth vom TV Assenheim im Kugelstoßen. Dies bedeutete Platz vier in der U18. Die 4x200 Meter-Staffel der U18 mit Cansiz Velaya, Hannah Geisel, Sophie Roth und Lena Pöschko scheiterte um vier Zehntel an hessischem Edelmetall: 1:56,77 Minuten. Lena Pöschko und Cansiz Velaya starteten zudem auf ihren ersten Hessischen Hallenmeisterschaften und erreichten auf der 200 Meter-Runde mit 28,15 und 28,83 Sekunden den achten und 13. Platz der U18.

Fun-Ball Dortelweil

Bei den Männern qualifizierten sich aus der Dortelweiler Trainingsgruppe um Amaliya Sharoyan sowohl Dorislav Stratulat als auch Linus Krüger zeitgleich in 7,30 Sekunden für das B-Finale, in dem sie dann beide eine persönliche Bestzeit aufstellen konnten. Krüger gewann den Lauf in starken 7,18 Sekunden und war damit Sechstschnellster des Tages. Stratulat lief in 7,25 Sekunden knapp hinter seinem Vereinskollegen ins Ziel, die achtschnellste Zeit des Feldes. Damit lieferten die beiden Nachwuchsathleten ein starkes Debüt in der für sie neuen Klasse der Aktiven. Die 18-jährige Hannah Mohr zog in der Klasse der Frauen nach und erreichte mit 8,16 Sekunden im Vorlauf ebenfalls das B-Finale. Dort konnte auch sie ihre Vorlaufzeit noch einmal verbessern (8,09 sec).

Auch über 200 Meter konnten alle drei ihre Hallen-Bestleistung verbessern. Krüger wurde in 22,94 Sekunden Siebter, Stratulat in 23,40 Sekunden Zwölfter. Mohr zeigte sich stark über die Rundbahn und erreichte mit der neuen Bestzeit von 26,47 Sekunden Platz zehn.

Nach einer starken Vorstellung bei Hallenmeeting in Kalbach in der Vorwoche sollten bei Vincent Velte eigentlich mindestens die ersehnten 1,90 Meter im Hochsprung übersprungen werden. Trotz guter Form verhinderten aber kleine Fehler im Anlauf das Erreichen dieses Zieles, und so musste sich der Dortelweiler mit 1,85 Meter und dem fünften Platz in der Aktiven-Klasse begnügen. Die Dortelweiler Staffel, die als Süddeutscher Meister der U23 und Medaillenkandidat bei den Aktiven in das 4x200 Meter-Rennen gestartet war, konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Aufgrund einer Disqualifikation wegen Wechselfehlern kam das Quartett Stratulat, Krüger, Velte und Berberich nicht in die Wertung.

LG Altenstadt

Landeskaderathlet Lasse Rohrssen von der LG Altenstadt (M15) nutzte die Chance über 3000 Meter Gehen und verbesserte seine Zeit um 15 Sekunden auf 17:22,64 Minuten. Damit sicherte er sich den Titel des Hessischen Jugendmeisters. Kjell Jona Credner, ebenfalls Landeskaderathlet, bestritt seinen ersten 800m Lauf in der U18 und belegte mit einer guten Zeit von 2:09,26 min den siebten Platz. Ebenfalls auf Platz sieben konnte sich Niclas Gottschalk bei den Männern über 400 m platzieren. Er lief mit 53,03 Sekunden nah an seine Bestzeit heran. Über 800 m folgte noch Platz neun.

Weitere Resultate

200 m Frauen: 5. Nele Kühn (Eintracht Frankfurt/Bad Vilbel) 25,80 sec, 17. Annabelle Bär (TV Rendel) 27,95. Hochsprung der Männer: 10. Florian Kanert (TV Rendel) 1,70 m. Weitsprung Frauen: 12. Justine-Joely Lehmann (TV Rendel) 4,11 m. 800 m MU18: 11. Lasse Brandstädter 2:16,09, 13. Moritz Ebert 2:33,8 (beide TV Rendel).

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