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Wetzlar ohne Schutzpatron

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Rückraum-Linkshänder Stefan Cavor (hinten) hatte beim 26:29 gegen die aggressive Deckung des Klubweltmeisters einen schweren Stand. Hier stellt SCM-Abwehrhüne Piotr Chrapkowski den Einer-Block, vorne bearbeiten sich Wetzlars Kreisläufer Adam Nyfjäll (4) und Magdeburgs Eins-gegen-eins-Spezialist Christian O‹Sullivan. © Red

(ra). Die HSG Wetzlar hat dem SC Madgeburg einen großen Kampf geliefert. Beim 26:29 (15:12) lassen aber weitere personelle Ausfälle schon vor dem Anpfiff die Aussichten auf eine Überraschung sinken.

Die von einer lautstarken Anhängerschar begleiteten, auf Meisterkurs befindlichen Magdeburger hatten ihre Klasse spät doch noch ausspielen können, da den Grün-Weißen durch die zusätzlichen kurzfristigen Ausfälle von Rückraumkanonier Lenny Rubin (Magen-Darm-Infekt) und Flügelflitzer Lars Weissgerber (Bänderdehnung) am Ende die Körner fehlten, um die bis zur 48. Minute sagenhafte 22:22-Leistung durchziehen zu können. »Wetzlar hat das fantastisch gemacht«, atmete SCM-Coach Bennet Wiegert durch. »Wetzlar hat uns alles abverlangt. Das waren zwei wichtige Punkte, die wir in die Osterpause gerettet haben.«

Überdies hatte es der Spitzenreiter auch den beiden Unparteiischen zu verdanken, dass er als Ligaprimus überhaupt noch einmal seine Klasse ausspielen konnte, ja durfte. Die Spielleiter legten bei einigen ihrer Entscheidungen unterschiedliche Maßstäbe an, weshalb die wie entfesselt aufspielende Mannschaft von Trainer Benjamin Matschke die 8:4- (16.) und 18:14-Führungen (34.) wieder aus der Hand geben musste statt deutlicher davonzuziehen.

Ja, unter dem Strich setzten sich die stärkere personelle Besetzung, die individuelle Klasse und der Tempohandball der Bördestädter verdient durch. Was aber wäre gewesen, wenn die HSG Wetzlar vor 4200 Zuschauern in der Buderus-Arena über zwei Drittel der Distanz einen Schutzpatron anstatt der Erstliga-Tabellenführer gehabt hätte? Da die Wehwehchen von Lenny Rubin und Lars Weissgerber doch schwerwiegender waren als noch am Freitag angegeben und somit einen Einsatz unmöglich machten, gingen die Wetzlarer personell erheblich gehandicapt in die Partie gegen den noch auf drei Hochzeiten tanzenden SC Magdeburg. Das Team von Trainer Bennet Wiegert, als Spieler 2001 deutscher Meister mit dem SCM, konnte seinerseits alle Stars aufbieten und leistete es sich sogar, die Nationalspieler Matthias Musche und Michael Damgaard komplett auf der Bank zu lassen.

»Nuancen haben gefehlt«, gestand Wetzlars Coach Benjamin Matschke, für den wie für den Großteil seiner ausgepowerten Spieler die Schiedsrichter nur ein Randthema waren. »So ist Handball«, sagte Olle Forsell Schefvert, »ich ärgere mich eher über unsere technischen Fehler in der zweiten Halbzeit.« Der mit einem Kempa zum Pausen-15:12 brillierende Rechtsaußen Domen Novak räumte jedoch ebenso wie sein Trainer ein, dass bei der hohen Spielintensität zehn Minuten in Unterzahl schon Energie gekostet hätten.

Wetzlar: Till Klimpke, Komok; Novak (6), Nyfjäll (5), Fredriksen (4), Cavor (3), Forsell Schefvert (3), Holst (2/2), Mirkulovski (2), Mellegard (1).

Magdeburg: Jensen, Green; Kristjansson (6), Magnusson (6/1), Hornke (4), Smits (4/3), Mertens (3), Saugstrup (3), Bezjak (1), Gullerud (1), O’Sullivan (1).

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