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Im Anflug: Tobias Jockel (TSG Oberursel, rechts) versucht Christoph Schneiker im Tor des TV Petterweil zu überlisten.

Handball

21:21 nach "geiler Teamleistung"

Die Gastgeber erkämpfen sich gegen den Landesliga-Zweiten nach 60 intensiven Derbyminuten ein 21:21 (9:12). Dabei war kurz vor Schluss einem Team noch ein 22. Treffer geglückt.

Oberursel - Der Handball-Gott meinte es am Samstag gut mit den Anhängern der TSG Oberursel und des TV Petterweil. In der fast ausverkauften Sporthalle der Erich-Kästner-Schule lieferten sich beide ein packendes Landesliga-Mitte-Duell, das am Ende zwar keinen Sieger hervorbrachte, die Zuschauer beider Lager aber mitgerissen hatte.

Zu Beginn waren es die Fans der Gastgeber, die jubeln durften, denn die TSGO erwischte als klarer Außenseiter einen Start nach Maß. Dank der Tore von Juli Janosch (2./Siebenmeter), Giovanni Ilestro (2.), Bennet Wienand (3.) und Luca Gogolin (5.) lagen die Hausherren blitzartig mit 4:0 in Front. Petterweils Trainer Martin Peschke nahm folgerichtig eine frühe Auszeit, um seine Spieler wachzurütteln.

Peschkes Worte zeigten Wirkung, denn fortan war sein Team deutlich besser im Spiel. In der 10. Minute erzielte Felix Koffler das Tor zum 5:5-Ausgleich. Knapp sechs Minuten später stellte Teamkollege Florian Wassberg mit seinem Treffer zum 7:6 die erstmalige Führung für Petterweil her. Aufgrund der reiferen Spielanlage bauten die Gäste ihten Vorsprung bis zur Halbzeit auf 12:9 aus. Doch Oberursels junge Mannschaft ließ sich nicht beirren oder gar entmutigen, sondern arbeitete konzentriert weiter. „Petterweil hat eine abgezockte, erfahrene Mannschaft. Da war es wichtig, dass wir mit Giovanni Ilestro und Robert Avemann zwei Spieler auf dem Feld hatten, die die Ruhe bewahrt haben“, lobte nach dem Spiel TSGO-Coach Dirk Lodders. Insgesamt habe er aber „einfach eine geile Teamleistung“ gesehen.

In der Tat gab es keine Ausfälle in den Reihen der TSGO. Jeder hatte trug seinen Teil zum Erfolg – als solcher muss das Remis bezeichnet werden – bei. Dabei pushten sich die Spieler immer wieder gegenseitig und förderten ihr Selbstvertrauen. Exemplarisch dafür eine Szene beim Stand von 19:18 für Petterweil: Wienand nahm am eigenen Kreis clever ein Offensivfoul seines Gegenspielers auf, ging dann unter dem Jubel der Zuschauer mit geballten Fäusten zur Bank, wo er von den ebenfalls jubelnden Mitspielern abgeklatscht wurde.

„Als Trainer ist es auch meine Aufgabe, Emotionen zu schüren und zu steuern“, verriet Lodders später, „diesmal hatten die Jungs aufgrund des Derbys und des Publikums eine so riesige Eigenmotivation, dass ich eher Ruhe reinbringen musste.“ Im Vergleich zur Vorwoche, als Lodders gegen die HSG Wettenberg öfters lautstark das Wort ergriff, fielen seine Anweisungen diesmal kurz und knapp aus. Selbst in der heißen Schlussphase, als das Spiel in beide Richtungen hätte kippen können. Fünf Minuten vor dem Ende besorgte Ilestro mit einem präzisen Rückraumwurf das 19:19. Danach begann ein leidenschaftlicher Fight um jeden Ball. Petterweil konnte noch zweimal vorlegen, doch Oberursel gab beide Male die richtige Antwort.

Hektik dann eine knappe Minute vor Spielende: Die Gäste trafen zum vermeintlichen 22:21, doch das Schiedsrichterduo Devran Erdönmez/Daniel Werner erkannte das Tor wegen Kreisübertritts ab. Nicht nur die TVP-Fans waren erzürnt, auch Trainer Peschke war außer sich und wurde von den Referees verwarnt. Es blieb beim 21:21. Nachdem sich die Gemüter wieder beruhigt hatten, bedachten beide Lager ihre Teams mit stehenden Ovationen. Nach einem extrem packenden Derby hatten sich die Spieler diese auch redlich verdient.

Spielfilm: 4:0 (5.), 5:5 (10.), 6:7 (16.), 8:9 (21.), 9:12 (27.), 10:14 (34.), 15:16 (43.), 19:19 (55.), 21:21 (59.).

TSGO: Geier, Hadziabdic – Jockel (5), Wienand (3), Ilestro (3), Gogolin (3), Müllerleile (3), Juli (2/1), Walz (1), Avemann (1), Heidecker, Ghinea, Weiß, Landvogt.

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