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Beim direkten Freiwurf überwindet Andrea Mertens (l.) Eddersheims Abwehrmauer. Es ist aber „nur“ das Tor zum 12:20-Pausenstand.

Handball, 3. Liga Ost

24:40 - Warum Ober-Eschbach gegen Eddersheim  unter die Räder kommt

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„So darf man sich nicht aufgeben“, sagt der enttäuschte „Pirates“-Coach Grzelachowski nach einem einseitigen Main-Taunus-Derby. Die dritte Saisonniederlage ist für Ober-Eschbachs Handballerinnen ein Rückfall.

In der Tabelle waren es bis dato zwei Pünktchen, aber auf dem Spielfeld trennten die Mannschaften der TSG Ober-Eschbach und der TSG Eddersheim gestern Nachmittag kleine Handball-Welten. Während Spielerinnen der „Pirates“ sich nach dem Abpfiff zerknirscht auf der Bank niederließen und von ihrem Trainer Christian Grzelachowski einen aufmunternden Klaps erhielten, stimmte sein Gegenüber Tobias Fischer im Mittelkreis mit seiner Mannschaft „Auswärtssieg“-Sprechchöre an.

Beide Halbzeiten waren vor rund 150 Zuschauern in der Albin-Göhring-Halle mit 20:12 Toren an die Gäste gegangen. Ergibt in Summe für Eddersheim einen überdeutlichen 40:24-Derbysieg in der 3. Liga Ost – der Spielklasse, in der das Team von Trainer Tobias Fischer 2017 Meister geworden war. In dieser Saison ist ein Platz unter den besten fünf Mannschaften angepeilt. Gut möglich, dass dies dem hochmotivierten und eingespielten Team auch gelingt.

Die „Pirates“ aus dem Bad Homburger Stadtteil dagegen tun gut daran, ganz einfach mit dem Abstieg nichts zu tun haben zu wollen. Mehr wird nicht drin sein, dabei schienen sich nach zwei Siegen in Folge andere Perspektiven zu eröffnen. Anstatt zu noch größerem Selbstvertrauen führten die jüngsten Erfolge aber zum Phlegma. „Man hat heute von Anfang an gesehen, dass sie den letzten Schritt nicht gehen wollen“, kommentierte Manager Christoph Pohl, „ich bin wirklich enttäuscht.“

Fischer: „Unser Plan ging auf“

Fischer wiederum brachte den Kantersieg eher mit der Stärke seines Teams in Verbindung. „Unser Plan ging auf. Wir haben von Minute 1 bis 60 Tempo gemacht, auch wenn wir Gefahr liefen, auch mal Bälle zu verlieren. Wir wussten aber, dass wir konditionsstärker sind“, sagte Eddersheims Coach.

Bis zur 17. Minute war die Partie noch einigermaßen ausgeglichen verlaufen (7:9), danach setzten sich die Gäste aus dem Main-Taunus-Kreis in Überzahl schon vorentscheidend auf 7:13 ab, die treffsichere Tabea Schweikart erzielte dabei drei Gegenstoßtore in Folge. Dass es an einer solchen Linkshänderin fehlt, ist für die „Pirates“ genauso ein Nachteil wie mit Yvonne Petek nur eine Torfrau aufbieten zu können. Zudem fällt Linksaußen Lisa Lichtlein (Abriss des Außenbandes am Knöchel beim Spiel in Gedern) länger aus.

Die großen Unterschiede zwischen beiden Teams

Entscheidend im Derby war das aber alles nicht. Ober-Eschbach stellte die Arbeit in der bisher so gelobten Abwehr frühzeitig ein, Eddersheim kam oft durch einfache Auslösehandlungen und konsequente Stoßbewegungen schon frei zum Wurf. Im Angriff agierten die Gastgeberinnen zu vorhersehbar und hatten noch Glück, dass die belgische Rückraumspielerin Andrea Mertens einen Sahnetag erwischte. Sie, wie auch Celine Gehrke, die zumeist auf Rückraum Mitte zum Einsatz kam, Kreisläuferin Greta Bucher und Torfrau Petek, nahm Trainer Grzelachowski von seiner Kritik explizit aus. Der Rest sei mit dem Kopf nicht auf dem Platz gewesen. „So darf man sich nicht aufgeben“, sagte er.

Dagegen freute sich sein Kollege Fischer nach dem „Erdrutschsieg“, dass sein Team 60 Minuten relativ konsequent gespielt habe. Unter seinen acht Top-Spielerinnen gab es keine Leistungsunterschiede. Dagegen blieben am Sonntag bei den „Pirates“, gerade in der Abwehr, einige Akteurinnen die Reife für die 3. Liga schuldig.

Ober-Eschbach: Petek; Mertens (10), Bucher (4), Kunelashvili (4/4), Gehrke (2), Wäscher, Rosenberg (je 1), Pandza, Laza.

Eddersheim: Brennigke, Priester, Kirchner; Özer (13/9), Schweikart (13), König (4), Gempp (4), Feick, Brocke (je 2), Krämer, Wimmer, Hilbig.

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