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Ganz starke Vorstellung: Gergana Georgieva (Falcons, re.).

Basketball, 2. Bundesliga Süd

Die Falcons verlieren das Topspiel vor 250 Zuschauern mit 64:67

40 Minuten lang haben die Basketballerinnen der Falcons Bad Homburg toll verteidigt. Dass sie das Topspiel in der 2. Bundesliga Süd verlieren, hat andere Gründe.

Mit der Revanche für das verlorene Hinspiel wurde es zwar nichts, doch das dezimierte Team der Falcons Bad Homburg schlug sich am Samstag mehr als achtbar gegen die DJK Don Bosco Bamberg. Lange Zeit führten die Basketballerinnen der HTG Bad Homburg gegen den Tabellenführer der 2. Liga, erst im letzten Viertel übernahmen die Gäste die Kontrolle und siegten letztlich knapp mit 67:64.

In einem gut gefüllten Feri-Sportpark wurde die Mannschaft von rund 250 Zuschauern lautstark nach vorne gepeitscht. Mittendrin war auch ein Besucher aus Nördlingen: Michael Gregor, Vater von Falcons-Shootingstar Isabel Gregor, war für die Partie Erster gegen Zweiter extra in den Hochtaunus gekommen. Die große Trommel, die er bei seinem Heimatverein stets schlägt, ließ er zwar daheim, trotzdem feuerte er seine Tochter und deren Mitspielerinnen kräftig an.

Ein anderer "Papa" verpasste die Partie dagegen. Falcons-Coach Jay Brown wurde am Freitag zum zweiten Mal Vater und verbrachte das Wochenende im Kreise der Familie. Verlassen konnte er sich auf seinen Co-Trainer Markus Kühn, der die Falken gut eingestellt hatte. Besonders das Rebounding war ein Faustpfand und das, obwohl der Gegner deutliche Längenvorteile hatte. Mit 37 Abprallern schnappten sich die Gastgeberinnen ein Dutzend mehr Bälle als Bamberg. So konnte zumindest zunächst auch die katastrophale Wurfquote bei den Dreipunktversuchen (1 von 16) kaschiert werden. Beste Rebounderin der Falcons wurde einmal mehr Gergana Georgieva, die zudem noch starke 17 Punkte markierte. Übertroffen wurde sie nur von Bambergs Daniela Vogel und ihrer "kleinen Schwester" Gregor.

Den Spitznamen verpasste ihr nach dem Spiel übrigens Gästetrainer Konstantin Hammerl. Gemeint war dieser jedoch alles andere als despektierlich. "Ich stamme auch aus Nördlingen und kenne die Familie Gregor seit langem", klärte er auf, "in Nördlingen wurde Isabel bereits von Gergana Georgieva trainiert." Dass Gregor mit ihrer "großen Schwester" das Abenteuer 2. Bundesliga fernab der Heimat antrat, weiß Hammerl einzuordnen. Die meisten deutschen Nachwuchstalente würden lieber "in der Comfort-Zone bleiben", Gregor hingegen ordnete schon im Alter von 16 Jahren alles andere dem Sport unter.

Unterstützt wurde Gregor im Backcourt erneut kongenial von Laken James. Obwohl die enorm spielintelligente US-Amerikanerin früh in Foul-Probleme kam, hatte sie maßgeblichen Anteil an dem guten Lauf in den ersten drei Vierteln (21:18, 17:17, 15:13). In der Defensive war sie einmal mehr gnadenlos. "Generell haben wir 40 Minuten lang richtig gut verteidigt", lobte Kühn, "ein Team wie Bamberg muss man erst mal bei 67 Punkten halten." Im Schnitt scorte der Tabellenführer bisher fast neun Punkte mehr.

Am Ende, so Kühn, habe Bamberg schlicht und einfach den kühleren Kopf bewahrt und die besseren Entscheidungen getroffen. So ging das letzte Viertel mit 19:11 deutlich an die Gäste. Doch wer weiß, vielleicht sehen sich die beiden Teams in den Playoffs ja nochmals wieder. Dann wären aufseiten der Falcons nicht nur Coach Brown, sondern auch die am Wochenende verhinderten Leistungsträger Quynne Huggins und Nerea Garmendia Odriozola ("Wohl die beste Spielerin der 2. Liga", O-Ton Hammerl) mit von der Partie.

ROBIN KUNZE

Rhein-Main Baskets - BSG Basket Ludwigsburg 71:58

Towers Speyer-Schifferstadt - ASC Mainz 84:70

Saarlouis/Dillingen Diamonds - SG Weiterstadt 65:74

Falcons Bad Homburg - DJK Don Bosco Bamberg 64:67

QOOL Sharks Würzburg - Metropol Bask. Schwabach 87:58

1. DJK Don Bosco Bamberg 13 11 2 982:802 22

2. QOOL Sharks Würzburg 14 11 3 1063:893 22

3. Falcons Bad Homburg 13 10 3 1018:742 20

4. Metropol Bask. Schwabach 14 9 5 988:959 18

5. SG Weiterstadt 14 7 7 922:906 13

6. TS Jahn München 13 6 7 838:860 12

7. BSG Basket Ludwigsburg 14 6 8 933:1006 12

8. Rhein-Main Baskets 14 5 9 991:1062 10

9. ASC Mainz 13 4 9 867:992 8

10. Towers Speyer-Schifferst. 14 3 11 904:1042 6

11. Saarlouis/Dill. Diamonds 14 3 11 828:1070 6

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